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Allgemein
Der Impro-Show-Kalender für NRWIm Impro-Show-Kalender NRW finden sich bereits zahlreiche Veranstaltungshinweise für 2012, u.a. in Bochum, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster und Oberhausen – darunter natürlich auch die neuen Festival-Termine. Schaut doch mal rein! Übrigens: Improgruppen aus NRW, die ihre Show-Termine im NRW-Kalender veröffentlichen lassen möchten, können sich an unsere NRW-Redaktion wenden. Schickt einfach eine E-Mail mit allen relevanten Details zu der Veranstaltung (Datum, Ort usw.) an nrw [ät] impro-news.de – am besten rechtzeitig vorher, d.h. 3-4 Wochen vor der Veranstaltung! Redaktionelle MitstreiterInnen für NRW gesuchtWir suchen noch textsichere, schreiberprobte MitstreiterInnen, die Spaß daran haben, ab und zu lebendig über die nordrhein-westfälische Impro-Szene zu berichten (Siehe auch “Wie kann ich mitmachen” weiter unten). Impro-News.de engagiert sich für die Stärkung der Impro-Community, für die Verbreitung von Informationen über die lokale Impro-Szene und für eine stärkere Sichtbarkeit von Improtheater in der Öffentlichkeit. Impro-News.de versteht sich dabei als unabhängiges Forum, fühlt sich einzig den hier genannten Zielen verpflichtet und verfolgt insbesondere keinerlei kommerzielle Interessen. Alle, die redaktionell für Impro-News.de tätig sind, machen dies quasi ehrenamtlich und nebenberuflich, ohne dafür bezahlt zu werden, aus purer Leidenschaft für das Improvisationstheater. Du fühlst dich angesprochen? Super! Wie kann ich bei Impro-News NRW mitmachen?
Last but not least: Impro-News.de lebt vom Engagement Einzelner und von der gegenseitigen Vernetzung – und davon kann letztendlich die gesamte Improtheaterszene profitieren! Wer möchte, kann sich für unseren Newsletter registrieren, uns auf Twitter folgen oder unsere Facebook-Seite als Favoriten hinzufügen. Wir freuen uns über jede Unterstützung! Allgemein NRW – Auch 2012 werden in ganz Deutschland wieder zahlreiche Improtheater-Festivals scharenweise Besucher anziehen. In Nordrhein-Westfalen werfen gleich zwei Highlights ihre Schatten voraus:
Auf der Bühne von Marco: HALLE – Allein der Titel hat im Vorfeld dieses Show-Beitrags im Rahmen des Improkal-Wettbewerbs zur Impronale in Halle einige Diskussionen ausgelöst. Ist es wirklich eine Anspielung auf einen dunklen Fleck der deutschen Geschichte? Als Impro-Show? Oder steckt etwas ganz anderes hinter dieser internationalen Co-Produktion (Kirsten Sprick von hidden shakespeare aus Hamburg und Henk van der Steen vom Troje Theater aus Amsterdam)? Nach eineinhalb Stunden deutsch-holländischer Beziehungsstudie ist klar: Es ist eine Anspielung – aber eine eher indirekte. Denn im Vordergrund steht die Beziehung von zwei Personen in der Gegenwart. Sie dient als Ansatzpunkt für die Aufarbeitung von Vorurteilen und Vorbehalten Deutscher und Holländer gegeneinander, die zum großen Teil auf Erfahrungen während des 2. Weltkriegs beruhen dürften. Das Format basiert auf einem in groben Zügen vorher festgelegten Plot: Deutsche Frau aus Hamburg und holländischer Mann aus Amsterdam treffen sich nach langer Zeit zu einem Wiedersehen in einer neutralen Stadt (in diesem Fall dem Aufführungsort Halle), um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und herauszufinden, ob ihre Liebe eine zweite Chance hat. Hier lernten sie sich vor vielen Jahren kennen und lieben, verbrachten einige schöne Tage und pendelten danach zwischen Hamburg