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Jede Show war eine einzigartige Vorstellung. Jede Show war aufregend, herausfordernd und hat vor allem riesig Spaß gemacht. Hatten wir Angst? Ja. Haben wir manchmal versagt? Wiederum ja. Aber wir waren meistens erfolgreich und – wir hatten eine höllisch gute Zeit! — Greg Atkins

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Auf der Bühne

Es war einmal... - neue Märchen-Langform-Impro von Turbine William

BERLIN – Turbine William – wie die Birne startete bereits Anfang Januar mit der neuen Langform-Show “Es war einmal… alles rund ums Thema Märchen” ins neue Impro-Jahr. Damit widmet sich die Turbine einem naheliegenden Thema, denn die Akteure spielen den Rest der Woche an gleicher Stelle verschiedene – nicht improvisierte – Märchen der Gebrüder Grimm.

Gespielt wird zünftig jeden Montag Abend um 19.30h in der Märchenhütte im Montbijoupark.

Auf der Bühne

Zwei Amerikaner in Berlin – Dad’s Garage bei den Gorillas

von Stephan Holzapfel:

BERLIN – Im gut gefüllten aber nicht ausverkauften Ratibortheater spielten Matt Horgan und René Dellefont von „Dad’s Garage“ aus Atlanta am 10.01. ihre Show “The American Tourist”, die versprach, einen besonderen Blick der amerikanischen Spieler auf ihre Gaststadt zu werfen. Allerdings löste in der ersten Hälfte nur eine der Geschichten dieses Versprechen halbwegs ein (siehe Video).

Sehenswert war das meist schnelle und konsequente Akzeptieren der beiden Amerikaner. Ihr gekonntes “Ja, und”-Spiel trieb die Szenen flott voran und machte auch aus scheinbar verkorksten Anfängen noch gelungene Momente. Bewundernswert das Tempo ihrer Ideen. Schauspielerisch war es weniger spannend – viele Wörter, wenig Körper. Auch wurde kaum je eine Emotion groß gemacht und ausgespielt, ja, Matt Horgan musste auch in ernsthafteren Situation häufig grinsen, was es dem Zuschauer schwer machte, mit seinen Figuren mitzufühlen. Ungewöhnlich: Weiter lesen…

Auf der Bühne

2. Theatersport-Cup: Videos der “Copagnie Combat Absurdes”

von Stephan Holzapfel:

Matthieu Loos hatte diesmal Marko Mayerl nach Berlin mitgenommen. Die Spezialität der französischen Gruppe aus Lyon ist ein sehr körperliches Spiel, Überzeichnungen und Absurditäten eingeschlossen. Das nicht ganz perfekte Deutsch der beiden nahm manchmal etwas Tempo heraus, führte oft aber auch zu einer besonderen Komik und schönen Missverständnissen (“Größenwahn” wurde als “Großraumwagen” verstanden).

Martina Schütze und Tim-Owe Georgi von “Wir 2″ wirkten an diesem Abend (22.09.12) im BKA-Theater nicht ganz so spielfreudig, brachten aber eine Ernsthaftigkeit mit, die zumindest in der Langform den Stil der Franzosen gut ergänzte. Die Nagelstudio-Langform hat Schwächen, es gibt aber sehr ansehnliches Schauspiel und starke Bilder, deshalb habe ich auch eine Fassung gemacht, die bessere Szenen konzentriert.

 

Auf der Bühne

IMPRO12: Videos vom National Theater of the World

von Stephan Holzapfel:

Am 30.03. spielte das kanadische Trio ein Comedyformat, die “Carnegie Hall Show”, daraus sind die Dating-Szenen.

Am 31.03. wurde unter dem Titel “Impromptu Spendor”  im Stile von Tschechow und Woody Allen gespielt. Beide Langformen sind ganz zu sehen, von Woody Allen zusätzlich eine Kurzfassung. Außerdem gibt es noch einen Interviewausschnitt.

