Wie kommen die besten Lacher zustande? Dadurch, dass eine großartige Verbindung auf logischer Ebene hergestellt wird oder aber eine große Enthüllung auf emotionaler Ebene stattfindet. — Del Close
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BERLIN – Seit Jahren sind sie aus der europäischen Improszene nicht mehr wegzudenken: die CRUMBS.
Kaum eine Gruppe hat wohl soviele Improgruppen in Deutschland und Europa besucht. Im Laufe der zweiten Herbsttournee, der insgesamt 14. ihrer Europa-Tourneen, wird nun Steve Sim, um es mit seinen Worten zu sagen: ALT. Und was macht man zu Geburtstagen? Man lädt Freunde ein und feiert.
Die Gorillas freuen sich sehr, diese Feierlichkeit im Ratibor-Theater ausrichten zu können und laden zu einer ganz besonderen CRUMBS-Show ein, in deren Rahmen neben Stephen Sim, Lee White und DJ Hunnicutt auch Jacob Banigan von der kaum weniger bekannten Rocket Sugar Factory aus Österreich mit auf der Bühne steht. Um (mit) Stephen Sim zu feiern.
Wann: Donnerstag, 11.10.2012, 20.30 Uhr Wo: Ratibor Theater, Cuvrystr. 20a, 10997 Berlin Wie: In englischer Sprache Karten: 16/13/10 Euro
Bestellung über www.die-gorillas.de oder 030/6186199
BERLIN – Die Sufferettes (Kayla Lorette und Becky Johnson aus Toronto) setzen als Prämisse ihrer Improvisationen zwischen Comedy und Theater das Leben mit Leiden gleich. Derzeit sind sie in Deutschland auf Tour – wie auch die CRUMBS, die ebenfalls Experten sind, wenn es um das große Thema „Leiden“ geht. Dass alle vier dabei urkomische Charaktere schaffen, deren Geschichten zugleich berühren und unterhalten, ist eine weitere Parallele zwischen den Duos. Im BühnenRausch trifft das Quartett am 5. Juni in einer Weltpremiere auf der Bühne aufeinander, lotet diese Parallelen aber auch Unterschiede aus und bietet damit einen unvergesslichen Abend kanadischer Improkunst. Mitten in Berlin.
Dienstag, 5. Juni um 20 Uhr im BühnenRausch, Erich-Weinert-Str. 27 in Prenzlberg.
Karten kosten 16 Euro, erm. 10 Euro. Vorbestellung wird dringend empfohlen…
Hinweis: Wir wurden gebeten darauf hinzuweisen, dass dieser Artikel ohne Mitarbeit von Lee White / den CRUMBS verfasst wurde. Die beiden bitten um Beachtung der Tatsache, dass es sich bei der vorgestellten “Philosophie der CRUMBS” lediglich um eine Interpretation durch den Autor handelt. Er hat in seinen Ausführungen eigene Gedankengänge eingebracht, die nicht notwendigerweise die Sicht der CRUMBS wiedergeben.
Lee White erklärt in einem viertägigen Workshop in Berlin das existentialistische Improvisationstheater der „Crumbs“;
von Peter Nitsch:
Crumbs Archivbild, Foto: Marco
Es ist ganz am Ende der vier Tage mit Lee, dass er die Erfahrung der seit 1997 als „Crumbs“ auftretenden Stephen Sim und Lee White in eine Prämisse für die Teilnehmer seines Workshops kleidet: Geh‘ Deinen Weg und folge Deinem Herzen, auch wenn die Mandarine Deiner Zunft das, was Du tust, für falsch und wertlos halten, keinen Markt für Deine Leistung sehen und Dir dringend raten, die Dinge so zu tun, wie sie sie lehren.
Es gibt Leute, die die Crumbs für die Weltmeister des Improtheaters halten. Und es ist interessant zu erfahren, dass man das beim „Loose Moose Theatre” in Calgari/Kanada, dem Zentralorgan des Improvisationstheaters nach Keith Johnstone, vor 15 Jahren anders gesehen hat, bevor die „Crumbs“ mit ihrer spezifischen Langform eines existentialistischen Improvisationstheaters weltweit erfolgreich geworden sind. Heute sind sie Handelsreisende einer „Church of Improv“, die ihre zur Tragödie neigenden Schmuddelkinder zunächst gar nicht wollte. Vielleicht mussten sie nach Europa gehen um für ein Langform-Format Anerkennung zu finden, das den Zuschauer auf eine emotionale Berg-und-Talfahrt mitnimmt und ihn kurz hintereinander mit Spass und Comedy unterhält und zu Mitleid mit den Figuren rührt.
