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Auf der Bühne

Improvisation Xchange Berlin Festival 2016

Improvisation Xchange Berlin

Streugut – Ensemble, 30.07.2015, Dock 11 (Foto: b.arts.u)

BERLIN – Vom 15.07. bis 24.07.2016 findet zum vierten Mal das Festival Improvisation Xchange Berlin für Tänzer, Musiker und Performer statt. Dabei zeigen internationale Performer Momentkompositionen zwischen Tanz, Musik, Klang, Sprache, Gesang und visueller Kunst.

Der besonderer Fokus liegt 2016 auf der Zusammenarbeit von Stimmperformer*innen und Tänzer*innen. Des weiteren werden diverse Workshops, Seminare und Lectures im Programm (PDF) angeboten. Der Ort ist das Dock 11 Eden***** in Berlin. Veranstalter ist der b.arts.u – berlin arts united gemeinnützige UG.

Webseiten mit mehr Informationen:
http://www.berlinartsunited.com/festival/
http://www.dock11-berlin.de

Auf der Bühne

Wer wagt – gewinnt! Premiere der Romantic Comedy der Improbanden

Das Improbanden-Ensemble, leider ohne Musiker Dirk

Das Improbanden-Ensemble, leider ohne Musiker Dirk (alle Fotos: Sören Boller)

von Sören Boller:

BERLIN – Am Samstagabend des 11. Juni 2016 luden die Improbanden zur Premiere ihres neuen Formates „Romantic Comedy“ in das Fliegende Theater in Berlin-Neukölln. Der Einladung folgten eine ganze Reihe Menschen, so dass das kleine Theater gut gefüllt war, als das Moderationsduo bestehend aus Claudia und Felix das Publikum begrüßte.

Seit Januar diesen Jahres erzählten die Spieler_Innen der Improbanden immer wieder voller Begeisterung von der „RomCom“ der norwegischen Gruppe Det Andre Teatret, die ihr Format zu Beginn des Jahres bei der Impro Embassy im Ratibor präsentierten. (Impro-news.de berichtete)

Insofern war ich besonders gespannt auf das von den Improbanden entwickelte Format zu diesem Genre, für das die Improbanden ca. drei Monate Trainingszeit aufgebracht hatten. Vorgaben wir nur zu Beginn der Langform vom Publikum eingeholt, nämlich einen Lieblingsort, ein unerfüllter Traum und ein Gegenstand. Mit kurzen Freeze Tags wurde der vorgegebene Ort Bordeaux vom insgesamt acht-köpfigen Ensemble mit Leben und mit Charakteren gefüllt, ehe sich langsam zwei Hauptcharaktere aus diesen herauskristallisierten.

Die beiden Hauptcharaktere sehen sich auf verfeindeten Seiten wieder

Die beiden Hauptcharaktere sehen sich auf verfeindeten Seiten wieder

Die beiden Charaktere, beide für sich in einer Welt voller Unglück gefangen, verstrickten sich immer weiter in verschiedensten, aber größtenteils unabhängigen Beziehungen und Herausforderungen, die sich erst ganz am Ende der Geschichte zu einem Kreis schlossen und schließlich in einem zu erwartendem Happy End zueinander fanden.

In der Dramaturgie ließen die Improbanden klar erkennen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Viele bekannte Probleme, Wendungen und Missverständnisse aus RomComs waren wiederzuerkennen und die gut hinausgezögerte Story-Zusammenführung und das Happy End befriedigten die Bedürfnisse des Publikums in diesem Format zielgerichtet.

Premierenprobleme

Eine wirklich mitreißend enthusiastische Stimmung vermochte dennoch nicht aufkommen, was sicherlich daran lag, dass viele SpielerInnen besonders in der ersten Hälfte sichtlich nervös waren und eine für den Komödienfaktor notwendige Leichtigkeit nicht so richtig aufkam. Ebenso die persönlichen Plattformen der beiden Hauptcharaktere waren für mich nur schwierig nachzuvollziehen, da viele Details einfach nicht ausgespielt oder definiert wurden. Besonders auffällig war hier, dass Räume in dem entwickelten Format überhaupt keine Rolle spielten und so insgesamt wenig Dynamik und Plastizität ins Spiel kam.