Dating Scenes from “Carnegie Hall Show” (siehe auch Impro-News Artikel zu dieser Show)

Scenes from “Impromptu Splendor – Woody Allen” (siehe auch Impro-News Artikel zu dieser Show)

Complete Story “Impromptu Splendor – Woody Allen” (siehe auch Impro-News Artikel zu dieser Show)

Complete Story “Impromptu Splendor – Tschechow” (siehe auch Impro-News Artikel zu dieser Show)

Berlin Interview with National Theater of the World

Das Interview in voller Länger als Audiodatei.

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Auf der Bühne

Superheroes – Nie waren Helden nötiger

von macro:

Die Unverhofften lieben Superhelden und bringen deren Werdegang in einer eigenentwickelten Langform regelmäßig auf die Bühne. Stephan, Mark, Frank und als Gast Karin Mietke erschufen nach Vorgaben einen Raum und die ersten Figuren in kurzen Szenen. Dann die erste spannende Frage ans Publikum: “Wer soll der Held der Geschichte werden?” Die Wahl fiel auf eine betagte Dame mit einem leichten Alkoholproblem. Im weiteren Verlauf des ersten Teils wird die Superheldenfähigkeit langsam entdeckt, die Figur wandelt sich und muss sich mit den entstehenden Problemen auseinandersetzen. Hier wurde vor allem sehr schön an den Tiefen der Charaktere gearbeitet und Stephan durfte 4 oder 5 mal einen schrecklichen Schrumpftod sterben.
Nach der Pause wurde vom Publikum der gefährliche Gegenspieler gewählt. Ein bis dahin netter, unauffälliger Hausbewohner und alter Freund der Heldin zeigte seinen Werdegang und die Entstehung der gefährlichen Menschen-Schrumpfungskraft.

Superhelden-Show

Archivbild, Foto: die Unverhofften

Die Geschichte nahm jetzt richtig Tempo auf: die wilde Action rund um den Globus endete wieder in dem vertrauten Haus des Anfangs. Diabolisch wütete der böser Herr Lindner und mutig stellten sich die Superheldin und ihr bester Freund ihm entgegen. Ein tragisches Ende, mit noch einem Twist am Ende, ließ die nun einsame Heldin allein zurück. Ein Ende mit Gänsehaut.

Superheroes ist ein wirklich schönes Format mit viel erzählerischem Potential. Die Unverhofften überzeugten mich sehr, ich kann einen Abstecher dahin nur empfehlen. Die Show Superheroes gibt es aktuell jeden letzten Donnerstag des Monats im BühnenRausch zu sehen.

Auf der Bühne

Improtheaterfestival Würzburg 2011: Internationale Improvisationskunst vom Allerfeinsten

Von Heike Reissig

Improtheaterfestival Würzburg 2011

Foto: Improtheaterfestival Würzburg 2011

Würzburg, 26.10.2011 – Herzlichen Glückwunsch! Das Würzburger Improtheaterfestival feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag und es ist bereits in vollem Gang: Seit dem 21.10. präsentieren renommierte Improdarstellerinnen und -darsteller aus aller Welt erstmals ganze zehn Tage lang insgesamt 22 Shows auf mehr als zehn Würzburger Bühnen.

So lieferten sich am Montagabend beim Viertelfinale der 1. Internationalen Theatersport™ Meisterschaft “Der Goldene Kaktus” die gut aufgelegten Teams aus Kanada (Stephen Sim + Lee White, Crumbs) und Slowenien (Maja Dekleva Lapajne + Sonja Vilč, Kolektiv Narobov) einen sehr unterhaltsamen Kampf. Die Kanadier unterlagen knapp, was sie jedoch nicht davon abhielt, den Sloweninnen überschwänglich zu ihrem Sieg zu gratulieren und damit wahren Teamgeist zu demonstrieren.

Im Anschluss daran präsentierten Patti Stiles und Rama Nicholas (Impro Melbourne) ihre Langform-Show “Howlin”.