und Amsterdam. Sie lebten dann zunächst in Amsterdam und später in Hamburg in einer gemeinsamen Wohnung, bevor sie sich schließlich doch voneinander trennten. Alle Details (wo genau in Halle trafen sie sich, welchen Beruf haben die beiden, …) wurden vom Publikum während der Story eingeholt. Mit dabei auch “typische Eigenschaften von Holländern und Deutschen”, was dann schon ziemlich direkt auf die beabsichtigte Konflikt-Thematik zusteuerte. Erwartungsgemäß wurden die beiden Hauptfiguren in den verschiedenen Beziehungsstadien mit den klassischen Stereotypen (z.B. Tulpen, deutsche Pünktlichkeit und Ordnung) konfrontiert, die sie dann gemeinsam und sehr unterhaltsam aufarbeiteten. Das machte beim Zuschauen dank der großartigen Darsteller, die sich die Bälle unglaublich dynamisch und schlagfertig zuspielten, richtig Spaß. Trotzdem regte das Spiel – ohne groß die Moralkeule zu schwingen – zum Nachdenken über gegenseitige Vorurteile und interkulturelle Beziehungsprobleme an. Ein sehr schönes Detail bei der Aufführung: Die Dialoge fanden in drei Sprachen statt: auf englisch, wenn die Szene in Halle spielte, in Amsterdam auf holländisch und in Hamburg auf deutsch. So war für Zuschauer und Spieler trotz vieler Zeit- und Ortssprünge jederzeit klar, wo die entsprechende Szene gerade spielt und natürlich sorgte die Sprache auch gleich für das passende Flair. Schöne Erkenntnis aus Zuschauerperspektive: Auch wenn man nur wenig Holländisch versteht, konnte man die Handlung gut verfolgen. Ein überraschender Punkt, der mir bereits bei anderen fremdsprachigen Improaufführungen aufgefallen war: Der verbale Inhalt der Szenen ist nicht unbedingt der wichtigste Teil der Aufführung. Nach tragischem Ende der Liebesbeziehung (das Publikum hatte es so gewollt…) gab es noch holländische Stroopewafels und Kräuterlikör für die Zuschauer auf der Bühne. Ein netter Abschluss, kamen so doch noch einige spannende Diskussionen mit den Schauspielern und anderen Zuschauern zustande. Mein Fazit: Semi-geskriptetes Improtheater mit augenzwinkerndem sozialkritischem Touch hat dank der hervorragenden Schauspieler prima funktioniert, gut unterhalten und ein wenig zum Nachdenken angeregt. Ich wünsche mir mehr Experimente in diese Richtung! Allgemein Du bist auf der verzweifelten Suche nach einen fundamentalen Lebensratgeber für mehr Spontaneität? Oder nach einem originellen Weihnachtsgeschenk? Dieses Buch könnte deine Rettung sein: Ich bin total spontan – wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt: Von der Kunst, aus dem Bauch heraus zu handeln Autoren: Ralf Schmitt & Torsten Voller Impro-News.de verlost 1 Buchexemplar! Um das Buch zu gewinnen, brauchst du nur ganz spontan eine E-Mail an diese Adresse zu schicken: Einsendeschluss ist Sonntag der 11.12.2011. Pro TeilnehmerIn wird nur eine Einsendung akzeptiert. Das Buch wird am 12.12.2011 unter allen EinsenderInnen verlost. Von der Kunst, aus dem Bauch heraus zu handeln „Sie sitzen an Ihrem Arbeitsplatz und trinken gerade einen Kaffee. Auf einmal hören Sie schwere Schritte, die auf Sie zukommen und immer lauter werden. Sie spüren die Schritte als Vibration in Ihrer Magengrube. Der Becher zittert in Ihrer Hand und der Inhalt droht überzuschwappen. Plötzlich sehen Sie Ihren Chef, der unerwartet um die Ecke kommt, in der einen Hand einen weißen Aktenordner. Er bittet Sie, eine neue Aufgabe zu übernehmen. Damit haben Sie nun wirklich nicht gerechnet. Sie sitzen da wie ein erschrockenes Kaninchen, das mitten auf der