Das Happy-End, wie wir es kennen und wollen

Das Happy-End, wie wir es kennen und wollen

Umso besser jedoch, dass die SpielerInnen der Improbanden bei dem teilweise etablierten bzw. unetablierten Chaos den Durchblick behielten und am Ende alle offenen Stränge zu einem sinnvollen Ganzen zusammenstricken konnten. Nach der Pause ergaben sich auch mehr und mehr Situationen, in denen der spezifische locker-humoristische Spirit einer romantischen Komödie wirklich zu spüren war. Insgesamt boten die Improbanden ein solides Grundgerüst für eine vielversprechende Langform, an der sicherlich noch eines gefeilt und gehobelt werden kann, die aber Lust auf mehr macht! Was ebenfalls sehr positiv auffiel: Licht und Musik begleiteten das Stück nicht nur, sondern spielten aktiv in vielen Situationen mit, ein Faktor der leider viel zu oft unterschätzt wird.

Mehr davon!

Die Premiere wird zwar nicht in die Annalen der Improshows eingehen, die mich vom Hocker gerissen haben, aber was hier auch mal gesagt werden muss: Toll, dass es Improgruppen gibt, die immer wieder etwas Neues wagen, die den Mut haben neue Formate zu entwickeln und damit auch zu scheitern, die altbekannte Genres aus Film und Fernsehen für die Bühne übersetzen und die Improtheater als ein offenes Spielfeld für Experimente begreifen und dabei noch Spaß haben! Danke Improbanden, weiter so und mehr davon!

Personen&Gruppen

Die IONen stellen sich vor

IONen

Wir haben den Gruppenfragebogen der IONen erhalten. Laßt euch elektrisieren von den Antworten dieser Berliner Improguppe:

1. Name der Gruppe?


IONen, ursprünglich von Impros Ohne Namen. Wie bei den echten Ionen, wird aus Ordnung Unordnung oder umgekehrt, Charaktere ziehen sich an oder stoßen sich ab, manchmal sind die Figuren positiv, manchmal auch negativ. Unser Spiel schwirrt in alle möglichen Richtungen, Ausgang ungewiss.


2. Seit wann existiert die Gruppe?
Seit April 2014

3. Wo tritt sie vorwiegend auf?

Zunächst in wechselnden Locations, u.a. im Bühnenrausch im Prenzlauer Berg und in unserer Trainingslocation im Theaterhaus Mitte. Ab September 2015 einmal im Monat in der KUFA in Moabit.

4. In welchem Abstand finden Auftritte statt?

Zunächst unregelmäßig je nach Möglichkeit. Ab September 2015 einmal im Monat.

5. Aus wie vielen Mitgliedern besteht die Gruppe derzeit?

Wir sind derzeit 9 aktive Spieler. 1 weiteres Gruppenmitglied ist ein Elternzeit.

6. Wie ist der Hintergrund der Spieler? (z.B. ausgebildete Schauspieler, Studenten, Kollegen, Gartenfreunde oder bunt gemischt)

Wir sind eine bunt gemischte Truppe. Keiner hat eine professionelle Schauspielausbildung. Jeder beschäftigt sich mehr oder weniger lange mit Improvisationstheater. Kennen tun wir uns aus diversen Improkursen über Xing bzw. die VHS und die Distel.

7. Welche Formate spielt die Gruppe? (Bitte auch mit einer Gewichtung)

Games & kurze Langform (50/50)

8. Wo liegen Spezialitäten der Gruppe?

Wir informieren uns vor Events, was aktuelle Themen der Firmen bzw. Geburtstagskinder sind und integrieren diese in unser Spiel, so dass ein gewisser Wiedererkennungswert entsteht.

9. Welche Lehrer, Besondere Erfahrungen, Auszeichnungen hat die Gruppe?

Wir haben einige Kurse bei dem Ehepaar Radoy gemacht und waren auch zum Teil schon im Improhotel auf Mallorca u.a. mit Ralf Schmitt.

