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Der Impro-Spieler, der keine Geschichte erzählt, ist gefangen in einer Tretmühle, immer einen neueren, besseren Witz zu machen. — Keith Johnstone

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Auf der Bühne

Theatersport-Cup: Eröffnung

Logo Theatersport CupBERLIN – Heute um 20 Uhr beginnt der erste Theatersport Cup mit der großen Eröffnung im Admiralspalast. Am angestammten Platz der „Theatersport Show“ von Theatersport Berlin werden sich gleich 5 Teams auf der Bühne präsentieren: Neben den Veranstaltern Theatersport Berlin und Die Gorillas werden die TheaterTurbine, Rocket Sugar Factory und die Wildcardgewinner Die Verstörten Wunschkinder ihr Können zeigen.

Mittwoch: erstes Match Theatersport Berlin vs. TheaterTurbine vs. Die Verstörten Wunschkinder

Am Mittwoch geht es dann im Mehringhoftheater mit der ersten Vorrunde zur Sache. Es treten gleich drei Mannschaften an und versuchen sich wichtige Punkte für das Finale zu sicher.

Karten für die Vorstellungen gibt es bei der Theaterkasse Hekticket.

Vorgeschmack in Bild und Ton

Die Vorbereitungen für den Theatersport Cup waren vielfältig und so gibt es auch einen Videotrailer:

Es gab bereits verschiedene Interviews im Radio zum bevorstehenden Event zu hören. Hier zum Beispiel bei Radio Eins:

Gespräch mit Karin Werner und Johan Jakob Wurster

Oder bei Radio Fritz unter anderem zur kommenden Berlin Liga:

Jakob Wurster und Michael Schwager über die Berliner Impro-Theater-Liga

Allgemein

IWT-Finale: Verstörende Sieger und wunderbare Verlierer

von Thomas Jäkel:

BERLIN – Am Donnerstag Abend entschied sich im restlos ausverkauften Bühnenrausch das Impro Wildcard Turnier. Angetreten waren die Verstörten Wunschkinder (zwei siegreiche Matches) gegen Notausgang (ein Sieg und ein Unentschieden).

Nach über zwei Stunden ging ein fairer, unterhaltsamer aber auch aufregender Wettstreit zweier Mannschaften zuende, die trotz des verlockenden Preises viel Freude am miteinander Improvisien hatten. Die zwei Wunschkinder Alex und Dominik spielten in ihrer offenen und ungestümen Art auf, von der sich aber Emilia und Georg von Notausgang nicht einschüchtern ließen. Am Ende lagen die Wunschkinder aber mit 13 zu 11 knapp vorne und konnten ihren Sieg kaum glauben.

Als Moderator des Abends hatte ich auch einen Einblick in die Kabine und die Stimmung, die dort vor der Show, in der Pause und nach der Zugabe herrschte. Sie war zu jeder Zeit mehr als sportlich fair, sie war freundschaftlich und es war mein größtes Geschenk des Abends, als die “Verlierer” den “Siegern” gleich um den Hals fielen um ihnen zum Sieg zu gratulierten.

Bei all der Organisation und Vorbereitung war meine größte Sorge immer, dass der spielerische Wettstreit ernste Konkurenz hervorbringen könnte. Besonders im Finale, wenn der Sieg zum Greifen nah scheint. Doch dem war nicht so und damit war für mich das Finale ein Sieg – deshalb möchte ich an dieser Stelle den vier Spielern des Abens danken, auch wenn ich kurz davor stand Punkte abzuziehen.

Doch Dank gebührt noch mehreren Leuten:

Los geht es bei den Moderatoren, die sich auf das Wagnis Wildcard Turnier einließen: Danke an Dominik Schäfer, Stephan Ziron, Ilona Lentz und Jörg Zander.

Ich möchte auch den Gruppen danken und hier besonders deren Terminkoordinatoren, die während der Organisation viel Geduld bewiesen und spontan zu Veränderungen und Zugeständnissen bereit waren. Denn 11 Mannschaften terminlich so schnell unter einen Hut zu bringen, geht vielleicht nur  mit Improgruppen, die spontan Ja! sagen können.

Mein Dank gilt aber natürlich auch den Veranstaltungsorten wie dem Amphitheater im Monbejou Park, dem Grünen Salon, dem Zimmer 16 in Pankow, dem Theater Verlängertes Wohnzimmer, dem Laika Neukölln, der Brotfabrik und dem BühnenRausch. In allen Veranstaltungsaorten waren, so weit ich weiß, die Gäste willkommen und z.B. auch unsere Werbung. Vom BühnenRausch möchte ich Karin hier namentlich danken, denn sie hat nicht nur Termine ermöglicht sondern auch gute Ideen und Hinweise zum Ablauf und Organisation gegeben und war von Anfang an von der Idee begeistert.