Landstraße in die Scheinwerfer eines Porsche starrt. Kaninchen-Feeling!” Wer kennt dieses Panikgefühl nicht? Es kann in so vielen Situationen auftauchen: Man führt gerade eine wichtige Präsentation vor einem Kunden durch und plötzlich fällt das Notebook aus. Oder man entdeckt unmittelbar vor einem wichtigen Bewerbungsgespräch, dass man einen riesigen, unübersehbaren Fleck auf dem Hemd oder der Bluse hat. Für alle, die keine Lust mehr darauf haben, sich in solchen Situationen mies und hilflos zu fühlen, haben Ralf Schmitt und Torsten Voller, Trainer und Berater beim Hamburger Improvisationstheater Steife Brise, dieses Buch geschrieben. “Kaninchen-Feeling ist nichts für Sie? Sie wollen, dass sich was ändert? Gut, wir hätten da einen Vorschlag: Spontaneität.” Schmitt und Voller laden die LeserInnen dazu ein, ab sofort die Verantwortung für alles Unerwartete, was in ihrem Leben passiert, zu übernehmen und sich auf neue Herausforderungen einlassen, anstatt wie bisher der Unentschlossenheit und der Angst das Terrain zu überlassen. Ihre These lautet: “Spontaneität ist cool, Spontaneität zu leben ist, wie dauernd verliebt zu sein. Als Grundhaltung verändert Sie Ihr Leben. Statt sich von unerwarteten Situationen fremdbestimmen zu lassen, werden Sie ein Teil der Verantwortung.” Um Spontaneität als Grundhaltung im eigenen Leben zu verankern, geben die Autoren den LeserInnen drei einfache Regeln an die Hand: Nr. 1: Sag “Ja”. Nicht immer, aber immer öfter Alle, die Improvisationstheater aktiv betreiben, kennen diese drei Regeln natürlich längst. Spontan zu sein bedeutet eigentlich nichts Anderes, als sich auf das Unerwartete, Ungeplante einzulassen, locker mit sogenannten “Fehlern” umzugehen und aus der Situation heraus zu improvisieren – also aus dem Bauch heraus zu handeln. Wer diese Kunst beherrscht, kann wesentlich entspannter durchs Leben gehen. Mehr Infos zum Buch und zu den Autoren hier auf Facebook. Personen&Gruppen NRW – Auch in und um Bielefeld gibt es Improcomedy! Die Stereotypen werden von ihren Zuschauern sogar mit einem Kampfschrei begrüßt. Wie er lautet, hat uns das smarte Duo in unserem Fragebogen verraten.
Die Stereotypen 2. Seit wann existiert die Gruppe? Seit 2008. 3. Wo tritt sie vorwiegend auf? Unter anderem hier: Kulturkombinat Kamp (Bielefeld), Die Weberei (Gütersloh), Paderborn + Buchungen. 4. In welchem Abstand finden Auftritte statt? An den einzelnen Orten monatlich, machmal auch öfters. 5. Aus wievielen Mitgliedern besteht die Gruppe derzeit? Zwei – aber wir holen uns vor allem in Bielefeld immer hochkarätige Gäste. Zu Gast waren bereits Patti Stiles (Australien), Roland Trescher (Isar148/München), Ralf Schmitt (Steife Brise/Hamburg), etc. 6. Wie ist der Hintergrund der Spieler? Sven Stickling: Videofilmer, Diplom- und Theaterpädagoge, Autor, Schauspieler, Moderator. 7. Welche Formate spielt die Gruppe? Show, Match, Langform, Krimi, experimentell. 8. Wo liegen Spezialitäten der Gruppe? Schnell, witzig, kreativ, intelligent. 9. Welche Lehrer, Besondere Erfahrungen, Auszeichnungen hat die Gruppe? Wir haben mit Steven Sim (Crumbs), Roland Trescher (Isar148), Patti Stiles (Schülerin von Keith J.) und vielen anderen Trainern gearbeitet. Außerdem besuchen wir regelmäßig Festivals in ganz Deutschland. 10. Über welche Homepage und welche soziale Netzwerke ist sie erreichbar? Stereotypen Internetseite 11. Werden Mitspieler gesucht? Momentan nicht. 12. Kann man die Gruppe für Events buchen und welche wären das? Jau! Wir erarbeiten, je nach Interesse und Kundenwunsch, auch individuelle Konzepte. Ebenfalls geben wir Workshops und Kreativitätskurse. Auf der Bühne