10. Über welche Homepage und welche soziale Netzwerke ist sie erreichbar?

Unsere Homepage: www.ionen-berlin.de
Wir sind auch zusätzlich mit einer Seite auf Facebook vertreten: https://www.facebook.com/ionenberlin

11. Werden Mitspieler gesucht?

Spieler momentan nicht. Wir haben uns nun gut zusammengefunden und sind mit 9 bzw. 10 Spielern auch ausreichend besetzt. Wen wir gerne in unserer Mitte willkommen heißen würden, wäre ein Pianist, der uns kontinuierlich begleitet und mit uns durch die Szenen schwirrt.

12. Kann man die Gruppe für Events buchen und welche wären das?

Ja. Wir haben schon Geburtstage mit einem Auftritt abgerundet und auch Firmenfeiern.

Auf der Bühne

Impro auf dem Performing Arts Festival

BERLIN – Seit Montag läuft das Performing Arts Festival in Berlin. An mehr als 50 Spielstätten und Veranstaltungsorten präsentiert das Festival die Arbeiten und künstlerischen Positionen der Freien Szene. Am kommenden Wochenende wird Berlin zum Schmelztiegel der freien darstellenden Künste: Drei Tage lang werden dann in der ganzen Stadt rund 120 Theater-, Performance- und Tanzproduktionen gezeigt. Selbstverständlich gibt es dabei auch improvisiertes Theater! Hier unsere Funde im Programm:

Women on a Mound Goes Comedy

Dieses Projekt von Nicole Ratjen in Zusammenarbeit mit Summer Banks geht den Fragen nach: Welche Frauen möchten wir auf der Bühne sehen? Warum tauchen immer wieder ähnliche weibliche Figuren auf? Was passiert, wenn ein Publikum die Gelegenheit bekommt Frauen auf der Bühne zu gestalten, formen sie gängige Klischees? Vier Frauen sollen ihre Rolle vom Publikum vorgeschrieben bekommen. Im Stil einer Spielshow soll dann der Blick auf Frauen‐Rollen im Comedy und Improtheater gelenkt und das besondere Verhältnis zwischen Bühne und Publikum in den beiden Formaten genutzt werden.

Freitag 27.5.2016, 20:30 Uhr
Damien`s HAUS.92, Sonnenallee 92, 12045 Berlin
Infos: www.performingarts-festival.de/programm/produktionen/women_on_a_mound_goes_comedy_93

Theater ohne Probe: „Im Sinne von Brecht“

Das Theater ohne Probe verbindet mit „Im Sinne von Brecht“ die Mittel des Epischen Theaters mit dem Aktuellen und Interaktiven des Improvisationstheaters. Seit 2013 spielt die Gruppe dieses einmalige Format regelmäßig in der Brotfabrik Berlin.

Samstag 28.5.2016, 20:00 Uhr
Brotfabrik, Caligariplatz 1, Pankow, 13086 Berlin
Infos: www.performingarts-festival.de/programm/produktionen/theater_ohne_probe_im_sinne_von_brecht_95

Variety Café Berlin – Open Stage

Liz Erber, Vorstand des Studio 77 e.V., hat im Oktober 2015 die Open Stage Serie gegründet. Ihr Ziel ist es, eine Plattform anzubieten, auf der Künstler ihre Arbeit öffentlich zeigen können. So soll ein Treffen und Networking zwischen Künstlern ermöglicht werden. Am Sonntag den 29.05. improvisiert im Rahmen der Open Stage Scratch Theater (Robert Rodgers and Javier Avila) neben New Laboratory mit physischem Theater, Musik von Nina Hynes und vielen mehr…

Sonntag, 29.05.2016 21:30 Uhr
K77 Studio, Kastanienallee 77, H.H, 3. O.G., 10435 Berlin
Info: wwww.performingarts-festival.de/programm/produktionen/variety_cafe_berlin

Und wenn wir eine Performance übersehen haben, dann lasst es uns wissen.