Mein Dank gilt auch Marco Rosenwasser, der die Projektkoordiantion zum Theatersport Cup inne hat und am Donnerstag den Siegern persönlich die Wildcard übergab. Er konnte auch für alle Wildcard-Mannschaften vier Freikarten für die Theatersport Cup Eröffnung im Admiralspalast organiseren – Danke!

Und nicht vergessen möchte ich Marco Brüders, ohne den im Hintergrund so manches nicht möglich  gewesen wäre!

So, nun aber genug gedankt.

Was hat es gebracht

In den letzten Tagen konnte ich zurückblicken und ein kleines Resümee ziehen. Was hat das Impro Wildcard Turnier nun gebracht?

1. Geb es eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von theatersportlichen Wettkämpfen, in denen es nicht nur um die Unterhaltung der Zuschauer ging. Meine Hoffnung ist, dass sich daraus vielleicht bessere Abstimmungsmethoden ergeben und erkannt wird, dass wir eine/n “Kunst/Sport” betreiben, der Zuschauer braucht. Es wird sich nicht real messen lassen und daher sollten wir entspannter mit solchen Veranstaltungen umgehen.

2. Sicher hat das Turnier auch etwas Furcht mitgebracht: Das schnelle Improtheater mit seinen Games rückte in der letzten Zeit sehr in den Mittelpunkt, ganz besonders hier bei uns auf Impro-News. Das ist richtig, aber es braucht keiner zu befürchten, dass wir nicht auch weiterhin an allen Formen interessiert sind. Vielleicht schafft es gar die ein oder andere Gruppe, ihre besonderen Formate in die Matche zu schmuggeln. Das würde mich freuen.

3. Meinem Gefühl nach sind die Berliner Gruppen mit dem Turnier etwas mehr zusammengerückt. Es spielten Gruppen miteinander, die vielleicht nie auf den Gedanken gekommen wären, solch ein Experiment zu wagen. Das fand ich großartig und ich denke, dass auch die Fans davon profitieren. Den Gruppen die nicht mitspielen wollten oder konnten möchte ich aber sagen, dass wir an allen interessiert sind und Impro-News weiterhin jedem offen steht.

4. Wir haben gezeigt, dass es eine riesige Menge improvisiertes Theater in Berlin gibt und ich hoffe sehr, dass dies nur ein weiterer Schritt dazu war, mehr gemeinsam zu versuchen.

5. Ich wurde inspiriert und ich denke auch andere. Zum Beispiel durch solche Herausforderungen wie:

Die beste Szene mit der schönsten Berührung.

Die beste Szene mit einem Cliffhänger.

Die beste Szene die mit einem Kuß endet.

Die beste Szene mit der schönsten Trennung.

Die beste Szene mit einer großen Überraschung im Leben eines/r Beamten/in

Auf der Bühne

IWT: Spielbericht und Kommentar zum Punktspiel: Die Unverhofften vs. Die Verstörte Wunschkinder

von Sonja Dif:

BERLIN - Ein lauschiger Abend, es ist ein Hauch von Sommer zu erahnen. Langsam füllt sich das LAIKA in der Emser Straße in Neukölln. Hier und da ein freudiges Hallo, die Impro-Szene versammelt sich zum Punktspiel. Kurz vor Acht strömen alle auf ihre Plätze. Ich bewundere das Lichttableau des Technikers, hier kommt heute Musik raus. Ich bin fasziniert. Ziemlich pünktlich betritt Thomas Jäkel, der Moderator des Abends, die Bühne und wird von einem gut gelaunten Publikum begrüßt.

Er erklärt die Regeln: Maximale Punktzahl sind 24. In Summe natürlich. Jede Mannschaft hat die Möglichkeit in 6 Spielen 18 Punkte zu holen. Bei Gewinn einer Szene gibt es drei Punkte, bei Verlust einen Punkt und beim Unentschieden zwei Punkte. Zusammenfassen heißt das, wir bewegen uns in der Range von 18:6 und 6:18, in jedem Fall jedoch 24 Gesamtpunkte. Nachdem der Moderator noch erklärte, dass es für Beleidigung, Missachtung des Moderators, mutwillige Störung der Mannschaften sowie erkennbar geprobten Spiels Punktabzüge gibt, wurde das Spiel eröffnet.

Unter großen Jubel betraten die Mannschaften die Bühne. Die Unverhofften spielten in der Besetzung Ilona Lentz und Martin Wilke, die Verstörten Wunschkinder schickten Sascha Spremberg und Dominik Wirth auf die Bühne.

Gut gelaunt ins Match

Nach Ablegen des feierlichen Schwurs ging es in die Aufwärmrunde. Wir sahen einen gut aufgelegten Toaster, bei dem beide Mannschaften die Chance nutzten zu spielen, so dass der Toaster in einem Massentoastbrot landete.

