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Die deutschlandweit bekannte Improvisationstheatergruppe Springmaus ist seit 1982 mit diversen Ensembles in ganz Deutschland unterwegs. Comedians und Kabarettisten wie Dirk Bach, Bernhard Hoëcker, Tetje Mierendorf und Ralf Schmitz haben ihre Karriere als Ensemble-Mitglied der Springmaus begonnen.
Casting am 30.09./01.10.2012 in Köln
Für neue Projekte in 2013 sucht das Springmaus Improvisationstheater talentierte Schauspieler und Pianisten mit Gesangs-, Improvisations- und Comedy-Talent. Erfahrungen als Schauspieler, Sänger und/oder Improvisationskünstler sind von Vorteil. Bewerbungen mit Foto und Vita für das Casting bitte bis zum 01.09.2012 per Mail an springmaus@hpr.de
Alle Bewerber erhalten bis zum 15.09.2012 Rückmeldung zu der eingereichten Bewerbung.
BERLIN – Das Bonner Improvisations-Ensemble Springmaus gilt mit seinen fast 30 Jahren(!) als die älteste Impro-Gruppe Deutschlands. Obwohl das Ensemble in dieser beachtenswerten Zeit natürlich öfters gewechselt hat, weckte diese Ankündigung einige Erwartungen an den Auftritt am 29. März 2012 im Rahmen der IMPRO 2012. Die Show im Mehringhoftheater begann mit einer Animation des Publikums mit brunftschreienden Männern und stöhnenden Frauen, was schlimme Befürchtungen bezüglich des weiteren Verlaufs des Abends in mir hervorbeschwor.
Foto: Sören Boller
So verging die erste Hälfte mit bekannten und bewährten Theatersportspielen mit viel Publikumsbeteiligung. Die Springmäuse spielten den ersten Kuss eines Zuschauerpaares nach, ließen sich von zwei „Marionettenspielern“ aus dem Publikum bei einem ersten Date an den Fäden ziehen und sangen viele Songs in allen nur denkbaren Situationen. Dabei bemerkenswert, dass die Springmaus das Publikum wirklich forderte und unorthodoxe Vorgaben bevorzugte. So begnügten sich die Spieler in einer Genre-Switch-Szene mit nicht weniger anspruchsvollen Genres als einer chinesischer Oper, Kafka und Star Trek. Auch beim Gesang durfte es dann gleich mal der gregorianische Choral sein, der – genauso wie alles andere was die Springmäuse darboten – mit einer solchen Authentizität gesungen wurde, als wenn sie es schon 1000-mal gemacht hätten.
Überzeugende Charakter-Arbeit
Foto: Sören Boller
Nach der Pause sollten die „sportlichen“ Games einem zusammen mit Michael Wolf (Gorillas/Berlin) entwickelten Regieformat weichen. Dabei schlüpfte jeweils ein Schauspieler in die Rolle des Regisseurs, um je eine bewegende Liebesgeschichte zu inszenieren, die dann im Publikumsentscheid gegeneinander bestehen musste. Obwohl von den Regisseuren gelenkt, wurde an entscheidenden Wendepunkten der Geschichten immer wieder geschickt das Publikum miteinbezogen. Besonders berührt zeigte sich das Kreuzberger Publikum von der Figur „Kalle“, einem Neuköllner Klein-Ganoven, der sich unsterblich in eine bürgerliche Kunstliebhaberin verliebt hatte, ihr später aus dem Knast verhilft und letztendlich doch mit ihrem Mitbewohner das Weite suchte. Insbesondere die höchst unterschiedlichen und allesamt zu Ende gedachten Charaktere der zweiten Hälfte verliehen diesem Abend einen bei Impro-Shows nicht immer selbstverständlichen Tiefgang, der in keinster Weise zu Lasten des Amüsements ging. Fazit: besonders wertvoll!
MÜNSTER – Hier der Hinweis auf ein kleines Video vom Impro-Marathon in Münster vom vergangenen Wochenende. Zu sehen gibt es ein paar Freeze-Tags und anschließend je ein Spiel aus dem Match “Placebotheater vs. Springmaus”.
Gute Videos von Shows im Netz sind rar. Umso mehr habe ich mich gestern gefreut, als ich die Mitschnitte eines Auftritts vom Springmaus Improtheater auf deren Homepage gefunden habe. Denn Springmaus ist nicht nur eines der ältesten Improtheater Deutschlands (gegründet 1982 in Bonn – vielleicht ist das sogar das erste in Deutschland gewesen?), sondern sicherlich auch das mit den bekanntesten ehemaligen Ensemble-Mitgliedern. Dirk Bach, Bernhard Hoëcker, Tetje Mierendorf und Ralf Schmitz spielten am Anfang ihrer Karriere bei der Springmaus!
Die Mitschnitte sind vom WDR aufgenommen und haben damit echte Fernseh-Qualität. Springmaus selber erfüllen auch die RTL Samstagabend Comedy Norm. Da wird das Ganze auch für den Gelegenheits-Improspieler interessant, denn man kann die Springmäuse in verschiedenen Improspielen sehen – und dabei von den Profils lernen. Denn die beherrschen ihr Handwerk offensichtlich auf ziemlich breiter Front: Gute Beats, hervorragende Bühnenpräsenz, klasse Zusammenspiel, guter Gesang, sichere Genrebeherrschung, …
Das was dann dabei herauskommt ist dann allerdings für meinen Geschmack auch etwas glatt, gag-fokussiert und hinterlässt teilweise den Eindruck, als wäre es schon hundertfach gespielt und nur in Nuancen variiert. So eine Art Hollywood-Impro: Alles richtig gemacht, aber im Ergebnis etwas leblos. Aber das ist sicher Geschmackssache. Jeder bilde sich seine eigene Meinung und nehme sich seine eigenen Anregungen mit, denn in Sachen Impro-Technik kann man da sicher einiges lernen.
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