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Termine Berlin

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Personen&Gruppen

Interviews mit Judith Breemer und Sven Lanser über das Impro Amsterdam Festival

Impro Amsterdam FestivalAMSTERDAM – Bei der Impro Amsterdam 2015 haben wir zwei Mit-Organisatioren zum Festival befragt.

Sven Lanser – Night Mayor und kommender Artistic Director

Sven Lanser ist einer der beiden Night Mayors und der kommende Artistic Director. Wir sprechen mit ihm über die Aufgaben als Nacht-Verantwortlicher und was es für das Festivalgefühl bedeutet. Ebenso fragen wir Sven nach seinen Visionen für das Festival im nächsten Jahr.

Judith Breemer – PR- und Marketing

Judith Breemer ist seit 3 Jahren die PR- und Marketing-Verantwortliche für das Amsterdam Impro Festival. Wir sprachen mit ihr über die Aufgaben bei einem Festival. Zur Sprache kamen auch die Arbeit der ganzen Unterstützer, Trailer, täglichen Illustrationen und vieles mehr.

Auf der Bühne

Premiere: Brot & Spiele Ein Abend – zwei Shows

BERLIN – Am heutigen 12. Februar 2015 hat die Veranstaltungsreihe “Brot & Spiele” im BühnenRausch Berlin Premiere. Unter der Organisation und Moderation von Anne Auentrieb und Emilia Meincke werden monatlich zwei Gruppen eingeladen und diese präsentieren ihre Formate.

Inhaltlich will “Brot & Spiele” von Langformaten, Musikshows, Kammerspielen bis zu Drei-Aktern alles bieten, Hauptsache es ist improvisiert. Jeder Abend bietet also eine Auswahl aus der Vielfalt des Improvisationstheaters. Das Publikum hat die Möglichkeit, gleich zwei Gruppen spielen zu sehen. Jede Gruppe gestaltet eine Hälfte des Abends (40-50min). Sie stellen ihre Formate vor, wagen Experimente oder entwickeln live auf der Bühne Neues.

Die heutige Premiere steht unter dem Motto: Impro braucht keine Einheitssprache. In der erste Show um 19:30 Uhr zeigt Improfusion Berlin deutsch-französisches Improtheater. Der Titel der zweiten Show um 21:00 Uhr lautet “Impro aller Babel” – Improtheater auf spanisch, deutsch, englisch, französisch und was uns noch so alles einfällt….

Es sind sowohl Einzel- (8 Euro, ermäßigt 6 Euro) als auch Doppelkarten (12 Euro, ermäßigt 9 Euro) erhältlich.

Weitere Informationen unter: www.buehnenrausch.de/impro_brot

Auf der Bühne

Tim Orr: ein Bild von kalifornischer Impro in Berlin

BERLIN – Nach seinem Gastspiel beim IMPRO Amsterdam Festival besucht der aus San Francisco stammende Tim Orr Berlin. Als Improvisierer und Improtrainer blickt er auf mehr als 25 Jahre Erfahrung zurück. In Berlin unterrichtet er nicht nur sein Format “The Naked Stage”, sondern ist auch in verschieden Shows zu sehen!

Click - Inbal Lori and Tim Orr

Herzzerreißend. Click – Inbal Lori and Tim Orr

Am heutigen Donnerstag präsentiert er im Ratibortheater gemeinsam mit Inbal Lori sein neues Format “Click”. Premiere dieses Formats, bei dem sich die Beiden Fotos vom Publikum zuschicken lassen, war vergangene Woche in Amsterdam. Impro-News berichtete über die sehr sehenswerte Vorstellung!

Am Freitag ist Tim Orr Gast bei Foxy Freestyle. Die Berliner nehmen ihn als Gast in ihre Freitagsshow in der Alten Kantine der Kulturbrauerei mit auf die Bühne. Die experimentierfreudigen Foxys sind versierte Gastgeber und werden dem Langformspezialisten sicher entsprechenden Spielraum geben.

Am Samstag kann man beim Theater ohne Probe Tim Orr in der Late Night Ausgabe von “ToPs und Gäste” erleben. Dieses Format ist eine Mischung zwischen Talk- und Improshow und stellt den Gast in den Mittelpunkt. Wer also mehr über Tim Orr erfahren möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Den Abschluss der Woche bildet am Sonntag die Präsentation seines Formats “The Naked Stage”. In über 16 Stunden Workshop haben Das Theater ohne Probe und die Improbanden mit Tim Orr an diesem Format gearbeitet. Am Sonntag präsentieren beide Gruppen im Bühnenrausch eine komplett improvisierte Langform, die ohne Zeitsprünge sowie filmische Schnitte auskommt und an einem Schauplatz spielt. Eine gewagte Herausforderung für ein größeres Ensemble.