Dann ging es in die erste Herausforderung: Die Verstörten Wunschkinder (VWK) forderten die Gastgeber zur besten Szene – Kategorie Fantasy heraus. Die VWK legten auch fulminant los zur Vorgabe „magischer Würfel“. Wir sahen eine Zweier-Synchro als Ritter/Knappe-Szene gespielt. Mit viel körperlichem Einsatz spielten die VWK die Synchro auch geich für die unterstützenden Spieler der Unverhofften mit. Technisch hervorragend gespielt, machte diese Szene viel Laune und war ein guter Opener.

Die Unverhofften antworteten mit einer gereimten Szene in der Mariella Hase aus Pforzheim im Park auf ihren Lover trifft. Schöne Reime mit abwechselnden Dialogen wurden mit Jubel belohnt. Da hätte es der Entschuldigung, dass es sich vielleicht nicht reimen muss, nicht bedurft. Und eine persönliche Anmerkung der Reporterin, niemand sollte sich auf der Bühne im Vorfeld für etwas entschuldigen, einfach machen und gut…

Die Abstimmung zeigt hier dann auch ein ausgeglichenes Bild, 2:2 stand es nach der ersten Herausforderung.

Den Fokus wieder freigeben

In der Herausforderung II waren es dann die Unverhofften als Gastgeber, die zur besten kitschigsten Szene forderten. Die Gastgeber erhielten als Vorgabe „Horror auf der Alm“. Mit zwei wunderschön angelegten Charakteren entwickelte sich eine Liebesszene in ein düsteres Szenario, toll supported von den VWK mit Geräuschen. Das Publikum johlte. Die Szene endete in einer wilde Knutscherei, wobei offen blieb, ob das Liebespaar nun wirklich dem Ende entgegen sehen muss.

Diese Szene wurde grandios unterstützt von den VWK. Für meinen Geschmack darf der Unterstützer allerdings nicht vergessen, wem die Szene gehört und sollte den Fokus wieder freigeben. Hier taten VWK einen Tick zuviel.

Die VWK antworteten mit einer Soufleusen-Szene und holten sich zwei Publikumsakteure auf die Bühne. Es ging um ein Klärwerk, in dem Dominik als Klärwerk-Putzer das Setting setzte. Sehr schön gespielt, denn er brauchte nicht ein Wort dafür. Nach Ablegen der anfänglichen Scheu der Publikumsspieler, sahen wir ein gut gelauntes Spiel welches in Wirrungen und Irrungen endete.

Bei der Abstimmung zeigt sich dann, dass die VWK ihren Fanblock etwas stärker mobilisieren konnten, denn sie gewannen dieses ausgeglichenes Duell und gingen mit 5:2 in Führung. Der Moderator hätte hier ruhig beherzt einen Punkt abziehen können, für die „Regelverletzung – Grobes Stören der Mannschaften“, denn der Fokusklau in der Horrorszene wäre nicht notwendig gewesen.

Im gemeinsamen Spiel sahen wir das Beziehungsquadrat: Die Vorgaben lauteten: Neid, Riechsalz, 12 Uhr mittags und Jens. Wir sahen ein buntes Potpourrie mit schönen Figuren und temporeichen Spiel. Es wurde geboxt, mein Haus, Auto, Garten beneidet, Namensfindung einer Schwangeren beleuchtet und duelliert. Hier sahen wir in einem sehr schönen Charakterspiel Martin und Dominik. Dominik konnte sich nicht entscheiden zu schießen, während Martin den lässigen Provozierer gab und dann einfach kurzen Prozess machte, nachdem Dominik zu lange zögerte. Ein schneller schmerzloser Impro-Tod ist doch immer wieder schön zu sehen auf der Bühne.

Auf in diesem ausgeglichenen Duell lagen die VWK eine Nase vorne und gewannen auch dieses Spiel und bauten ihre Führung auf 8:4 aus. So ging es in Pause.

Nach der Pause

Die VWK forderten Herausforderung III zur „besten Szene im Shakespeare-Stil bzw. einer künstlichen Sprache“. Die VWK wählten als Spiel den Fast Replay und schafften es eine sinnlose Nullszene zu spielen in der eine Depesche an Obama oder dem Dalai Lama geschickt wurde, eine Luftpumpe zum Einsatz kam und die USA lebte.

Die Szene wiederholte sich nun 30 und 15 sec. Dieses Spiel zeigte, dass Absurdes sich super eignet für das Fast-Replay, denn die letzten 15 sec. waren lustig, herrlich abgedreht und schön energetisch. Das Publikum belohnte die Szene mit Lachsalven. Hier ließen die VWK auch eine ihrer Stärken aufblitzen, die eindeutig im Gaming & treffsicheres Pointen setzen liegt.