"Howlin": Rama Nicholas + Patti Stiles (Foto: Tilman Dominka)

Inspiriert von den Bewegungen und Verhaltensweisen verschiedener Tiere kreierten sie eine Vielfalt von menschlichen Figuren, die sich in verschiedenen Situationen begegnen. Besonders faszinierend zu beobachten war, mit welcher Experimentierfreude die Australierinnen das Spektrum tierischer Ausdrucksformen ausloteten und wie diese körper- und stimmbetonte Herangehensweise die Charaktere ihrer menschlichen Figuren beeinflusste. Auf diese Weise entstanden beeindruckende und zum Teil sehr berührende Geschichten.

"Ella meant...": Psychothriller. (Foto: H. Reissig)

Die Langform-Show “Ella meant…” von Jim Libby + Jacob Banigan (Rocket Sugar Factory) am Dienstagabend sollte im Zeichen eines ganz bestimmten Genres stehen. Das Publikum wünschte sich einen Psychothriller. In der 1. Hälfte ihrer Show forderten Jim + Jacob die Zuschauer auf, typische Elemente dieses Genres zu nennen, sammelten sie auf einer Tafel und griffen diese Publikumsvorschläge anschließend in einer unterhaltsamen Aneinanderreihung kurzweiliger Szenen wieder auf.

"Ella meant...": Jacob Banigan + Jim Libby. (Foto: H. Reissig)

In der 2. Hälfte fragten Jim + Jacob die Zuschauer, welche Szene ihnen am besten in Erinnerung geblieben war. Dann spielten sie die Szene, auf die die Zuschauer sich geeinigt hatten, noch einmal nach und improvisierten anschließend einen vollständigen Psychothriller, wobei sie die vom Publikum gewählte Szene an späterer Stelle erneut als Schlüsselmoment einbauten. Die Zuschauer erlebten live mit, wie zwei meisterhafte, äußerst wandlungsfähige Improkünstler gemeinsam einen spannungsgeladenen Blockbuster erschufen, der mit Wortwitz, Temporeichtum, raffinierten Wendungen und einem verblüffenden Ende begeisterte.

Das Improtheaterfestival Würzburg 2011 läuft noch bis Sonntag den 30.10. Auf die noch kommenden Shows darf man sehr gespannt sein. Jedem Impro-Fan sei wärmstens empfohlen, sich das hochkarätige Programm auf gar keinen Fall entgehen zu lassen! Alle Termine und weitere Infos finden sich hier.

Außerdem gibt es einen schönen Foto-Stream von Tilman Dominka.

Auf der Bühne

IMPRO 2011: Videos von den Crumbs

von Stephan Holzapfel:

Am 21. und 22. März spielten die Crumbs im Rahmen des IMPRO 2011-Festivals im English Theatre. Als Inspiration für die beiden Geschichten wählten die Crumbs den kanadischen Autor George F. Walker. Typisch für ihn ist ein negativer Held, der nichts lernt.

Beide Shows wurden mit einem Monolog des Helden eröffnet, der Mist gebaut hatte und jetzt in der Tinte sitzt. Dies beiden Monologe sind hier zu sehen. Außerdem die Szene der beiden skurrilen Bösewichte. Und eine besonders vielschichtige Szene zwischen dem kriminellen Polizisten und seiner schwangeren Frau.

Weitere Videos von den Shows gibt es hier.

Allgemein

Lasst uns mehr Theater wagen! - Ein persönliches Festival-Fazit

von: Stephan Holzapfel

Festival-Logo

Ich geb’s zu: Impro-Abende im Stil von Strindberg und Ionesco schienen mir nicht sehr vielversprechend zu sein. War ich nicht unter anderem beim Impro gelandet, weil mir das “normale” Theater oft zu ernst, zu schwer, zu angestrengt war? Außerdem hatte ich wenig Ahnung von den Stücken dieser Theaterautoren, wie sollte sich mir dann der Reiz dieser Aufführungen mitteilen?

