Warum die Impronale einfach großartig war

ein persönlicher Rückblick von Marco:

volles Impro-Haus bei der Impronale, Foto: Markus Scholz, www.marsfoto.de

Die Impronale 2011 in Halle ist vorbei. Was bleibt sind viele großartige Erinnerungen und einmalige Erfahrungen für über 70 Improspieler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Ein verlängertes Wochenende lang drehte sich für die Teilnehmer wieder alles ausschließlich um Improvisation: Intensive Workshops, neue Improspieler kennenlernen, alte Bekannte wieder treffen, gemeinsam hochkarätige Impro-Shows besuchen und zusammen feiern bis zum Morgen.

Quizshow mit Gorilla, Foto: Markus Scholz, www.marsfoto.de

Immer wieder bin ich erstaunt von der Energie und Euphorie, die ein solches Festival bei den Teilnehmer zu erzeugen vermag. Entscheidend hierfür ist sicherlich das Gefühl, gemeinsam etwas Neues zu entdecken, alte Grenzen zu überwinden und frische Perspektiven auszuloten. Und hierzu boten die angebotenen Workshops reichlich Möglichkeit, da sich die Themen praktisch vollständig außerhalb des Impro-Mainstreams bewegten. Erstaunlich alleine schon, welch vielseitiges Spektrum angeboten wurde. So wurden die Grundlagen der Clown-Improvisation vermittelt, Studien zur Themenwelt, Sprache und Storyline der Sturm- und Drangzeit mit Goehte und Schiller getrieben, zu verschiedenen Musik-Genres improvisiert, die eigenen (Impro-)Schwächen gnadenlos konfrontiert und Wege gesucht, Geschichten nicht zu erzwingen sondern aus dem entstehen und organisch wachsen zu lassen, was bereits auf der Bühne vorhanden ist.

Präsentation des Clowns-Workshops, Foto: Markus Scholz, www.marsfoto.de

Ein wunderbarer Einfall des Impronale-Teams sind dabei die seit drei Jahren stattfindenden Workshop-Präsentationen am Sonntag Morgen. Jeder Workshop-Leiter erläutert dabei die Grundthesen des vorangegangenen Workshops und die Kursteilnehmer liefern eine Kostprobe aus der jeweiligen Arbeit in Form einer kurzen Szene. Dadurch werden die Themen, die man bislang nur aus den Workshop-Ankündigungen und dem intensiven Austausch bei Frühstück, Mittagessen und Party mit Teilnehmern anderer Kurse kannte, lebendig und erfahrbar. Der Eine oder die Andere hätte vermutlich am liebsten gleich am folgenden Wochenende mit einem der anderen Kurse weitergemacht. Außerdem gibt es natürlich gruppentechnisch kaum einen besseren Abschluss, als eine gemeinsame Show mit fast allen Festival-Teilnehmern auf die Bühne zu bringen.

Workshop-Impressionen, Foto: Markus Scholz, www.marsfoto.de

Und dann sind da natürlich noch die abendlichen Shows. Handverlesen vom Impronale-Team und immer mit dem Anspruch, die Möglichkeiten von improvisierten Theater experimentell auszuloten. Vorgeführt in einem perfekten Rahmen (die Stadt Halle bietet hierfür drei optimal ausgestattete Bühnen…) vor einem kritischen Fachpublikum. Die eher wenigen externen Zuschauer müssen sich ein wenig ausgeschlossen fühlen, wenn die Impro-Gemeinschaft lebhaft diskutiert, was genau das gespielte Format ausmacht, wie man das in eigene Shows einbauen kann oder warum es vielleicht doch nicht so ganz funktioniert hat. Sicherlich gibt es keinen Spieler, der die 5 angebotenen Shows angeschaut hat, ohne neue Inspirationen und mit Ehrfurcht vor den vielfältigen Möglichkeiten, die das moderne Improtheater jenseits von den klassischen Improspielen bietet, mit nach Hause zu nehmen. Und da die jeweiligen Darsteller auch als Workshopleiter oder bei den Parties Teil der „Familie“ sind, hat jeder die einmalige Möglichkeit, sich direkt mit den kreativsten Köpfen der europäischen Impro-Szene direkt auszutauschen.

Katja und Franka, Foto: Markus Scholz, www.marsfoto.de

Vielen, vielen Dank an Katja Blüher und Franka Söll vom Kaltstart e.V., die dieses Event zusammen mit vielen Helfern jetzt bereits zum 9. Mal auf sehr perfekte und vor allem super sympathische Art organisiert haben! Auch vielen Dank an Marcus Scholz für die tollen Fotos von Workshops und Aufführungen!

Mein Fazit? Nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein!

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