Die Unverhofften ließen sich diesmal nur eine Vorgabe geben. Sie reisten in die „STEINZEIT“. Herrlich spielten sie in den Bewegungen der Neandertaler mit der künstlichen Sprache und beschäftigten sich eingehend mit der Fortpflanzung. Hier flossen sehr schön Charakter, Körperspiel und Erfüllung der Herausforderung zusammen. Dies belohnte das Publikum mit dem Gewinn des Duells und die UV verkürzten auf 9:7.

Mit einem Unentschieden leben können

Nach dem soviel gesprochen wurde forderten die UV mit Herausforderung IV zur „besten Szene ohne Worte“.

Mit Boulangerie als Vorgabe zeigten die UV hier sehr schön auf, wo ihre Stärken liegen. Figurenentwicklung, die das Herz berührt. Ohne viel Hektik, aber mit Liebe zum Detail. Es entwickelte sich die schönste Liebesszene, die sich in einen Werbespot verwandelte. Wunderbar improvisiert unter Einsatz von Mimik, Körper und langsamen Spiel.

Die VWK gingen im „verwunschenen Gartenhaus“ als Diebe zu Werke und begingen den Bruch ihres Lebens. Energetisch exzellent gespielt mit Einsatz von authentischen Geräuschen, wurden die VWK nun ihrerseits toll supported von den UV, die als Paar in diesem Haus lebten. Es gelang den Spielern das Publikum so einzufangen, dass wir selber in dem Haus waren. Glänzende Unterhaltung und dies belohnte auch das Publikum mit viel Applaus. Bei der anstehenden Entscheidung setzten sich hier, mit ganz knappen Klatschern, die VWK durch. Ich hätte auch mit einem Unentschieden leben können. Somit bauten die VWK ihre Führung auf 12:8 aus.

Gewonnen hat in jedem Fall das Publikum

Das letzte gemeinsame Spiel war „Switch & Change“. Dabei handelte es sich um eine Staatsanwalt/Richter-Szene und einem Boykott-Skandal.

Dr. Oetker muss freigesprochen werden, auch wenn der Hefeteig für Randale sorgte, Maggi das Essen auch nicht besser macht und Bestechung nicht immer zum Ziel führt. Ich habe die letzte Geschichte nicht verstanden. Ist auch nicht so wichtig, denn beide Mannschaften spielten mit soviel Spass & Freude, dass die Unterhaltung und Leichtigkeit einen fröhlichen Abend krönte. Das Publikum konnte sich auch nicht entscheiden und so ging das Spiel unentschieden aus.

Mit 13:11 gewannen die VWK. Beide Mannschaften lieferten sich auf Augenhöhe mit ihren Stärken ein spannendes Duell und dem Publikum einen sehr unterhaltsamen Impro-Abend, in dem die Game- und Gagerprobten VWK die Nase ein wenig vorne hatten. Es hätte auch unentschieden ausgehen können. Aber so ist es eben im Spiel, mal verlieren die Anderen, mal gewinnt man selbst. Gewonnen hat in jedem Fall das Publikum. Vielen Dank, bis zum nächsten Mal.

Auf der Bühne

IWT: Letztes Match und FINALE!

Impro Wildcard Turnier PlakatBERLIN – So, das Impro Wildcard Turnier geht in dieser Woche zu Ende. Wer also noch nicht beim Impro Wildcard Turnier war, der sollte jetzt die Chance ergreifen!

Dienstag: Die Flughunde vs. Die Unverhofften

Das letzte #iwt-Match ist ein Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die bei Ihren bisherigen Begegnungen beide knapp nur den “zweiten Platz” mit nachhause nehmen konnten. Beide Mannschaften können also entspannt in die Begegnung gehen und damit verspricht es ein spannender und interessanter Impro-Abend zu werden. Vielleicht zeigen die Unverhofften etwas von ihrer Stärke langformatige Geschichten zu erzählen. Der Abend im Theater Verlängertes Wohnzimmer, der Heimstätte der Flughunde, wird Dominik Schäfer moderiert.

Karten für den Abend gibt es unter: info@die-flughunde.de

Theater Verlängertes Wohnzimmer, Frankfurter Allee 91, Friedrichshain, 10247 Berlin

Donnerstag: Notausgang vs. Die Verstörten Wunschkinder – FINALE

Am Donnerstag (22.09.2011) fällt die Entscheidung. Zwei Mannschaften stehen im FINALE des Impro Wildcard Turniers: Die Verstörten Wunschkinder mit zwei Siegen und Notausgang, mit einem Sieg und einem Unentschieden. Aber es kann nur einen geben und so wird an diesem Abend im BühnenRausch auch bis zum bitteren Ende improvisiert. Durch den Abend führt als Unparteiischer Thomas Jäkel.