Personen&Gruppen

3 for all - Interview mit dem Langform-Impro-Trio auf dem IMPRO Amsterdamer Festival

3 For All - Talk

DOWNLOAD (44 MB)

Im Rahmenprogramm des IMPRO Amsterdam Festival sprach Rod Ben Zeev mit den drei Mitgliedern von 3 for all. Tim Orr, Stephen Kaerin and Rafe Chase gaben Auskunft über ihre Arbeit und gewährten Einblicke in ihre Entwicklung als Langform-Impro-Trio. Die Aufnahme entstand als Live-Mitschnitt des Podiumsgesprächs.

Auf der Bühne

Amsterdam Improfestival - Anachronistisch, Abgebildet, Angelegt

switch to english versionvon Thomas Jäkel und macro:

AMSTERDAM- Der Freitag (30.01.2015) in Amsterdam stand im Zeichen des Jubiläums und lieferte unfreiwillig Einblicke in die Entwicklung von Impro. Er bot aber auch Neues und experimentelles – ein Festivaltag voller Unterschiedlichkeiten.

Die alten Zeiten in der Festival Anniversary Show

Zwanzig Jahre Festival kann man nicht ohne eine Geburtstagsshow begehen! Um diese zu feieren, luden sich die Organisatoren von IMPRO Amsterdam den Gründer des Festivals André Bessling ein, um als Gastgeber dieser Geburtstagsshow zu fungieren.

Amsterdam Festival Anniversary Show - Bierdeckel

In den Anfängen war das Festival stark auf Theatersport ausgerichtet, weil diese Form Anfang der 90er Jahre die Improlandschaft in Amsterdam dominierte. Somit gab es auch zum ersten Mal in all den Showabenden eine Erwärmung mit dem Publikum, in dem André Bessling Aus-einem-Mund-Sprechen mit den 250 Zuschauern initierte, was interessant war. Danach gab er einen Einblick in die Entstehung des Festvials, beispielsweise, dass die ersten Ideen in einer Bar auf einem Bierdeckel niedergeschrieben wurden. Diesen Bierdeckel zeigte er und ließ das Geschehen nachspielen.

So schritt die Show voran und die Zuschauer bekamen dargestellt, wie andere Länder Impro spielten oder auch was für absonderliche Games in der Zeit auf dem Festival vorgestellt wurden: Barfuß mußte das Festivalensemble das Game “Mausefalle” spielen, in dem die Spieler mit geschlossenen Augen eine Szene improvisieren, in der gespannte Mausefallen auf dem Boden liegen. Die Zuschauerreaktionen waren enorm, wenn ein Zeh einer Falle nahe kam – inhaltlich braucht aber zu dieser Szene nichts gesagt zu werden.

Amsterdam Festival Anniversary Show - Mausefalle

Und das war leider das Problem dieser Show. Die Spieler*innen schienen verkrampft und von den Vorgaben uninspiriert. Die Moderation bot wenig Hilfe, es fehlte sichtbar der Kontakt. Lediglich in einigen Momenten, in denen sie sich lösen konnten, fanden sie zum Glanz und der Spielfreude der letzten Tage zurück. Improtheater hat sich weiterentwickelt und die Jubiläumsshow zeigte, wie gut das ist. Die Diskussionen der letzten Tage auf dem Festival gingen nicht um Games und deren Variationen, sondern es wurde über Schauspielkunst, Inhalte und Kommunikation mit dem Publikum gesprochen. Und auch das zeigte diese Show, IMPRO Amsterdam hat es verstanden sich weiterzuentwickeln. Alles Gute und bitte weiter so!

Click – wenn Bilder 1000 Worte sagen

Mit Click bot das IMPRO Amsterdam Festival auch eine Weltpremiere. Inbal Lori (Israel) und Tim Orr (USA) bespielten als Vorgaben Fotos, die ihnen das Publikum zugeschickt hatte. Doch bevor das Publikum durch lautes Rufen das erste Bild aus den 30 Einsendungen auswählen durfte, forderten Inbal und Tim zum Schwur auf. Sie ließen schwören, dass niemand sie für etwaige missfallende Interpretationen der Fotos verantwortlich machen würde.