Alles zum Festival: www.performingarts-festival.de

Auf der Bühne

Momenta Impro Theater Festival Leipzig

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LEIPZIG – Vom 19.-21. Mai 2016 findet zum zweiten Mal das Momenta Impro Theater Festival International in Leipzig statt. Die Theaterturbine hat sich wieder 5 hochkarätige Gäste in ihr Spielstätte – die naTo – eingeladen, um insgesamt 6 Shows zu präsentieren.

Gäste mit Format

Dabei hat jeder Gast ein eigenes Format im Gepäck, und zum Schluß spielen alle Gästen und die Theaterturbine eine „Impro-Jam Session“.
Stephen Sim (Crumbs, Winnipeg) beginnt am Donnerstag mit „Character Pinball“. Anschließend ist das Format „Und alles drängt zum Leben hin“ unter der Anleitung von Karin Krug (FastFoodTheater München) zu sehen. Am Freitag geht es weiter mit dem „The Stockholm syndrome“ und Helena Lindegren (Stockholm Improtheater) und „Who are you“ – Lee White, was wir schon auf der Impro 2016 erleben durften (Bericht). Am Samstag beginnt Jim Libby (English Lovers, Wien) und bringt sein Format „Radio LUV“ mit, befor die Jam-Session den Abschluß bildet.

Auf Facebook gibt es Momentma Momenta!, hier die erste Episode.

Mehr Informatationen findet ihr unter http://www.momenta-festival.de/

Orte

Interview mit Noah Telson über das Comedy Cafe Berlin

BERLIN – Seit Oktober 2015 gibt es das Comedy Cafe Berlin. Es wird gemeinschaftliche von den Freunden Nina Spiri, Dino Spiri und Noah Telson betrieben. Dan Richter traf sich zum Interview mit Noah und beide Sprachen über ihn, das Comedy Café und vieles mehr.

Dan Richter, Foto: www.danrichter.de

Dan Richter, Foto: www.danrichter.de

Dan: Wie lange wohnst du schon hier?

Noah: Ich wohne jetzt sechs Jahre hier. Aber ich habe in Berlin schon früher gelebt. Ich habe hier die Highschool abgeschlossen. Als ich siebzehn war, kam ich nach Berlin und ging dann an die JFK-Schule nach Zehlendorf. Und dann ging ich in die Uni in den Vereinigten Staaten. Aber ich wollte immer zurück nach Berlin kommen. Und so habe ich mich in ein Masters-Programm eingeschrieben, mit dem ich hierher kommen konnte.

Gute Atmosphäre für kreative Leute

Dan: Warum Berlin?

Noah Telson, Foto: Paul Green

Noah: Es scheint hier eine kreative Energie zu geben, die sehr spürbar ist und die einen an die 70er Jahre in New York und andere Orte in den USA erinnern, die gewissermaßen die kreative und künstlerische Bewegungen hervorgebracht haben. Ich habe den Eindruck, dass das im Moment hier passiert, und irgendwie wollte ich Teil dieser Bewegung sein. Und es ist eine Stadt, die sehr viel Spaß macht. Man kann es sich leisten. So etwas gibt es in den USA überhaupt nicht.

Dan: Du meinst, man kann es sich leisten, wenn man anfangen will, als Künstler zu leben?

Noah: Ja. Das ist der Punkt, den ich meine. Es gibt hier eine gute Atmosphäre für kreative Leute, die Zeit und Raum brauchen, um kreativ zu sein und sich nicht andauernd darüber den Kopf zerbrechen müssen, wie sie ihre Brötchen verdienen. (…)

Dan: Du hast in New York mit Improvisieren angefangen?

Noah: Ja, genaugenommen in New York. Ich ging zur Theaterschule. Ich hatte Theatergeschichte als Hauptfach gehabt und nahm dann an vielen Theaterstücken teil, und einiges davon war Impro. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich so viel wie hier gespielt habe. Als ich nach Berlin kam, habe ich bei ComedySportz vorgesprochen und wurde aufgenommen, und damit bekam ich erstmals richtiges Impro-Training.