Die Crumbs-Philosopie
Im Ausgangspunkt ähnelt die Philosophie der „Crumbs“ buddhistischer Weltanschauung: im menschlichen Leben ist das Leiden unausweichlich. Es gibt entweder zuviel oder zuwenig. Menschen sehnen sich nach dem, was nicht da ist und verlieren den Geschmack an das, was sie haben. Buddhisten vermuten die Erlösung in der Auflösung des Ego und ersehnen das Aufgehen im Nichts. Alle Existenz ist ewige Wiederkehr, nur im leer werden kommt der Mensch dort an, wo er sich hin sehnt. Mithin geht es auch bei den Crumbs um das Leiden der (häufig nur zwei) Figuren auf der Bühne aneinander, die sich in eine emotionale Eskalation hineinsteigern, an deren Ende jede Figur in einem anrührenden Monolog ihre Träume und Sehnsüchte darstellen und dem Gegenüber Mitfühlen und Verständnis Weiter lesen…
BERLIN – So richtig viel Platz gab es am Dienstagabend, dem 27.03. nicht in der Werkstatt von Burkhard Freutel, dem Gestalter des Ratibor-Theaters. Mit ca. 15 Gästen, sowie dem Ensemble bestehend aus Lee White (CRUMBS/Winnipeg), Tomaz Lapajne (Kolektiv Narobov/Ljubljana), Davide Arcuri (Teatribu/Mailand), Erkan Uyanıksoy (Istanbulimpro/Istanbul), Robert Munzinger (Gorillas/Berlin) und Evren Gülseven (Istanbulimpro/Istanbul) an der Gitarre sowie natürlich Burkhard Freutel selbst, war es eng, aber gemütlich. Bereits vor der Show versuchten sich die Improvisateure ein wenig mit der Werkstatt und ihrem Interieur vertraut zu machen, wobei der Versuch von Tomaz Lapajne eine gebrochene Sonnenbrille zu reparieren leider scheiterte. Das allerdings, wie es beim Impro sein soll, mit Freude.
Werkstatt-Impro oder Impro-Werkstatt?
Work&Result Foto: Philippe Schumann
Ziel der Show sollte es sein, ein neues Impro-Format in der zweiten Hälfte live entstehen zu lassen. Doch das war gar nicht nötig, denn von Beginn an war das neue Format bereits geboren. Zu Beginn hatte Burkhard „Burki“ Freutel etwas Zeit über die Werkstatt, ihre Entstehung und ihre Besonderheiten zu erzählen. Dabei kamen nicht nur interessante Details über einige Werkzeuge und Gegenstände, sondern auch über ihn selbst zum Vorschein, so dass die Werkstatt immer mehr eigenen Charakter bekam. Mit dem Slogan der Werkstatt „Alles Denkbare ist auch machbar“ nach A. Einstein und der Offenbarung warum Burki diese Werkstatt so gern hat: „jede beschissene Idee kann man hier verwirklichen“, war auch schon klar, warum gerade hier Impro gespielt werden sollte.
Das bis dahin schon längst gefesselte Publikum bekam wenig später die ersten Szenen des Ensembles zu sehen, in welchen sich die Improvisateure von verschiedensten Elementen der erzählten Geschichten und der „Requisiten“ der Werkstatt inspirieren ließen. Zusammen mit dem Publikum konnten so einige wichtige Fragen des Lebens beantwortet werden. Zum Beispiel die in einer schönen Szenen mit der neuen Berufsgilde der „Schildhalter“ in einem wunderbaren Lied verpackte Antwort: gebraucht zu werden, nützlich zu sein!
Neues Impro-Format?