Karten im BühnenRausch unter 030/44673264 oder wir@buehnenrausch.de

Auf der Bühne

IWT: Das Wochenende der Entscheidungen?

Impro Wildcard Turnier PlakatBERLIN – Heute und Samstag geht es noch einmal richtig zur Sache. Zwei spannende Matchbegegnungen zum Impro Wildcard Turnier stehen im BühnenRausch auf dem Programm.

Freitag: Die Verstörten Wunschkinder vs. Schmetterlings

Heute (16.09.2011) Abend steht ein spannendes Match auf dem Programm. Im BühnenRausch begrüßen die die Verstörten Wunschkinder als Gäste die Mannschaft der Schmetterlings. Beide Gruppen sind im BühnenRausch beheimatet und damit kann keine der beiden den Heimvorteil wirklich nutzen. Jedoch werden die Verstörten Wunschkinder viel dafür geben, ihren errungen Sieg gegen die Unverhofften in diesem Match zu einem Vorsprung auszubauen. Als Unparteiischer wird Stephan Ziron den Abend moderieren.

Karten im BühnenRausch unter 030/44673264 oder wir@buehnenrausch.de

Samstag: Notausgang – TURBINE WILLIAM wie die Birne

Auch am Samstag (17.09.2011) wird beim Match zwischen Notausgang und Turbine William wie die Birne für wichtige Punkte improvisiert. Turbine William konnte sich bisher auch mit einem Sieg absetzen und so wird die Begegnung mit der jungen Mannschaft von Notausgang sehr spannend. Die Begegnung wird von Jörg Zander moderiert.

Karten im BühnenRausch unter 030/44673264 oder wir@buehnenrausch.de

Nach diesem Wochenende gibt es nur noch am Dienstag und zum Finale am Donnerstag die Möglichkeit, das Impro Wildcard Fieber zu spüren. Also wer bisher noch nicht bei einem Match war, sollte die Chancen nutzen!

Auf der Bühne

IWT: 4 Impro-Matches in 4 Tagen

Jetzt beginnt das dicke Wochenende! Das Impro-Wildcard-Turnier wartet in den nächsten Tagen gleich mit vier Begnungen auf. Los geht es am morgigen Donnerstag mit gleich zwei Punktspielen:

Donnerstag: Changeroos vs. Notausgang und Die Unverhofften vs. Die verstörten Wunschkinder

Ab 20 Uhr treffen am Donnerstag (08.09.2011) im Laika in Neukölln die Mannschaften von Die Unverhofften auf die Verstörten Wunschkinder. Das südlichste Match im Turnier verspricht aus verschiedenen Gründen spannend zu werden: Die Unverhofften spielen vorwiegend ihr Superheldenlangformat und treffen mit den Wunschkindern auf Routiniers, was Impro-Matches betrifft. Durch den Abend wird als Unparteiischer Thomas Jäkel führen.

Karten unter:  www.laika-neukoelln.de oder kulturkosmonauten [AT] gmail.com

Zur gleichen Zeit, aber in der nördlichsten Spielstätte des Turniers, der Brotfabrik Berlin, begrüßen die Changeroos die Mannschaft von Notausgang. Auch hier verspricht es, ein sehr spannendes Match zu werden, das von Dominik Schäfer moderiert wird.

Karten für die Brotfabrik unter Tel: 030/4714001 oder per Mail info [at] brotfabrik-berlin.de

Wir können leider nicht sagen, welches Match sehenswerter sein wird – aber wir wissen, dass man nur eines verpassen sollte!

Freitag: ImproBerlin vs. Die Flughunde

Am Freitag (09.09.2011) steht schon das nächste Match auf dem Plan: Impro Berlin lädt die Mannschaft von Die Flughunde in den BühnenRausch . Für ImproBerlin ist es das zweite Match im Turnier und nach ihrer sehr unterhaltsamen Leistung im Spiel mit Turbine William werden sie nun sicher alles geben, um ihr Publikum zu begeistern.

Karten im BühnenRausch unter 030/44673264 oder wir@buehnenrausch.de

Sonntag: Foxy Freestyle vs. Im freien Fall

Nach einer kurzen Verschnaufpause vom Impro Wildcard Turnier steht dann am Sonntag die Begegnung von Foxy Freestyle mit Im freien Fall auf dem Plan. Beide Mannschaften hatten unentschieden gegen frei.wild gespielt. Nun wird es sich zeigen, ob dieses Sonntagsspiel einen Gewinner hervor bringt oder das Publikum sich erneut nicht entscheiden kann oder will. Los geht es um 20 Uhr und durch den Abend führt Thomas Jäkel.