Theater statt Zirkus

Aber dann fand ich es großartig! Ich habe Shows voller Intensität, voller Spannung und Experimentierlust gesehen, in denen die Spieler komplexe und bilderstarke Dialoge erfanden. Wie nah sie dabei Tennessee Williams oder Eugene Ionesco gekommen sind, vermag ich nicht zu beurteilen, aber das finde ich auch nicht so entscheidend. Wichtig finde ich die theatrale Kraft dieser Aufführungen. Vielleicht braucht Impro nicht unbedingt mehr Strindberg, aber es braucht mehr Theater, wenn es seinen Namen ernst nimmt und nicht nur Zirkus sein möchte. (Der Zirkus feiert den Effekt, was ein schöner Nervenkitzel ist, wenn er gekonnt gemacht ist. Aber er ist kein Theater.)

Die Konsequenz ist allerdings nicht, dass wir jetzt alle tragische Langformen spielen sollen. Dafür braucht es echte Könner, damit es nicht zäh oder gar peinlich wird. Vielleicht braucht es dafür sogar ausgebildete Schauspieler, deren Stimmen klangvoller sind, die sich präziser bewegen und die auch in ruhigen Szenen stärker die Spannung halten können.

Vielleicht aber auch nicht. Jeder soll ausprobieren, wozu er sich berufen fühlt. Ich traue mir Tragödien-Langformen nicht zu und mir liegt die Komödie auch näher. Was mich allerdings kaum mehr interessiert, ist das kurzatmige Blödel-Impro, das eben nicht nur eine Notlösung untalentierter oder selbstgefälliger Gruppen ist. Es ist eine eigene Tradition unserer Theaterform und es ist wohl die verbreitetste.

Trash ist Alltag beim Impro

Denn auch das konnte man beim Festival sehen: Wenn Impro keine hohe Kunst sein will, dann ist es schnell Trash, und zwar nicht, weil man irgendwie vom Weg abgekommen ist, sondern weil man voll darauf zugesteuert hat.

So war es teilweise auch bei dem “Grand Prix de l‘Improvisation” am letzten Festivaltag. Vor allem in der zweiten Hälfte, in der in bewährter Impro-Manier z.B. eine „Oper“ gespielt wurde, in der jemand unbedingt eine Currywurst will. Am Ende bekommt er sie im Tausch gegen seine Frau. Natürlich ist es lustig, wenn im ernsten Opernton über etwas so Banales wie eine Currywurst gesungen wird. Nicht zueinander passende Dinge zusammenzubringen ist ein beliebter Komik-Effekt, schon die übergroßen Schuhe des Clowns zeigen das. Doch es ist ein Effekt, hinter dem nichts mehr kommt, denn eine Currywurst hat keine Bedeutung, es macht keinen wirklichen Unterschied, ob sie da ist oder nicht, zudem kann man sie sehr leicht besorgen.

Bei diesem “Problem” kann man nicht mitfühlen. Eine Figur, die seine Frau gegen eine Wurst eintauscht, hat nichts Menschliches und ist deshalb im besten Fall ein bunter Pappkamerad, im schlechtesten Fall ärgerlich und nervig. Warum gibt man den Figuren keine wirklichen menschlichen Leidenschaften, so dass mehr entstehen kann als Klamauk?

Für schlechte Darsteller mag der Klamauk sogar erfolgversprechender sein, denn wer schief singt, wird sein Publikum schwer emotional erreichen können. Wenn aber auch Spieler mit mehr Potential reflexhaft die niederen Instinkte des Publikums bedienen, dann hat das Improvisationstheater ein Problem.

Banal oder bedeutsam

Es wird immer Spieler geben, die banal und bedeutsam nicht unterscheiden können oder wollen. Für sie gilt die einfache Formel: je lauter das Publikum, desto besser die Show. Doch alle anderen sollten das Bedeutsame suchen, und zwar nicht nur im Langen, Ernsten, Tragischen, da, wo es jeder erwartet, sondern besonders im Kurzen, Leichten, Komischen, im scheinbar Banalen.