Work&Result, Foto von Philippe Schumann
Bevor der leider relativ kurze Abend mit einer überzeugenden Science-Fiction-Geschichte endete, wurde allerdings noch schnell in einem Figurentheater geklärt, warum der Weihnachtsmann beziehungsunfähig ist und in welchem Zusammenhang das mit seiner Werkstatt steht.
Wo ist jetzt das neue Format geblieben? In der Werkstatt von Burkhard Freutel! Denn nur hier kann dieses Format bestehen. Es ist unwiderruflich mit „Burki“ und seiner Werkstatt verknüpft und kann nicht wiederholt werden. Genau das hat diesen Abend aber auch so einzigartig schön gemacht!
BERLIN – In den letzten zehn Jahren haben sich die kanadischen „Crumbs“ in die Herzen der Berliner improvisiert. Von hier erweiterten sie immer mehr ihren Aktionsradius und sind inzwischen wahrscheinlich das erfolgreichste Ensemble in Europa. Und so ist es kein Wunder, dass sich bei ihrem Auftritt im Heimathafen Neukölln am Montag die halbe Berliner Improszene die Klinke in die Hand gibt. Anfänger, Laien, Profis, jeder ist hier, weil man weiß, hier ist bestaunenswerte Improvisation garantiert. Ihr guter Ruf eilt ihnen so weit voraus, dass sie schon ihr Auf-die-Bühne-Kommen lässig zelebrieren, wie der späte Elvis.
The Crumbs Foto: macro
Zwei Vorschläge aus dem Publikum: „Geburt“ und „Surfen“ (obwohl wir natürlich wissen, dass die Crumbs auch ohne auskommen würden) inspirieren die beiden zu zwei szenisch abwechselnd gespielten Langformen: Einer tragischen Story um ein Paar, das mit dem Kinderkriegen hadert, nur um dann, als sie sich dazu durchgerungen haben, festzustellen, dass die Frau unfruchtbar ist. Die andere Geschichte verhandelt die Beziehung eines begnadeten Surfers und einem Jungen, der sich vom Außenseiter zum Helden mausert.
Mit jeder Show, die ich von den Crumbs sehe, wächst meine Achtung vor ihnen. Diesmal hat es mir die Einfachheit ihrer Szenen angetan. Alles fügt sich organisch. Nichts wirkt ausgedacht oder konstruiert. Und wenn die Story im düstersten Abgrund gelandet ist, und man sich fragt, wie die beiden da noch das Steuer rumreißen wollen, tun sie es mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die in der Improvisation ihres gleichen sucht. Für eine Langform bemerkenswert: Jede Szene hat ihren Wert, keine dient lediglich nur als Baustein für einen Plot. Das Publikum dankt es den beiden von Herzen: Alle fünf Minuten donnernder Szenenapplaus.
The Crumbs Foto: macro
Manchmal hört man hier und da unter Improvisierern, die Crumbs hätten wieder mal „nur ihre Show“ gespielt. Sicherlich zählen die beiden nicht zu den Form-Avantgardisten. Sie spielen comedy-angereicherte Melodramen, die DJ Hunnicut vielleicht manchmal etwas fett emotional doppelt. Aber das hat Chaplin auch getan, und wer hätte ihm das vorwerfen wollen? Improvisierer, schaut euch die Crumbs an! Lernt von ihrer Leichtigkeit. Lernt, dass man etwas zu sagen haben sollte. Lernt, dass es darauf ankommt, wie man es sagt. Von den Crumbs lernen heißt improvisieren lernen.
BERLIN – Es leuchten ja viele helle Sterne am Himmel der IMPRO12, doch manche lassen sogar das Publikum erstrahlen. So lautete zumindest das Versprechen des kanadischen Impro-Trios „The Crumbs“ für ihre Show „Your 15 minutes of fame“. Um das Publikum besser einordnen zu können, forderten Steven Sim und Lee White gleich zu Beginn das stehende Publikum auf: „Everyone ever having earned a cent with Imrov, sit down please!“ Auf diese Weise wurde weiter ausgesiebt, sodass am Ende nur noch ein gutes Dutzend Improunerfahrener stand. Für jede der kurz darauf beginnenden Szenen suchten sich die Crumbs eine freiwillige Person und eine Vorgabe.