Karten im BühnenRausch unter 030/44673264 oder wir@buehnenrausch.de

Kunst&Handwerk

Theatersportspiele, aber richtig! - 2. Zettelspiel

von Stephan Holzapfel:

Beim Zettelspiel werden die Zuschauer vorher (z.B. in der Pause) gebeten, auf einen Zettel gut leserlich einen Satz zu schreiben. Diese Zettel werden auf die Bühne gelegt und während des Spiels von den Spielern aufgenommen, vorgelesen und die darauf stehenden Sätze ins Spiel eingebaut.

Das Spiel ist beim Publikum sehr beliebt, selbst wenn es nicht optimal gespielt wird. Es gewinnt aber deutlich bei guter Ausführung.

Sätze wirklich ernst nehmen

Das Wichtigste ist, dass die Spieler die Sätze wirklich ernst nehmen und möglichst überzeugend rechtfertigen, warum sie das gesagt haben bzw. sich wirklich davon treffen und berühren lassen, dass dieser Satz jetzt zu ihnen gesagt wurde. Eine Bemerkung wie „Was du nur immer für einen Unsinn redest“ sollte vermieden werden, da der Satz auf dem Zettel dann abgetan wird und es quasi egal ist, was gesagt wurde.

Die Spieler müssen sich deshalb für jeden Zettel Zeit lassen, um den Satz wirklich in die Szene integrieren zu können. Nicht jeder Satz wird eine gewichtige Rolle spielen können, manche dagegen sollten die Geschichte entscheidend verändern. Ein Streit, bei dem die Spieler sich einfach einen Zettel-Satz nach dem anderen an den Kopf werfen, wird seine Wirkung schnell verlieren.

Natürlich sollten regelmäßig Zettel aufgenommen werden, da das Publikum darauf wartet, aber weniger ist oft mehr.

Es funktioniert gut, wenn die Zettel-Sätze durch „Doppelpunkt-Ankündigungen“ eingeleitet werden, wie z.B.: „Was ich dir schon immer mal sagen wollte:“, „Ich denke gerade daran, was du mir gestern gesagt hast:“, „Du weißt, was mein Problem ist:“, „Seit ich 15 bin, habe ich folgendes Lebensmotto:“ usw.

Was weniger gut funktioniert sind Einleitungen wie „Ich habe das sichere Gefühl, dass…“ Der Satz auf dem Zettel wird dann grammatisch nicht zum Einleitungssatz passen.

Möglich ist auch, sich in Rage zu reden und auf dem Höhepunkt der Erregung dann den Zettel vorzulesen: „Es ist nicht zu fassen, absolut unglaublich, was hier passiert, ich halte es nicht mehr aus und außerdem: (Zettel-Satz)“

Kurze Sätze, deutlich vorlesen

Wichtig ist, dass man erst auf den Zettel guckt, wenn alle Einleitungsworte gefallen sind. Sobald man auf den Zettel blickt, wird der Satz darauf unmittelbar laut vorgelesen. Es muss ganz klar sein, welche Worte vom Schauspieler kommen und welche auf dem Zettel stehen, um den Effekt nicht zu verwässern.

Bittet man das Publikum nicht einfach nur um irgendeinen Satz, sondern um Sätze, die ein Mensch zu jemand anderem sagen kann, wird man mehr Sätze erhalten, die sich gut in eine Szene integrieren lassen. Abstraktere Sätze können natürlich auch ihren Reiz haben, man sollte das Publikum allerdings um kurze Sätze bitten, da solche Sätze stärker wirken und besser zu integrieren sind. Fühlt man sich mit Obszönitäten unwohl, sollte man das Publikum höflich bitten, solche Sätze nicht aufzuschreiben.

Eine vielleicht nicht perfekte, dennoch gelungen Version des Zettelspiels hier von den Verstörten Wunschkindern:

Personen&Gruppen

Verstörte Wunschkinder

Die Verstörten Wunschkinder haben unseren Fragebogen ausgefüllt. Sie sind mit Sicherheit eine der ältesten Theatergruppen in Berlin, die regelmäßig Impro spielen.

1. Name der Gruppe?

Die Verstörten Wunschkinder

2. Seit wann existiert die Gruppe?

Wir sind uralt. Uns gibt’s seit 1989 als Theatergruppe, seit 2005 als Impro-Theater-Gruppe. Drei von uns sind seit Anfang an dabei.

3. Wo tritt sie vorwiegend auf?

Im Theater BühnenRausch (www.buehnenrausch.de), Erich-Weinert-Str. 27, Berlin – Prenzlauer Berg (S+U Schönhauser Allee).

4. In welchem Abstand finden die Auftritte statt?

Im BühenRausch spielen wir immer am 3. Freitag im Monat und auch bei der ÜberRauschungs-Show, die immer am 1. Donnerstag im Monat stattfindet, sind wir stets gut vertreten. Hinzu kommen noch Matches und Festivalteilnahmen.