Weil den Ensemblemitgliedern von placebotheater ihre Verbundenheit zur Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) wichtig ist und sie noch viele Geschichten mit ihren Zuschauern zu erzählen haben, laden sie nun zu ihrer mittlerweile zweiten Uni-Improshow. „Nachdem 2009 die Schul-Improshow in Zusammenarbeit mit dem Psychologischen Institut der WWU erfolgreich Premiere feierte, haben wir die Idee aufgegriffen, eine Show rund um das Thema Uni & Studium aufzulegen“, so Oliver Pauli. Geboten wird ein fächerübergreifender, humorvoller Improvisationstheater-Abend, der die Zuschauer, vom Ersti zum Doktoranden und Professor, mit hochkarätiger Theaterkunst und Musik unterhalten wird, „neue Impulse für das eigene Uni-Leben nicht ausgeschlossen“, wie Eva-Maria Jazdzejewski lächelnd ergänzt. Impro-News.de verlost 2 x 2 Tickets! Um die Tickets zu gewinnen, braucht ihr nur ein wenig improvisierte Kreativität unter Beweis zu stellen. Mehr Infos zur Show gibts hier auf Facebook. Auf der Bühne
Das Format ist auf 10 Episoden ausgelegt, die alle auf Video aufgezeichnet werden und im Internet verfügbar sind. Gestartet bereits am 24. Juni in Wien werden in Berlin am 28., 29. und 30. Oktober 2011 die Folgen #08 – #10 live vor Publikum aufgezeichnet. Das Ganze findet im Ballhaus Ost, Pappelallee 15 in Berlin Prenzlauer Berg statt. Die Improv-Reality-Sitcom wird in englischer Sprache gespielt. Dazu hat sich monochrom hochkarätige Schauspieler eingeladen: Jeff Ricketts (Star Trek: Enterprise, Buffy the Vampire Slayer, Firefly), Maciej Salamon (Musicals: Barbarella, Tanz der Vampire, Sweeney Todd), Claire Tudela (Carmen, Musical: The Producers) und Geoff Pinfield (Aoterroroa, Lovepuke). Es werden sicher interessante und überraschende Abende. Mehr Infos und Videos der vergangenen Folgen unter http://www.monochrom.at/iss/ Auf der Bühne Von Heike Reissig Würzburg, 26.10.2011 – Herzlichen Glückwunsch! Das Würzburger Improtheaterfestival feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag und es ist bereits in vollem Gang: Seit dem 21.10. präsentieren renommierte Improdarstellerinnen und -darsteller aus aller Welt erstmals ganze zehn Tage lang insgesamt 22 Shows auf mehr als zehn Würzburger Bühnen. So lieferten sich am Montagabend beim Viertelfinale der 1. Internationalen Theatersport™ Meisterschaft “Der Goldene Kaktus” die gut aufgelegten Teams aus Kanada (Stephen Sim + Lee White, Crumbs) und Slowenien (Maja Dekleva Lapajne + Sonja Vilč, Kolektiv Narobov) einen sehr unterhaltsamen Kampf. Die Kanadier unterlagen knapp, was sie jedoch nicht davon abhielt, den Sloweninnen überschwänglich zu ihrem Sieg zu gratulieren und damit wahren Teamgeist zu demonstrieren. Im Anschluss daran präsentierten Patti Stiles und Rama Nicholas (Impro Melbourne) ihre Langform-Show “Howlin”. Inspiriert von den Bewegungen und Verhaltensweisen verschiedener Tiere kreierten sie eine Vielfalt von menschlichen Figuren, die sich in verschiedenen Situationen begegnen. Besonders faszinierend zu beobachten war, mit welcher Experimentierfreude die Australierinnen das Spektrum tierischer Ausdrucksformen ausloteten und wie diese körper- und stimmbetonte Herangehensweise die Charaktere ihrer menschlichen Figuren beeinflusste. Auf diese Weise entstanden beeindruckende und zum Teil sehr berührende Geschichten. Die Langform-Show “Ella meant…” von Jim