Dan: Hast du viel Impro in New York gesehen.

Noah: Na ja. Ich war ein begeisterter Zuschauer von „Who’s line is it anyway“ und diesen Sachen. Von Langform-Impro wusste ich so gut wie nichts oder zumindest nicht, was die Unterschiede sind. Ich habe einiges von UCB (Upright Citizens Brigade) und ihrer Sketch Comedy mitbekommen. Damals wohnte mein Bruder in New York. Ich besuchte ihn und zusammen gingen wir dann zu UCB. Aber selber habe ich dort nicht improvisiert.

Kein Raum und keinen Respekt

Dan: Sprechen wir übers Comedy Cafe Berlin. Auf mich macht es einen gewissen Weiter lesen…

Personen&Gruppen

Rotbäckchen & Rolf

Rotbäckchen & Rolf

Märchenhaft klingt der Name dieser neuen Improtheater Gruppe, so fragen wir nach. Hier die Antworten auf die drängendsten Fragen:

1. Name der Gruppe? (evtl. mit Bedeutung, Motto oder Kampfschrei)

Rotbäckchen & Rolf

2. Seit wann existiert die Gruppe?

erstes gemeinsames Treffen war im Dezember 2014

3. Wo tritt sie vorwiegend auf?

Berlin-Brandenburg – in der Uckermark und in Niedersachsen waren wir auch schon

4. In welchem Abstand finden Auftritte statt?

in unregelmäßigen Abständen

5. Aus wievielen Mitgliedern besteht die Gruppe derzeit?

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Auf der Bühne

Solo-Festival Impro à la carte! in Karlsruhe

Impro a la Carte Festival 2016KARLSRUHE- Im Mai wird das Festival Impro à la carte! ein Wochenende nur mit Solo-Formaten präsentieren.

Die Idee entstand aus der Anfrage von Ben Hartwig, mal eine Gastspiel-Gelegenheit für sein Solo zu bekommen, aber keinen ganzen Abend füllen zu können. Nach etwas Recherche und Anfragen, sind nun insgesamt vier Soloshows bei Impro à la carte! Und damit hat es sich den Namen Solo-Festival durchaus verdient.

Am 6. Mai zeigen drei Spieler ihr jeweils eigenes Solo-Format: Claudia Stump (Für Garderobe keine Haftung, Wiesbaden) mit „Sterntalergeschichten“, Ben Hartwig (u.a. Springmaus, Köln) mit „Grauzone“ und Nicole Erichsen (Stupid Lovers, Bremen) mit „Ich mit mir“.

Am 7. Mai wir Thomas Kreimeyer mit „Kabarett der rote Stuhl“ ein Steh-Greif-Kabarett nach Karlsruhe bringen. Er ist unter anderem Preisträger des Goldenen Kleinkunstnagels Wien 2013 und unterhält sich komplett improvisiert mit dem Publikum und bietet dabei allerbeste Unterhaltung.

Hier geht’s zum Programm: http://impro-a-la-carte.de

Kunst&Handwerk

2. Impromusiker Camp - die Plattform für spontane Musiker

DARMSTADT – Vom 5. bis 7. Mai findet in Darmstadt das 2. Impromusiker Camp statt. Impro-News sprach mit Initiator Stepahn Ziron über das Camp.

Impro-News: Was ist das Impromusiker Camp?

Stephan Ziron, Quelle: www.improworkshop.com

Stephan Ziron: Das Impromusiker Camp ist im Grunde eine Art offene Konferenz oder Barcamp, das ich 2015 ins Leben gerufen habe. Es fand erstmalig in Potsdam statt und 13 Musiker, die mit Improtheatern auftreten, trafen sich zu drei Tagen Austausch unter Kollegen. Das Konzept ist ganz einfach: Die Teilnehmer legen die Themen, Inhalte und Form des Austauschs selbst fest. Das reichte beim ersten Camp von ganz praktischen Übungen, die ausgetauscht und ausprobiert wurden über Techniktalk bis hin zu Harmonielehre. Außerdem probten wir für unser gemeinsames Konzert, das es auch in diesem Jahr wieder geben wird.