Click - Inbal Lori and Tim Orr

Und dann Click! Das erste Foto erschien auf Weiter lesen…

Allgemein

Amsterdam Improfestival – History, Hip Hop, Hallelujah

von Thomas Jäkel und macro:

AMSTERDAM- Der Donnerstag (29.1.2015) des 20. International Improvisation Theater Festivals Amsterdam hielt experimentelle Formate bereit.

Timelapse – Vorgaben aus dem Raum und der Zeit

Impro Amsterdam - Timelapse

Die erste Vorstellung des Abend gehörte mit Timelaps wieder dem Festival-Ensemble und begeisterte mit historischem Inhalt, spielerischen Leistungen und einem effektvollen Format. Die Verantwortung für die Show trug Rafe Chase von BATS Improv und 3 for all aus San Francisco, der in einer 90 minütigen Probe das Format mit dem Ensemble erarbeitet hatte.

Angekündigt war ein Einblick in die Geschichte des Compagnietheater, in dem alle Shows des IMPRO Amsterdam Festivals stattfinden. Die erste Überraschung war, dass das klassizistische Gebäude, 1792-1793 als protestantische Kirche erbaut wurden war, unter Auflage der Stadt, kein äußeres Zeichen wie Turm oder Kirchenglocken zu verbauen, die es als Gotteshaus erkennen lassen. Ausgehend von diesen historischen Häppchen wurde nach einem Zeitpunkt wärend der Kirchennutzung gefragt und einem dazugehörigen Ereignis. Die Inspiration war “1918” und “flu” (Grippe) die dann zu einer Szene in der Kirche während einer Grippewelle führte.

Zurückgehend in der Zeit wurden dann zu weiteren Nutzungen des Grundstücks, als Irrenanstalt und Stadtmauer Vorgaben eingeholt, die zu zwei Geschichten führten: dem Ausbruchsversuche zweier Frauen aus der Anstalt und dem Wunsch eines Stadtwachen in die Neue Welt auszuwandern. Diese drei über Jahrhunderte getrennten Handlungsstränge entwickelten sich parallel weiter, in dem abwechselnd zwischen ihnen hin und her gesprungen wurde. Das anfänglich klare Schema wurde aber zum Ende gebrochen, in dem alle drei Handlungen gleichzeitig bespielt wurden, ohne sich wirklich zu berühren. Wie drei Folien sah man das Ende der drei Handlungen übereinander, was sie plötzlich auch thematisch zu verbinden schien.

Das formal überraschende am Format gab aber auch in den lang entwickelten Szenen den Improvisierer*innen des Festivalensembles die Möglichkeit, tief in ihre Charaktere einzusteigen. Jeder spielte nur eine Rolle und wusste diese mitunter schmerzlich weit zu entwickeln. Das Zusammenspiel von Nicole Mischler, Anja Boorsma und Stephen Kearin war wie aus einem Guss und auch die Gebrochenheit der Beiden Anstaltsinsassinnen wurde berührend von Inbal Lori und Maria Peters dargestellt. Timelapse – ein echtes Festivalhighlight.

Milly Can Rap – Don’t talk, rap it!

Milly Can Rap

Ryan Millar und Trent Pancy haben einiges gemeinsam: sie kommen aus Nordamerika und leben in Europa (Amsterdam und Tampere), lieben Langform Improvisation und Freestyle Rap. Mit dieser Einleitung – natürlich gerapt, ging es los. Die beiden befragten eine Zuschauerin – die als Landschaftsarchitektin Gärten für Alzheimerpatientin gestaltet. Das sorgte für eine spontan gesungene Lobpreisung und lieferte gleichzeitig etliche Spezifika für die dann direkt anschließende Show.

Mehrere Geschichtsstränge wurden jeweils in Zweierszenen begonnen, die sich nach und nach verknüpften. Das wirklich spezielle daran war der intensive Einsatz eines der fünf Elemente von Hip Hop – dem Rap. Dabei übernahm einer der beiden das Beatboxing – also die Rhythmusmaschine mit dem Mund und der andere reimte in passendem Sprechgesang. Die Songs dehnten dabei nicht nur den Moment aus, um Gefühle zu verdeutlichen sondern wurden auch zum Storytelling verwendet. Ebenso war nicht zwingend nach einem Lied die Szene zu ende, sondern es wurde nahtlos weiter gespielt. Zu Initialisierung benutzten die beiden unterschiedliche Methoden – start des Beatboxing, wiederholen eines Satzes oder beginn von Reimen und rhythmisierter Sprache. Somit konnte jeder den jeweils anderen auch zu einem Song herausfordern. Die Bandbreite ging dabei von Balladen bis hin zu sehr schnellen Passagen. Und sie benutzten keinerlei Ghettoslang, sondern rappten wirklich Geschichten in dem jeweiligen Charakter.