Libby + Jacob Banigan (Rocket Sugar Factory) am Dienstagabend sollte im Zeichen eines ganz bestimmten Genres stehen. Das Publikum wünschte sich einen Psychothriller. In der 1. Hälfte ihrer Show forderten Jim + Jacob die Zuschauer auf, typische Elemente dieses Genres zu nennen, sammelten sie auf einer Tafel und griffen diese Publikumsvorschläge anschließend in einer unterhaltsamen Aneinanderreihung kurzweiliger Szenen wieder auf. In der 2. Hälfte fragten Jim + Jacob die Zuschauer, welche Szene ihnen am besten in Erinnerung geblieben war. Dann spielten sie die Szene, auf die die Zuschauer sich geeinigt hatten, noch einmal nach und improvisierten anschließend einen vollständigen Psychothriller, wobei sie die vom Publikum gewählte Szene an späterer Stelle erneut als Schlüsselmoment einbauten. Die Zuschauer erlebten live mit, wie zwei meisterhafte, äußerst wandlungsfähige Improkünstler gemeinsam einen spannungsgeladenen Blockbuster erschufen, der mit Wortwitz, Temporeichtum, raffinierten Wendungen und einem verblüffenden Ende begeisterte.Das Improtheaterfestival Würzburg 2011 läuft noch bis Sonntag den 30.10. Auf die noch kommenden Shows darf man sehr gespannt sein. Jedem Impro-Fan sei wärmstens empfohlen, sich das hochkarätige Programm auf gar keinen Fall entgehen zu lassen! Alle Termine und weitere Infos finden sich hier. Außerdem gibt es einen schönen Foto-Stream von Tilman Dominka. Auf der Bühne
Für das Kernwochenende vom 28. bis 30.10.2011 wurden Spieler und Spielerinnen aus Berlin und der Umgebung eingeladen, um im Festival zu spielen. Die in Potsdam beheimatete Gruppe die HOTDOCs hat während des Festivals hauptsächlich die Aufgabe der Moderation übernommen und wird durch 6 der 7 Shows führen. FreitagDas 1. Potsdamer Improvisationstheater Festival beginnt am Freitag den 28.10.2011 um 20:30 Uhr mit Trüffeltorte und Rosinen – Die Publikumsgeschichte. Frei nach dem Motto “Nur eine kommt durch” wird die beste Geschichte für das Publikum gesucht. SamstagAm Samstag den 29.10.2011 geht es dann mit 3 Shows in die Vollen: Um 14:30 Uhr gibt es Mixed Pickle – Kurzformen und Gemischtes. Die ganze Bandbreite unterschiedlichster Bühnenfomate! Um 17:30 Uhr geht es mit The Rocky Horror Improv Show – Das Impro-Musik-Spezial weiter. Denn wie auf den großen Bühnen dieser Welt darf auch Gesang und Tanz nicht zu kurz kommen! Der Festivaltag schließt um 20:30 Uhr mit dem Regie Duell, also improvisiertes Theater unter Regie, wobei das Publikum wie immer entscheiden darf. SonntagAuch der Sonntag hat noch mal eine ganze Menge Impro zu bieten: Um 14:30 Uhr hat bei der Open Stage jeder die Chance mitzuspielen und sich auszuprobieren. Um 17:30 Uhr wird es dann lokal, denn es wird bei den Potsdamer Geschichten rund um die Heimatstadt der Gastgeber gehen. Was die Gastspieler da beizutragen haben, wird sicher spannend. Das Finale des Festivals gibt es dann am Sonntag um 20:30 Uhr, wenn es heißt All Star Festival Ensemble vs. HOTDOCs. Die heißen Doktoren treten dann mit den Festivalgästen gemeinsam auf und das Publikum darf in diesem Theatersport-Match entscheiden. Viel los für wenig Geld Mit 7 Shows in 3 Tagen zu unterschiedlichen Formaten und Themen sowie einem Festival-Ensemble hat das Team des KuZe eine Menge auf die Beine gestellt und auch die Moderation und Musik organisiert. Veranstaltungsort für alle Shows ist das studentische Kulturzentrum (KuZe). Die Preise für eine Veranstaltung betragen sozialverträgliche 5,- €/erm. 2,50 €; die Festivalkarte kostet 10,-€/erm. 5,-€. Also absolute Studentenpreise, so dass niemand sich mit dem Argument der zu hohen Kosten vor diesem Festival drücken kann… Weitere Informationen unter: www.kuze-potsdam.de/Kuze/improfestival