Ich bin der Meinung, dass jeder ein Experte für ein oder mehrere Themen ist und etwas beisteuern kann, damit andere Kollegen besser werden und voneinander lernen können. Es gibt ja im Grunde kaum Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich so spezifisch mit Musik im Improtheater beschäftigen. Zumindest nicht rein für Impromusiker. Da liegt der Fokus ja meist auf den Sängern oder Improspielern und der Musiker begleitet den Workshop. Damit Musiker spezifische Themen bearbeitet werden können, habe ich diese Plattform geschaffen.

Impro-News: Warum sollte ein Musiker da mit machen und warum sollte man sich das als Publikum ansehen?

Stephan Ziron: Es ist ein Mordsspaß! Mit so vielen Improtheatermusikern auf einem Haufen zu sein und zu fachsimpeln macht einfach Spaß. Die frische Inspiration für das eigene Spiel ist einfach unbezahlbar. Das kann mir meine Improgruppe in der Form nicht geben. Man spricht eine Sprache und die gilt es weiterzuentwickeln und zu trainieren. Inputs für Szenenbegleitung, Genres, Songgestaltung, Dramaturgie und musikalisches Storytelling sind wichtig, um als Impromusiker nicht stehen zu bleiben, sondern diese spannende Form des Theaters auch von der musikalischen Seite weiter voran zu bringen.

Wir spielen auch dieses Jahr wieder ein gemeinsames improvisiertes Konzert. Das ist nicht nur für uns als Musiker spannend, sondern auch das Publikum ist hautnah dabei, wenn Kompositionen im Moment entstehen, ohne dass sich jemand die Mühe gemacht hätte, vorher etwas aufzuschreiben. Man kann musikalische Impulse wahrnehmen und spüren. Da ist auch immer ein klein wenig Magie, die da zwischen den Musikern entsteht, wenn sie gemeinsam improvisieren. Beim Improtheater spielt die Musik ja eine andere Rolle. Beim Konzert sollen die Musiker im Mittelpunkt stehen und experimentieren.

Impro-News: Warum findet es dieses Jahr in Darmstadt statt und was ist das DingsDA Festival?

Stephan Ziron: Ich wollte das Impromusiker Camp rotieren lassen. Das hat erstens den Grund, dass nicht alle Musiker, z.B. aus Süddeutschland den weiten Weg nach Potsdam machen konnten letztes Jahr und zweitens hatte ich Lust in andere Städte zu reisen und mal rauszukommen, um Kollegen kennenzulernen.

Es fand sich ein Musiker, Johannes Linder aus Darmstadt, der beim ersten Camp zwar nicht dabei war, aber bei mir einen Workshop besucht hatte Ende 2015. Johannes ist Ensemblemitglied bei KurzFormChaos, die erstmalig das DingsDA Improfestival ausrichten. Auch hier wird es ein Barcamp geben, das sich damit beschäftigt, wie sich Improtheater auch in alltäglichen bis professionellen Umgebungen anwenden lässt. Dazu werden neben Improspielern auch Experten aus Wissenschaft, Berufsleben und weiteren angewandten Kunstdisziplinen erwartet. Aber auch Showformate, wie zwei Musikshows, ein Wettkampf der Improvisateuere beim “Game of Krones” oder die “WohnzimmerGeschichten” werden präsentiert. Bei letzteren werden Improshows an den verschiedensten Orten, wie private Wohnungen, Gärten, Garagen zu Bühnen.

Impro-News: Was hast Du gelernt auf dem letzten Camp?

Stephan Ziron: Ich habe viele neue Übungen für die Arbeit mit Improsängern kennengelernt, spannende Aspekte der Harmonielehre und konnte die Erfahrung machen, selbst zu singen, während einmal ein andere Musiker begleitet. Das hab ich sonst ja eher selten. Außerdem habe ich gemerkt, dass die meisten Musiker Langformen und Songs lieber spielen, als Gameshows, in der die Musik oft keine Zeit findet, sich zu entwickeln. Das geht in Soundtracks zu einer Langform natürlich viel besser. Auch hier haben wir über Genre spezifische Musik gesprochen und viel ausprobiert. Ein kleiner Tipp kam von Joe Weis aus Mannheim, der meinte, man müsse im Horrorgenre einfach mal ein Kinderlied in der einer falschen Tonart begleiten. Gruselig.