Nach den ersten Szenen über eine warmherzige Professorin, über das einsame Leben im Wald und über den Gegensatz zwischen verkopfter Theorie und “einfach machen”, gewann das Publikum immer mehr an Vertrauen. Die Crumbs führten ihre Hauptakteure gekonnt mit Witz und Charme durch Geschichten von den ganz großen Gefühlen. Sie erzählten von Pedro und seiner dramatischen Familienzusammenführung, über die unerfüllte Liebe zur Yogalehrerin, über Zootiere, die über die Welt grübeln und über mögliche vorherige Leben als Wüstentier. Die Zuschauer machten dabei Bekanntschaft mit großen Genies, Kindern des Glücks, hoffnungslos Verliebten und flirtenden Supermarktverkäufern.
„Nein, da habe ich keine Lust drauf!“
Obwohl einige der spontan auf die Bühne gesprungenen es den Crumbs nicht ganz leicht machten und auch öfters mal ein bei Impro-Anfängern nicht zu vermeidendes „Nein, da habe ich keine Lust drauf!“ mit auf die Bühne brachten, wurde es nie langweilig. Für Improspieler war es spannend zu sehen, wie Steve und Lee die Szenen voranbrachten und ihre Mitspieler gut aussehen ließen: Konsequentes Akzeptieren, kleinste (auch unbewusste) Angebote aufnehmen und groß machen, die Szene auf die Beziehung zwischen den Figuren lenken und Emotionalität ausspielen. Die Crumbs verstanden es wie keine anderen, ihren eigenen Humor und ihre Spielfreude einzubringen und dabei den Fokus trotzdem den vielleicht an diesem Abend neu entdeckten Improvisateuren zu überlassen. Dass nicht jeder der Bühnengäste an diesem Abend gänzlich ohne Improerfahrung war, war wohl nicht ganz zu vermeiden, denn im rappelvollen Ratibortheater war die Berliner Improszene gut vertreten.
Keiner der insgesamt zehn Freiwilligen wird es wohl bereuen an diesem Abend mit den ganz Großen der Improwelt auf einer Bühne gestanden zu haben. Sie alle ernteten tosenden Applaus für ihre Darbietungen.
The Crumbs: v.l. Stephen Sim, DJ Hunnicut, Lee White
BERLIN – Am Donnerstag, 10.11.2011 spielen die Crumbs in Berlin eine gemeinsame Show mit den Gorillas.
Vielleicht auch ganz interessant: Ab Ende November spielen die Gorillas Freitags und Samstags jeweils um 17.00 Uhr eine zusätzliche Gurke-Banane-Show. Sehr familienfreundlich oder auch für das gemeinsame After-Work-Erlebnis.
Am 21. und 22. März spielten die Crumbs im Rahmen des IMPRO 2011-Festivals im English Theatre. Als Inspiration für die beiden Geschichten wählten die Crumbs den kanadischen Autor George F. Walker. Typisch für ihn ist ein negativer Held, der nichts lernt.
Beide Shows wurden mit einem Monolog des Helden eröffnet, der Mist gebaut hatte und jetzt in der Tinte sitzt. Dies beiden Monologe sind hier zu sehen. Außerdem die Szene der beiden skurrilen Bösewichte. Und eine besonders vielschichtige Szene zwischen dem kriminellen Polizisten und seiner schwangeren Frau.
The Crumbs: v.l. Stephen Sim, DJ Hunnicut, Lee White
BERLIN: Am kommenden Mittwoch (01.06.2011) beschließen The Crumbs mit einem Auftritt in der Alten Kantine ihre Europatour. Die beiden Kanadier werden Gäste von Foxy Freestyle sein. Beide Gruppen stehen nicht das erste Mal gemeinsam auf der Bühne und so kann man sich besonders auf eine Langformen-Show freuen, auf die sich beide hervorragend verstehen.
Wer noch Karten braucht, kann diese an der Abendkasse erstehen, sie ist ab 19:15 geöffnet. Beginn 20 Uhr, Eintritt 10,-/erm. 6,- Euro in der Alten Kantine,Kulturbrauerei.
Impro-News wird selbstverständlich auch vor Ort sein und diesmal erstmals in größerer Runde.
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