Kunst&Handwerk von Stephan Holzapfel: Liebe Berliner Theatersportler, bitte nehmt mir diesen Brief nicht übel, er ist kritisch und auch provokativ, ja, aber ich möchte niemanden persönlich angreifen, sondern zur Diskussion anregen. Wer meine Sicht nicht teilt, soll mir bitte gerne widersprechen. Viele von euch sind sehr gute Improspieler. Ihr könnt mit nichts auf die Bühne gehen und das Publikum durch eure Szenen faszinieren. Ihr könnt lustig und überraschend sein, Spannung erzeugen und lösen, kleine und große Dramen spontan auf die Bretter bringen. Warum vertraut ihr euch so wenig? Warum vertraut ihr dem Improtheater so wenig? Warum glaubt ihr, dass ihr Fanfaren, Sensationen, Preise, Wettkampf braucht, eine vom Sport geliehene Spannung? Ist das Improtheater an sich nicht interessant genug? Natürlich dürft ihr so viel Theatersport spielen, wie ihr möchtet. Aber bitte beschwert euch dann nicht, wenn das Improtheater wieder mal nicht richtig ernst genommen wird: “Naja, ganz lustig, aber kein richtiges Theater.” Warum sollte jemand Impro für voll nehmen, wenn ihr es selber schon nicht tut? Dieses ganze Tamtam und Drumherum, dieses Aufwärmen, Abstimmen, Bepunkten, Lauter-und-länger-Klatschen – was da allein manchmal für Zeit drauf geht! Zudem wird häufig eine Atmosphäre erzeugt, die für sensible Gemüter schwer zu ertragen ist. Klar, viele von euch spielen auch andere Impro-Formen. Nicht zu leugnen ist allerdings, dass Theatersport das Ding der Stunde ist in Berlin. Ein Turnier jagt das nächste, und warum? Weil ihr es veranstaltet. Weil ihr mitmacht. Weil ihr es so wollt. Je mehr Theatersport aber gespielt wird, desto mehr wird das Publikum Improtheater mit Theatersport gleichsetzen, Theatersport erwarten, wenn Impro veranstaltet wird. Und dann werden alle sagen: das Publikum will es doch so. Vielleicht sollten wir nackt spielen! Manche argumentieren, dass Impro durch Theatersport bekannter würde und das sei doch gut so. Dann sollten wir vielleicht alle nackt spielen. Da wären wir mit einem Schlag berühmt und berüchtigt, die Massen würden strömen. Und wenn Impro dadurch so richtig bekannt ist, ziehen wir uns wieder an und sagen, eigentlich spielt man das ja bekleidet. Mag das Beispiel auch überspitzt sein – nackt spielen hat mit gegeneinander spielen gemeinsam, dass Impro durch etwas interessant gemacht werden soll, was mit Impro eigentlich nichts zu tun hat. Denn Impro ist das Gegenteil von Konkurrenz, es ist eine sehr komplexe Form der Kooperation. Das ist doch aufregend! Warum vertretet ihr das nicht offensiv, warum versteckt ihr das hinter einem inszenierten Wettkampf? Theatersport wurde vor Jahrzehnten für Leute erfunden, die gerne zum Wrestling gehen, einem durchinszenierten pseudo-sportlichen Krawall. Ich habe starke Zweifel, dass das noch zeitgemäß ist. Ist Theatersport zeitgemäß? Impro liegt sicher im Zeitgeist – alles ist unsicher, alle müssen flexibel sein, man sucht den einmaligen Moment im Strom der Massenunterhaltung, Interaktivität ist angesagt. Theatersport ist sogar Impro mit “Gefällt mir”-Button. Aber – gibt es nicht auch eine große Sehnsucht nach Authentischem, nach Ehrlichkeit, nach weniger Inszenierung? Hat nicht z.B. die Piraten-Partei auch durch ihren Willen zur Transparenz gepunktet? Offenheit hat immer eine