5. Aus wie vielen Mitglieder besteht die Gruppe derzeit?

Aus neun Spielern (sechs Mädels und drei Jungs) und einem festen Moderator.

6. Wie ist der Hintergrund der Spieler?

Wir haben alle ganz viel studiert. Wir haben Architektur, Chemie, Marketing, Medizin, Sozialarbeit, Psychologie, Pädagogik, Physik und VWL im Angebot. Was darf’s sein?

7. Welche Formate spielt die Gruppe?

Vornehmlich machen wir Theatersport, auch mal längere Formate bis 15 Minuten, aber bislang noch kein richtiges Langform. Aber das wird sich bald ändern!

8. Wo liegen die Spezialitäten der Gruppe?

Wo andere aufhören fangen wir erst an. Ein Problem pro Szene reicht uns nicht, und wenn es dann noch nach einem Lied klingt, kommen wir so richtig in Fahrt. Wir genießen das scheinbare Chaos mit Würde und Gelassenheit, weil wir wissen, am Ende wird alles gut.

9. Welche Lehrer, besondere Erfahrungen, Auszeichnungen hat die Gruppe?

Ob unsere Lehrer und Coaches hier genannt werden möchten, ist fraglich. Für unsere Probenwochenenden und Probensamstage nehmen wir jedenfalls gerne externe Unterstützung dazu. Beim 720-Minuten-Festival haben wir gerade zwei Preise gewonnen und vor allem ganz viel Spaß gehabt.

10. Über welche Homepage und welche sozialen Netzwerke ist sie erreichbar?

Über www.verstoerte-wunschkinder.de und natürlich auf facebook (geht’s noch ohne?). Eine Menge Bilder von gibt’s außerdem unter www.flickr.de.

11. Werden Mitspieler gesucht?

Zur Zeit nicht.

12. Kann man die Gruppe für Events buchen und welche wären das?

Klar geht das, einfach eine Mail an info[ät]wunschkinder.de. Wir spielen da, wo man
Unterhaltung und gute Laune haben will (Geburtstage, Firmenfeiern, Jubiläen etc.).

Auf der Bühne

720 Minuten: Ansichten eines Spielers

von Marco:

Ich berichte heute über den zweiten Teil der “Impro-Matches” im Rahmen des Festivals “720 Minuten” am Freitag den 22.10.2010 im Bühnenrausch. Und zwar aus einer ganz besonderen Perspektive: der eines Spielers auf bzw. hinter der Bühne! Hierbei ist gleich einzuräumen, dass ich nicht alle Szenen des Abends gesehen habe (einige, weil ich hinter der Bühne war, zwei andere, weil ich selber mitgespielt habe). Dafür habe ich aber eins ganz deutlich gesehen und vor allem gehört: das Publikum!

Publikum

Ein ganz großes Lob und Dankeschön an dieser Stelle an die vielen improbegeisterten Besucher, die die ganze Show über für eine einmalige, brodelnde und ausgelassene Stimmung sorgten. So was habe ich bislang noch nicht erlebt!  Angeheizt durch die fantastische Moderation von Dörthe Engelhardt war der Zuschauerraum der 4. Mann in jeder Szene, der jedes kleine Juwel auf der Bühne begeistert mit Wellenpunkten belohnte. Für jeden Spieler ist es ein einmaliges Gefühl, so in seiner eigenen Szene getragen zu werden. Und das merkte man den meisten Szenen dann auch an, denn alle Gruppen legten sich bei ihren jeweils 2 Szenen mächtig in Zeug. Jede Gruppe wählte ihr Lieblingsformat und dabei kam ein bunter Abend zustande.

Alle Spieler auf der Bühne, Foto: Stephan Holzapfel

Moderation

Aber noch einmal zurück zur Moderation: Mir ist mal wieder bewusst geworden, wie wichtig ein solider und energetischer Rahmen für eine Show ist. Das ist wie das Einstellen der Scheinwerfer und das Stimmen des Klaviers: wenn da was nicht stimmt, dann wackelt am Anfang die Szene und man muss sich erst mal hoch arbeiten. Und dann hätte man als Spieler ja gerne noch die Sicherheit, dass kleine Problem wie Zeitüberschreitungen, Themaverfehlungen, Hänger in der Szene sowie die ganze Punkteverwaltung kompetent, fair (im Sinne der Show…) und unterhaltsam gelöst werden. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Diskussionen in vermutlich jeder Gruppe, was denn der Moderator wieder mal falsch gemacht hat… Wenn aber alles stimmt wie am Freitag, dann hat man einen fliegenden Start und fühlt sich von Anfang an wohl in seiner Szene. Nicht sichtbar für’s Publikum aber schon im Vorfeld genauso wichtig: Bei 6 Gruppen mit insgesamt 18 Spielern muss der Moderator auch schon vor der Show dafür sorgen, dass alle mit einer gemeinsamen Idee an die Show herangehen und dass die Organisation stimmt. Leicht gesagt, aber bei so vielen extrovertierten Improspielern eine Aufgabe, die eine gewisse Führungsstärke erfordert. Danke Dörthe! (“5 von 5 möglichen Moderationspunkten und 4 Wellenpunkte” ist meine persönliche Wertung).