Das Duo überzeugte durch sehr große Spielfreude und geistige Wendigkeit. Beide sind sehr charmant – was eine wirkliche Freude beim Zusehen ist. Da lassen sich leichte Unstimmigkeiten der Geschichte einfach übersehen, denn die Spielfreude springt einfach über. Das Format wurde von einem Klavierspieler begleitet, was für mich verzichtbar wäre. Ich könnte mir das mit Turntablism (DJing – ein weiteres Element des Hip Hop) auch sehr gut vorstellen. In jedem Fall ein Hey! Ho! auf Milly Can Rap.

Soundorganismen vom Genetic Choir

Der Genetic Choir aus Amsterdam brachten eine Soundmaschine als Bühnenformat in den Late Night Slot. Die 6 Spieler formten aus mit dem Mund erzeugten Soundstücken improvisierte Soundteppiche. zu Beginn waren sie sitzend zwischen dem Publikum getarnt und nahmen zufällig entstehende Geräusche wie husten und Knarzen auf, um damit dann durch Wiederholung und Modifikation zu Musik zu kommen. Ein Paradigma der Gruppe ist “Alles ist Musik oder kann zu Musik werden”. Später werden Soundvorgaben auch vom Publikum eingeholt.

Der Name Genetic Choir kommt daher, das sie Musik zerlegen in einzelne Musik-Gene oder Bits – ähnlich wie den genetischen Code – und diese zu neuen Gebilden zusammensetzen. Die Zusammensetzung wie auch die Pausen und das Ende wird von dem Organismus selbst entschieden, es gibt keinen Dirigenten oder abgesprochene Zeichen. Das Ganze war durchaus interessant anzuhören. In Workshops habe ich solche Übungen schon öfter gemacht, auf der Bühne aber noch nie gesehen. Schön das auch für so eher Experimentelles Raum beim Improfestival Amsterdam ist.

Allgemein

Amsterdam Improfestival - Beerdigung, Babylon, Bad Boys, Bewegung und Brot

switch to english versionvon Thomas Jäkel und macro:

AMSTERDAM – Der Mittwoch (28.01.2015) des 20. International Improvisation Theater Festivals Amsterdam versprach eine große Bandbreite an Shows und Showformaten. Auf dem Programm stand neben einem Talk gleich zum Beginn zwei sehr unterschiedliche Formate, an die das Ensemble präsentierte.

The Wake blickt zurück

Mit The Wake eröffnete das Ensemble die Abendshows um 20 Uhr. Das Setting ist eine Beerdingung – und zwar die des Hauptcharakters, welchen das Publikum aussuchte. Die Wahl fiel auf einen arroganten Fleischer, der seine Familie tyrannisierte. Die Trauergäste saßen um eine große Tafel, erfragten ihre Erinnerungen und spielten diese dann in Rückblenden, die bis hin zum Eingeständins führten, dass der Tod ein Rachemord war.

Vielleicht führte die Einseitigkeit des Hauptcharakters, der von Torgny Gerhard Aanderaa wirklich als ein vollwertiges Arschloch gespielt wurde, dazu, dass man etwas das Interesse am Toten verlor und ganz einverstanden war, dass er nicht mehr lebte. Leider war nach 35 Minuten Schluss und der Punkt, dass der eingenstandene Mord niemanden zu schockieren schien, hätte gut der Auftakt eines abendfüllenden Stückes sein können.

Translation übersetzt nicht wörtlich

Warum das von Randy Dixon entwickelte Festivalformat Translation heißt, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Die Idee ist es Improspieler*innen aus aller Welt konsequent in ihrer Sprache miteinander spielen zu lassen. Das führt unweigerlich zu einer babylonischen Sprachverwirrung, die man eher Lost in Translation nennen sollte. Auf der Bühne und zum Zuschauen bringt diese Beschränkung der Kommunikation aber unheimlich viel Spaß.