starke Wirkung. Auf die Bühne gehen und sagen: “Wir haben nichts in der Hand, aber wir werden nun versuchen, etwas gemeinsam zu erschaffen. Mit dem, was in uns ist, mit dem, was zwischen uns passiert und mit dem, was Sie – das Publikum – uns vorschlagen.” Kaum ein Publikum wird sich dieser Haltung verschließen. Doch der Theatersport glaubt das nicht, stattdessen wird eine Sensations-Wettkampf-Fassade aufgebaut, hinter der der Kern von Impro – Kooperation – verschwindet. Beim Theatersport verlangt man vom Publikum sogar, gemeinsame Szenen getrennt zu bewerten! Das ist doch crazy! Wir wissen doch alle, dass man Szenen manchmal am besten unterstützt, indem man sich zurückhält. Theatersport lässt das Publikum im Unklaren, was wirklich passiert und die Spieler oft genug auch. Denn dass aus gespielter Konkurrenz echte wird, das passiert immer wieder und oft unbemerkt. Spielst du noch oder kämpfst du schon? Ehrlich gesagt glaube ich zwar erst Mal nicht, dass echte Konkurrenz bei der anstehenden Berliner Improliga ein Problem werden wird und die Teams verbissen um den Titel des Berliner Impromeisters kämpfen werden. Ich habe auch Verständnis dafür, dass man nicht pauschal gleich alle Gruppen zum Turnier bittet, natürlich gibt es Unterschiede, so dass vielleicht nicht alle automatisch zusammenpassen. Allerdings verstehe ich auch gut, dass sich die anderen Gruppen ausgeschlossen fühlen, vor allem weil ja das erklärte Ziel die Vernetzung der Szene ist, was schwierig ist, wenn man einen exklusiven Club eröffnet. Es wäre alles viel leichter, wenn es nicht Theatersport wäre. Jetzt spielt jeder gegen jeden, es gibt eine Tabelle, jede Gruppe macht alles mit oder gar nichts. Wie anders wäre es gewesen, wenn die Gruppen nicht “gegeneinander” sondern miteinander spielen würden. “Foxy Freestyle trifft Paternoster.” Wieso ist das schlechter als “gegen Paternoster”? Dann könntet ihr nämlich einfach mal eine dritte Gruppe einladen und gemeinsam spielen, die Profis lassen die Amateure gut aussehen und die Amateure lernen von den Profis. Oder auch mal umgekehrt. Herausforderungen kann man sich doch trotzdem stellen, aber warum müssen diese pseudoobjektiv bepunktet werden? Ist das denn so ein Mega-Spaß fürs Publikum, dass man dafür die ganzen Nebenwirkungen in Kauf nimmt? Es werden Spieler ausgeschlossen Jetzt ist die Rede von einem “Qualifikationsturnier”, von “Aufstieg” und “Abstieg”. Glaubt ihr im Ernst, dass da keine echte Konkurrenz aufkommen wird? Wer will schon in der zweiten Liga spielen, natürlich werden dann Gruppen gewinnen wollen! Alle werden auffällig häufig sagen, dass es nur um den Spaß geht, aber in den Proben wird gezielt Theatersport geübt werden (auch wenn man schon Komplexeres probte), man wird sich überlegen, womit man am besten ankommt, man wird den Schiedsrichter ungerecht finden und die Zuschauer parteiisch. Man wird die Sieger beneiden, vor allem wenn sie schon wieder gewonnen haben und man selbst noch nie. Am Anfang wird der Zauber des Neuen vieles überdecken, aber wenn immer die anderen bei dem coolen nächsthöheren Turnier mitmachen dürfen, dann werden vielleicht auch die gelassenen Spieler etwas unruhig werden. “Nicht schön gespielt, aber gewonnen!” Ist das Berlins Impro-Zukunft? Bitte tut uns das nicht an! Bringt die Szene zusammen und nicht auseinander. Improspieler sind doch keine Übermenschen, gibt’s einen tollen Preis, wollen den auch Leute haben. Und wenn es nur 20% der Spieler sind, das reicht locker für eine vergiftete