Begegnungen

Ein weiterer Aspekt aus Spielersicht bei solch einem Happening ist sicherlich die Begegnung mit anderen Improspielern. Unbeschreiblich die Stimmung in der kleinen Garderobe, wenn 18 nervöse Improspieler – von denen sich einige mehr, andere weniger untereinander kennen – auf engstem Raum zusammenhocken und nicht genau wissen, wie sie die Zeit bis zum Auftritt verbringen sollen, die letzten Taktikbesprechungen abhalten oder noch versuchen, auf “Betriebstemperatur” zu kommen. Oder die After-Show-Party, bei denen auch zwischen Menschen, die sich bislang noch nicht kannten, eine ganz besondere Stimmung herrscht, denn man hat ja gerade zusammen auf einer Bühne gestanden. Improspieler sind einfach die besten Menschen auf der Welt! (das Zitat habe ich von Marshall C. Stern aus seinem Podcast Zenprov geliehen).

Noch mehr Dank

Dank natürlich auch an Gudrun Schlag für die einfühlsame Klavierbegleitung! Und ein ganz großes, nein riesiges Danke an Karin Mietke, die mit dem Bühnenrausch und der Organisation des Festivals erst den Rahmen für diese tolle Woche geschaffen hat und als guter Geist ständig für eine angenehm kreative Umgebung sorgt!

Resultate

Ach ja, gewonnen haben übrigens die Verstörten Wunschkinder mit hauchdünnem Vorsprung von einem Punkt vor den Changeroos. Sieger der Zuschauerherzen wurden Wat’n da los, die den Meistertitel nur wegen Halbierung der Punkte aufgrund Zeitüberschreitung in der zweiten Hälfte knapp verfehlten. Aber eigentlich ist das ja uninteressant – oder? Auf Stephans Show-Video-Seite berlinimpro.de gibt es aktuell bereits Videos vom Festival und demnächst vermutlich auch von den anderen Tagen!

Auf der Bühne

Die ersten Stunden der 720 Minuten

Pokale des 720 Minuten Festival im Bühnenrausch, Foto: Impro-News

Das 720 Minuten Festival des Bühnenrausch erlebte gestern einen fulminaten 3. Abend. Es ging um nicht weniger als den Meister des Abends.
Bereits am Sonntag standen sich sechs Berliner Improgruppen in einem freundlichen Match gegenüber. Das Publikum votierte die Auswahl der Verstörten Wunschkinder und Sonntagsgruppe auf die Plätze 2 und 3. Sieger des Abends wurden die Flughunde, die damit einen der Pokale mit nach Hause nehmen durften.

Der Montag Abend gehörte den Geschichten und auch hier stellten sich die Berliner Gruppen wieder dem Publikumsentscheid. Aus den 8 angetretenen Gruppen, die jeweils 10 Minuten Zeit hatten eine Geschichte zu entwickeln, votierten die Gäste Foxy Freestyle und die Unverhofften auf Platz 2 und 3. Der Pokal ging an diesem Abend an die Verstörten Wunschkinder.

Moderator Dan Richter (li.) mit dem Meister des Abends Urban Luig. Foto: Impro-News

Moderator Dan Richter (li.) mit dem Meister des Abends Urban Luig. Foto: Impro-News

Am Dienstag standen nun zum Meister/in des Abends fünf Spielerinnen und drei Spieler auf der Bühne. Moderiert von Dan Richter gab es in der ersten Hälfte kurze Szenen, die das Publikum aber nicht nur allgemein bewerten konnte, sondern auch die Einzelleistungen und das Zusammenspiel der Improvisierer wurde mit Punkten gezählt. Die zweite Hälfte war eine Langform, welche die acht Spieler mit viel Charm zu einer abwechslungsreichen Collage zusammen fügten. Mit knappem Vorsprung von einem Punkt konnte sich Urban Luig von Paternoster den Pokal vor Isabell Rehmer (Sonntagsgruppe) und Barbara Demmer (Impro Berlin/Paternoster) sichern. Ein verdienter Meister des Abends!

Bis zum Finale am Samstag, kann man noch jeden Abend im Bühnenrausch das 720 Minuten Festival erleben: Alles weitere zum Festival!