Besonders viel wurde natürlich gelacht, wenn zum Beispiel das Niederländische Publikum den einen Teil der Unterhaltung verstand, aber die Reaktionen in Philipien oder Hebräisch einfach nicht passten. Das wunderbare aber an Translation ist, dass es die Improvisierer*innen zu einer ausdrucksstarken Körperlichkeit zwingt. So fanden immer wieder Inbal Lori und Nils Petter Mørland zu rhythmischen und stark bewegten Sequenzen zusammen, die man sonst selten sieht. Und Translation gab noch einen wunderbaren Einblick in die kulturell unterschiedlichen Spielweisen.

3 for all – Road to Neverland

3 For All
Der Headliner des Abends war zweifelsfrei das in San Francisco beheimatete Trio “3 for all“. Mit Rafe Chase, Tim Orr und Stephen Kearin standen 19 Jahre Impro als Trio auf der Bühne und diese Eingespieltheit sah man den dreien an. Im Stile eines Films der 40er Jahre spannten sie eine Geschichte mit vielen Bad Boys, deren einzige Vorgabe der Titel war. Zu Beginn ließen sie zwischen den Vorschlägen aus dem Publikum Yesterday, Tomato und Road to Neverland abstimmen, wobei letzteres erwählt wurde – aber die anderen beiden Titel fanden später auch Eingang in den Abend.

Ausgehend von einer harmlosen Verkaufssituation entwickelten sie eine Geschichte um Verrat, Entführung und Misstrauen deren Verwicklungen am Ende so umfassend wurden, dass sie diese in einem Traum auflösten. Doch auch hiermit gaben sie sich nicht einfach zufrieden, sondern sprangen zum Anfang zurück und deuteten an, dass nun der Alptraum wahr werden könnte. Dieses Motiv, dass sie sich als Improvisierer nicht mit der einfachen Lösung zufrieden geben, sondern stets noch etwas weiter gingen, bestimmt ihr gesamtes Spiel. Weiter lesen…

Auf der Bühne

Amsterdam Improfestival - Action, Fristronaut und Dachterasse

switch to english versionvon macro und Thomas Jäkel:

Impro Amsterdam FestivalAMSTERDAM- Das 20. International Improvisation Theater Festival Amsterdam begann nach der Opening-Night am 26.1.2015 mit dem ersten gemischten Tag Workshops und einem dichten Showprogramm. Eröffnet wurde der Abend mit einer Open Stage, durch die Ryan Miller souverän führte.

Action Theater mit Sten Rudstrom

Sten Rudstrom brachte mit sechs Spielern aus dem Festival-Cast und nur einem Tag Vorbereitung Action Theater im Grote Zaal (Großen Saal) des ausverkauften Compagnietheater Amsterdam auf die Bühne. Die Spieler, alle in schwarz gekleidet und barfuß starten ohne Vorgabe. Denn jedes kleinste Detail ist ein Angebot, das vergrößert und von den anderen Spielern gespiegelt zu einer gemeinsamen Dynamik ausgebaut wird. Es entsteht eine sehr physische, fast tanzartige Performance, die wenig Worte oder Sätze beinhaltet. Gesprochene Wörter werden wiederholt und dekonstruiert, bis daraus eine neue Inspiration erwächst. Drei Faktoren bestimmen die Ästhetik: Raum, Timing und Komposition.

Die Spieler – neben Sten Rudstrom waren auf der Bühne Anja Boorsma, Nicole Mischler, Camilla Frey, Nils Petter Mørland, Rafe Chase und Stephen Kearin – zeigten dabei, wie wenig Sprache notwendig ist, um berührende Geschichten zu erzählen und starke Bilder zu erzeugen. Eine durchweg spannende Show.

Improv Comedy mit Ma & Pa

Illustration zur Show mit Ma & Pa von Nike Rijsterborgh / www.nikerijsterborgh.nl

Sehr gegensätzlich ging es weiter – Maria Peters & Pippa Evans als Duo Ma & Pa bekannten sich zu ihrer Leidenschaft viel zu reden und deshalb Impro zu spielen. Als Ausgangspunkt ließen sich die beiden Spielerinnen aus London zwei Worte geben, die zu einem Smashword kombiniert wurden – Astronaut und Frisby ergaben den Fristronaut. Die beiden plauderten ausgehend davon über Anekdoten aus ihrem Leben, die dann als Inspiration für die folgenden Szenen dienten.