Atmosphäre. Doch selbst wenn ab sofort alle Gruppen in der Liga mitmachen dürften und der Sieger zur Strafe geteert und gefedert würde, dann würden immer noch die ausgeschlossen, die gar kein Theatersport spielen wollen. Wäre ich der einzige – geschenkt. Aber ich bin nicht der einzige. Am Ende werden auch Spieler mitmachen, die nicht so ein gutes Gefühl haben, einfach weil es ein Mega-Event ist und man nicht dauernd abseits stehen möchte. Das kann es nicht sein, wirklich nicht. Die Theatersportturniere sollen die Szene näher zusammenbringen, das mag sein, mindestens genauso wichtig scheint mir aber der PR-Aspekt zu sein. Was keine Schande ist. PR ist legitim und notwendig. Dass ihr dabei auf Theatersport verfallen seid ist vielleicht naheliegend. Das Naheliegende zu nehmen gilt ja als Improtugend. Vielleicht war es aber auch ein Spiel auf Sicherheit, was eher als Untugend gilt. Ihr habt sozusagen die Armrede gewählt und nicht die freie Szene. Darüber kann ich nicht abschließend urteilen, ich muss kein Geld mit Impro verdienen. Aber ein bisschen fantasielos isses schon, oder? Wir sind Berlin, wir können mehr Mensch, Leute, wir sind Berlin, die Hauptstadt, Deutschlands Kulturmekka! Wenn uns hier schon nichts Originelleres und Moderneres als Theatersportligen einfallen, um Impro bekannt zu machen und die Szene zu vernetzen, wem denn dann? Übrigens Armrede versus freie Szene: Theatersport kann gutes Improtheater sein, dass er es häufig nicht ist, liegt auch daran, dass man beim Theatersport auch mit schlechtem Improtheater Erfolg haben kann. Ich fand es faszinierend und tragisch zugleich, dass die Spieler von Rocket Sugar Factory am 01.10. mit einer soliden, aber keinesfalls besonderen Armrede mehr 5-Punkte-Stimmen bekamen als mit ihren teilweise sehr virtuosen freien Szenen, (die allerdings auch sehr gut bewertet wurden). Wobei dieses Phänomen aufs Improtheater generell zutrifft. Dass Theatersporterfinder Keith Johnstone den real existierenden Theatersport scheiße findet, ist wahrscheinlich bekannt. Ein Interviewer verglich Johnstone mal mit Frankenstein, der ein Monster erschaffen habe. „Ja“, meinte Johnstone, das Ding ist völlig außer Kontrolle.“ Wem ist hier eigentlich langweilig? Manche entwickeln eine solche Begeisterung für Theatersportligen, dass ich das Gefühl habe, sie langweilen sich mit Impro schon ein bisschen. Vielleicht sind es ja eigentlich die Spieler, die den Extra-Kick durch den Wettkampf brauchen, gar nicht so die Zuschauer? Falls dem so ist, liebe Spieler, dann auf zu neuen Impro-Horizonten! Neue Formate, neue Experimente, neue Lehrer, neue Mitspieler. Stell euch Herausforderungen, probiert euch aus, schmeißt die Spiele weg, spielt freie Szenen, was auch immer. Nur sucht die Spannung im Spiel, nicht im Wettkampf. Eingefleischte Theatersportler werde ich mit diesem Brief wohl kaum aufhalten können. Dass der Theatersport eine große Dynamik entfalten kann, sehe ich natürlich auch. Doch ihr solltet bedenken, dass euer Theatersport eigentlich nur spielen will. Er wollte nie mehr sein als eine große Gaudi. Wenn ihr ihn zu ernst nehmt und Ligen mit ihm veranstaltet, ihn in Spielsysteme quetscht, ihn mit Tabellen traktiert und mit wahren Siegern und echten Verlieren quält, dann überfordert ihr ihn. Vielleicht wird er dann griesgrämig und verbissen und möglicherweise sogar bissig und – beißt am Ende sogar euch. Denkt darüber nach. Herzliche Grüße an alle Stephan Holzapfel
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