Ein Beispiel: Ein Lied mit dem Titel „Das Baguette ist weg“ wird vielleicht effektvoll, aber banal, wenn wirklich nur melodramatisch das Fehlen eines Brotes beklagt wird. Bedeutsam, d.h. menschlich-emotional relevant wird es, wenn das Baguette z.B. eine Metapher ist: etwa für das Fehlen des Partners, der sonst immer das Baguette mitgebracht hat. Oder für die schönen, vergangenen Zeiten, in denen das Baguette traditionell dazu gehörte. Heute dagegen isst man Toast aus der Fabrik.

Ein positives Beispiel ist der Grand Prix-Beitrag von Michael Wolf, der ein „persönliches Lied“ singen wollte. Also ein Lied mit einem Thema, das für ihn eine wirkliche Bedeutung hat. Der Vorschlag lautete dann „Wahlkampf in Baden-Württemberg“ und er sang emotional-kämpferisch über die Befreiung vom schwarzen Joch durch die Partei der Grünen. Man stelle sich vor, er hätte bloß gesungen, dass es im Baumarkt keine grüne Farbe mehr gibt, das hätte niemals diese starke Wirkung haben können. Am Ende sang er über die Abschaltung von AKWs.

Kurz zuvor hatte der Moderator den Vorschlag „Atomkraft“ zurückgewiesen. Klar, es ist ein bisschen riskant, das anzunehmen, weil es peinlich wäre, würde das Lied missglücken. Aber wenn es ein gutes Lied wird, dann wäre die Wirkung unschlagbar, denn es greift dann ein hochemotionales Thema auf, das für viele momentan eine enorme Bedeutung hat.

Trashig und banal wird Impro manchmal auch, wenn wir es nicht wollen. Scheitern gehört eben dazu. Aber Suchen sollten wir doch etwas anderes.

Lasst uns mehr Theater wagen!

Personen&Gruppen

Interview mit Jim Libby

Jim Libby, Foto: Impro-News

Jim Libby stammt aus Maine (USA), lebt aber mittlerweile in Österreich, wo er als Schauspieler, Regisseur, Autor und Musiker tätig ist. Jims Engagement für Improvisations-Theater begann bereits vor über 10 Jahren, als Gründungsmitglied der Wiener Impro-Gruppen “The English Lovers” und “urtheater”. Auch bekannt als der “Impro-Papst von Wien” ist Jim eine treibende Instanz der Europäischen Impro-Szene. So ist er z.B. Kapitän der Österreichischen Impro-Nationalmannschaft und tritt mit internationalen Impro-Größen auf.

Jim liebt die Langform und hat selbst viele Impro-Formen etabliert: u.a. Blind Dates, Pfadfinder der Liebe (Beste neue Langform, Halle 2006), Salon Eva, Damen Dramen (Beste neue Langform, Halle 2009) und Ella Meant.

Jim tourt als Spieler und Trainer durch Europa und Nordamerika. Wir haben ihn im Rahmen des 10. Impro-Cup Berlin am 05.06.2011 in Berlin interviewt.

Im Interview hört ihr…:

  • wie Jim die Kraft der Improvisation für sich entdeckt hat, indem er Songs auf seiner Gitarre für das Straßenpublikum erfunden hat.
  • wie er seiner Gruppe “The English Lovers” gegründet hat.
  • warum die Impro-Szene eine Verantwortung hat, besser zu werden.
  • warum Impro-Spieler sich nicht hinter den Impro-Spielen verstecken sollten.
  • was ist eine Langform eigentlich ist.
  • warum eine Langform dichter am klassischen Theater ist und warum man hierfür mehr Handwerkszeug benötigtt
  • was die Bedeutung von Regeln bei Langform-Formaten ist.
  • warum man Regeln kennen sollte, um sie anschließend brechen zu können.
  • welche Formate Jim selber aktuell spielt.
  • was hinter seinem Format “Historionix” steckt.
  • wie der private Mythos zum öffentlichen Traum werden kann.
  • wie man während einer Show etwas vom Publikum lernen kann.
  • wo Improtheater in 20 Jahren stehen kann.
  • warum Jim der Meinung ist, dass unwiederholbare Ereignisse in der heutigen Zeit an Wert gewinnen können.