Für die relativ kurzen Szenen schlüpften sie in überzeichnete Charaktere und starteten mitten in Situationen mit hohem Einsatz. Die Komik entwickelte sich durch Schlagfertigkeit, Mut zur Hässlichkeit und markige Aussagen. Relativ oft wurde das ausloten der Tiefen jedoch durch ein Lied der beiden vorzüglichen Sängerinnen vorzeitig abgekürzt. Von so starken Spielerinnen wünscht man sich noch mehr Mut zum Risiko. Jedoch das Publikum hatte sicht- und hörbar sehr viel Spaß an Ma & Pa.

The Naked Stage mit Tim Orr

Tim Orr (BATS Improv, San Francisco) entwickelt seit 15 Jahren an dem Einakt-Format The Naked Stage. In einem Intensivworkshop hatte er mit The Dutch Collective an diesem Format gearbeitet. Im Nachtprogramm gab es nun die Premiere für die 5 Spieler*innen aus Amsterdam, die gemeinsam mit Tim Orr auf der Bühne standen.

In The Naked Stage findet alles in einer durchgehenden Szene statt. Es gibt keine filmischen Schnitte oder Zeitsprünge. Der Raum wird als erstes gemeinsam von den Spielern ausgestattet inkl. Eingängen. Es wurden mehr Vorgaben eingeholt zum Raum, als Spieler auf der Bühne waren, womit der Raum (hier eine Dachterasse mit Sofa, Kühlschrank usw.) zwar gut gefüllt war, damit aber auch eine Herausforderung für das Gedächtnis der Spieler*innen darstellte. Nun entspann sich in dieser festen Lokation das Spiel der Charaktere, die sich dort kennen und mitunter kennenlernen müssen. Tim Orr beschrieb hinterher die Herausforderung des Formats so, dass man die Konflikte nicht setzen, sondern heraufkommen lassen soll.

Von diesen Früchten wollen wir mehr

Das Setting hatte einiges an dramatischem Potential, denn ein Graffiti an der Wand vermerkte, das Bart dort gewesen war. Die Spieler*innen bedienten diese Vorgabe auch dramatisch mit einer unglücklichen Liebesgeschichte und Barts Selbstmord vor Jahren, wegen eben dieser. Jedoch schien das nicht wirklich zwischen die lebenden Charaktere zu kommen und man wünschte sich noch etwas mehr Zeit als die 40 Minuten, um die weitere Entwicklung der Geschichte zu verfolgen.

Die Herausforderung eine Langform an einem Ort zu spielen ist sehr interessant und verlangt das Training anderer Impromuskeln, als man sie gewöhnlich nutzt. Die tiefere Entfaltung vielschichtiger Charaktere ist hier aber der Lohn und von diesen Früchten wollen wir gern mehr kosten!

Auf der Bühne

Amsterdam Improfestival mit Impro-News.de

Impro Amsterdam FestivalAMSTERDAM – Nun schon zum 20. Mal findet das International IMPRO Amsterdam Festival statt. Zu diesem Jubiläum ist Impro-News.de vor Ort dabei und wird in den nächsten Tagen fleißig berichten.
Das Festival beginnt heute am 26.1. und geht bis zum 31. Januar 2015. Zum Festival-Cast gehören Spieler*innen aus den USA, den Philippinen, Norwegen, Großbritanien, Israel, Deutschland und den Niederlanden. Hier gibt es als Vorgeschmack den Festivaltrailer mit Hüftschwungmusik.

Alle Informationen zum Festival gibt es auf der Webseite www.impro-amsterdam.nl

Auf der Bühne

Improliga Hamburg gestartet

Improliga HamburgerHAMBURG – Im Januar ist die 1. Saison der Improliga Hamburg gestartet. Mit dabei sind 9 Teams: Lütt un Lütt, Steife Brise, Leistenbruch, Impromptü, Anne Bille, Stadtgespräch, Zuckerschweine, Das Elbe vom Ei und die Impro-Gang. Gespielt wird im Modus jeder gegen jeden. Der Sieger erhält 3 Punkte, der Verlierer 0. Pro Abend treten 2 Teams gegeneinander an. Das ergibt stolze 36 Impro-Shows, die bis in den August vorgeplant sind. Am Ende gibt es einen stylischen im Sportstil gehaltenen Pokal.

Improliga Hamburg PokalAuf der Webseite improliga-hamburg.de sind neben den Ergebnissen und der aktuellen Tabelle auch Infos zu den Gruppen enthalten – vorbildlich direkt verlinkt ins Impro-Wiki, das auch offizieller Supporter der Hamburger Improliga ist.

Mehr Infos unter improliga-hamburg.de oder auf der Facebook-Seite.
Wir wünschen spannende Spiele.