Impro-News: Was konnte das Publikum erleben, was es sonst nicht gibt?

Stephan Ziron: Wir starteten in Potsdam mit dem spannenden Format “Impropedia”, bei dem ein Experte interviewt wird zu seinem Spezialthema, in diesem Fall war ich der Gast und die Improvisateure spielen inspiriert von dem Gespräch. In unserem Fall waren es dann mehrere Musiker, die spielten. Das Konzert mit allen 13 Musikern war für viele Zuschauer das Highlight, da die meisten nicht glaubten, dass wir wirklich mit so vielen Musikern gleichzeitig improvisieren. Ein sehr abwechslungsreicher Abend, da jeder Musiker ja einen anderen Background mitbringt.

Impro-News: Wann ist das Camp in diesem Jahr für Dich ein Erfolg?

Stephan Ziron: Wenn sich so viele Teilnehmer, wie nur möglich anmelden. Das erhöht die Chance neue Sachen zu lernen, nette Leute kennenzulernen und ein noch spannenderes Konzert zu spielen. Außerdem würde es mich freuen, wenn sich wieder jemand findet, der auch im kommenden Jahr das Camp ausrichtet.

Impro-News: Danke Stephan für das Interview. Alle weitere Informatinen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter: www.improworkshop.com/impromusiker-camp

Auf der Bühne

4. Berliner Impro Marathon – Mach mit!

BERLIN – Ob auf Deutsch oder Englisch, ob Musical oder Drama, ob Frei Schnauze oder nach Regeln, die ganze Vielfalt der Berliner Impro Szene können Fans des Improvisationstheaters geballt an einem Tag erleben. Am Samstag, 23. April 2016, steht das größte europäische Ein-Tages-Impro-Festival in der Brotfabrik am Caligariplatz ganz unter dem Motto „Mach mit!“.
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Ab 18 Uhr zeigen 20 Berliner Gruppen auf vier Bühnen gleichzeitig Improvisationstheater in seinen zahlreichen Facetten. Auf der Hauptbühne wird es dabei ein zehnstündiges Impro-Match geben und auf zwei weiteren Bühnen können Besucher weitere Formate kennenlernen oder ihre Lieblingsgruppe bewundern. Zu ausgewählten Stunden wird das Mitmachen auch für das Publikum möglich und experimentierfreudige Zuschauer können sich dann auf die „Open Stage“ wagen und gemeinsam mit den Spielern des 4. BIM glänzen.

Mitmachen werden auch einige Musiker, ob als Solist oder spontan gegründete Band werden sie die Impro-Darsteller unterstützen oder sich auch mal ohne die Spieler musikalisch austoben. Eine Bühne widmet sich ausschließlich improvisierten Songs und Musik.

Für internationales Flair sorgen die Berliner Gruppen „Good Luck, Barbara“ und „Improfusíon“, die lieber auf Englisch und Französisch improvisieren. Darüber hinaus sind auch spanische Improkünstler eingeladen. Dieses Jahr improvisieren die Künstler zehn Stunden lang bis 4 Uhr morgens. Anschließend gibt es für Besucher und Schauspieler eine After-Show-Party bis zum Sonnenaufgang.

Schau- und spiellustige Besucher können dabei sein, wann sie wollen. Ein spontanes Vorbeischauen für zwei Stunden ist genauso möglich wie ein stundenlanges Begleiten oder den gesamten Impro-Marathon durchzuhalten. Mitmachen lohnt sich, denn es gibt auch wieder tolle Preise zu gewinnen.

Karten sind im Vorverkauf erhältlich unter www.berliner-impro-marathon.de oder direkt in der Brotfabrik.