Hier das Interview gleich zum Anhören:

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Links zu Jim:

Jim Libby kann als Trainer von Improgruppen gebucht werden. Weitere Infos unter: jim(at)jimlibby.com


Auf Impro-News erschienen bereits folgende Audio-Interviews mit international bekannten Impro-Trainern:

Interview mit Stephen Sims (Crumbs)

Interview mit Billa Christe (Gorillas, Berlin)

Interview mit Shawn Kinley (Loose Moose Theater, Kanada)

Interview mit Matthieu Loos zu “Im Stile von..: Ionesco” (Compagnie Combats Absurdes, Frankreich)

Auf der Bühne

IMPRO 2011: Videos von Unexpected Productions - Im Stile von Tennessee Williams

von: Stephan Holzapfel

Foto: Stephan Holzapfel

“Sex and passion” war das Thema nach der Pause am 23.03.11 im English Theatre Berlin. Diese Aspekte im Werk von Tennessee Williams leiteten die fünf Spieler bei ihrem improvisierten Theaterstück. Der vom Publikum gewünschte Titel “The dogs bark at night” führte zu dem Schauplatz “Tierheim” und zu einer Fülle von Hunde-Metaphern, mit denen menschliche Beziehungen und sexuelle Wünsche beschrieben wurden. Diese sprachlichen Raffinessen und die gekonnte Darstellung der Spannungen zwischen den Figuren machten vor allem den Reiz dieser Aufführung aus.

Beeindruckend fand ich, wie enorm ruhig und trotzdem kraftvoll gespielt wurde. Durch ruhige, aber präzise Gesten, Blicke und Bewegungen wurde eine große emotionale Spannung erzeugt, so war “viel los”, ohne dass äußerlich wahnsinnig viel passierte. Der Plot des Stückes ist hier sicher nicht das Wichtigste:

Foto: Stephan Holzapfel

Ein Ehepaar, das sich offensichtlich hasst, sucht im Tierheim nach seinem Hund. Der Mann verspürt eine starke homoerotische Anziehung gegenüber einem Tierheim-Angestellten. Beide Männer werden von einem Hund gebissen, der Tollwut (engl. “rabies”) hat und bekommen zur Therapie jeweils 15 Spritzen in den Bauch. Enttäuscht von den traurigen Verhältnissen im Tierheim (die Hunde haben kaum Platz und werden vom Leiter eingeschläfert, wenn sie sich merkwürdig verhalten), verlässt am Ende die Mitarbeiterin Jenny das Heim.

Im “Essential Cut” habe ich das Stück auf ein gutes Drittel gekürzt. Hier bekommt man glaube ich einen guten Eindruck von der Spielweise und den Zusammenhängen. Für den schnellen Einblick habe ich in den “best scenes” einige besonders spannungsreiche oder originelle Szenen konzentriert, wobei dabei natürlich viele Details fehlen. Wer möchte, kann sich das Stück aber auch komplett ansehen.

Es spielen: Randy Dixon, Michelle Hippe und Michael Bils von “Unexpected Productions”, die auch dieses Format entwickelt haben. Dazu kommen Stephen Sim von den “Crumbs” und Missie Peters von “SpeakEasy”.

Durch Klick auf die 4 Pfeile im Video wird der Vollbildmodus aktiviert, durch Klick auf “HD” kann das Video sehr viel größer angezeigt werden.

Siehe zu diesem Abend auch den Artikel von Dan Richter.