IMPRO 2018 – Role Models

Impro 2018 - Role Models
(v.l.n.r. Kaspars Breidaks, Antonio Vulpio, Heather Urquhart, Roko Crnić)

BERLIN – Am 18.03.2018 war tagsüber im Pfefferberg das Festivalensemble bei “Role Models” zu erleben. Im Rahmen des Festivals IMPRO 2018 stellten die 28 Spieler*innen aus den 28 EU-Staaten in je 15 Minuten eine Künstlerin oder einen Künstler ihres Landes mit einer für sie großen persönlichen Bedeutung vor. Die Wahl der Art der Präsentation blieb dabei bewußt offen. Das zahlreiche Publikum vor Ort konnte sich zwischen gleichzeitig stattfindenden Performances entscheiden. Als Zuschauer*in hatten wir das Privileg, uns sehr nah um die Performer*innen zu gruppieren.

Es wurde in der Tat sehr vielfältig. Heather Urquhart (UK) veranschaulichte mit einem kleinen Spiel, das bei Abfragen berühmter Personen oft Männer in unseren Köpfen auftauchten. Sie entschied sich deshalb für Emmeline Pankhurst, die für das Wahlrecht der Frauen kämpfte. Nach ihrem Motto “I’d Rather Be A Rebel Than A Slave” konnte das Publikum sich zu “rebelischen Akten” oder positiven Gesten verpflichten.

Kaspars Breidaks (Lettland) erzählte von der singenden Revolution und mit einer rührenden persönlichen Geschichte über den berühmten Komponist und Pianist Raimonds Pauls unterstrich er, wie viel Emotion in Musik steckt.

Roko Crnić (Kroatien) erklärte Schritt für Schritt mit den Instrumenten, wie der Musiker Darko Rundek futuristische Klangteppiche erzeugt und ihn damit sehr inspirierte.

Julie Doyelle aus FrankreichAntonio Vulpio (Italien) erzählte während seiner Performance über den Sänger Luigi Tenco und blaues Wasser, Malcolm Galea (Malta) sprach über seine Großmutter, Julie Doyelle (Frankreich) (unteres Foto – alle Fotos von Macro Fichtner) spielte szenisch eine Prostituierte um 1900, um einen Einblick in die Themenwelten zu geben.

Eine wunderbare Idee solch ein Format!

Fazit: Es ist ausgesprochen inspirierend, eine so große Vielzahl von Geschichten zu erleben und Ansätze sie zu erzählen. Menschen aus allen EU-Staaten zu versammeln und ihre persönlichen Historie kennenzulernen schafft sehr viel Nähe. Es war kein Impro im eigentlichen Sinne, es schwang aber mit. Viel mehr aber erwärmte es das Herz des Publikums und feierte die große Diversität ganz konkret und ohne Pathos. Eine wunderbare Idee! Ein solches Format wünsche ich mir öfter.

PS: Ich habe mich natürlich auch gefragt, wen ich vorstellen würde – es wären die Einstürzenden Neubauten. Und mich würde sehr interessieren, wie eure Wahl wäre.

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macro

Mirko 'macro' Fichtner schreibt seit 2011 für Impro-News. Er ist Gründungsmitglied der Improbanden und Mitorganisator des Berliner Impro Marathon. Webseite: macrone.de
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One thought on “IMPRO 2018 – Role Models”

  1. Ich mußte auch erst darüber nachdenken, wen ich als Künstler(gruppe) benennen würde, die mich nachhaltig beinflusst hat. Aber ich konnte mich entscheiden und die Antwort lautet: Duo Sonnenschirm. Niemand sonst hat es so nachhaltig in meinen Sprachverständnis geschafft.
    http://www.duosonnenschirm.de/

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