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Shows Berlin

Kunst&Handwerk

frei.wild lädt zur Impro.Sause

Logo frei.wildBERLIN – Im November bieten die Spieler und Trainer von frei.wild ein intensives Workshopwochenende an, die Impro.Sause!

Für 40 Erfahrene und Einsteiger geht es vom 15. bis 18. November 2012 nach Finkenwerder. Das Wochenende ist dabei nicht nur in Improworkshops unterteilt, denn der Stundenplan sieht bereits Zeiten für Frühsport, Tanz und natürlich Essenspausen vor.

Die Organisatoren von frei.wild haben hier ein spannendes Wochenende im Angebot, das ein Rundum-Wohlfühl-Komplettpaket sein will.

Wer sich bis zum 15. Juni 2012 entscheidet, kann sich noch den Frühbucherrabatt sichern und bis zu 49€ sparen.

Alle Infos zu Impro.Sause unter: www.frei-wild-berlin.de/impro-sause

www.frei-wild-berlin.de

Personen&Gruppen

IMPRO2012: Interview mit Mike Fly

BERLIN – Zur Impro 2012, dem internationalen Festival der Gorillas war Mike Fly in Berlin. Der Kanadische Improvisierer erlangte internationales Ansehen mit seinem Improv Monologue Project. Thomas Jäkel von Impro-News sprach mit ihm am 31.03.2012 auf den Straßen von Berlin über Impro in Kanada und seinen persönlichen Werdegang. Als kleinen Höhepunkt der Aufnahme hält Mike einen kurzen Improv Monologue über Berlin. Das Interview ist in Englisch.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Hier zum Runterladen (z.B. für den MP3-Player):
[Link zur Audiodatei]

Und auf Dauer am Bequemsten, der Link zum Abonnieren des Podcasts:
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Hier noch die in der Aufnahme erwähnten Videos mit Billa Christe und Mike Fly:

Auf der Bühne

Mitfeiern! Der BühnenRausch wird 10.

Logo vom BühnenRauschBERLIN -  Am Sonntag den 15. April 2012 feiert der BühnenRausch im Prenzlauer Berg Berlin seinen 10. Geburtstag.

Der erste zweistellige Geburtstag wird auch entsprechend rasant gefeiert. Ab 11 Uhr ist der BühnenRausch für alle geöffnet und ab 12:15 beginnt ein zehnstündiges Bühnenprogramm. Im 45 Minutentakt geben sich auf der sicher vielfältigsten Improbühne der Stadt die Gruppen und Künstler die Klinke in die Hand. Mit dabei sind:

Es gibt Essen und Trinken und der Eintritt zu den Shows ist frei. Wer sich also schon immer einmal eine ganze Menge andere Improgruppen ansehen wollte, hat hier eine einmalige Chance!

Infos unter www.buehnenrausch.de

Auf der Bühne

Ajax // Don Quichotte - Theater 2.0

Don Quichotte und Rosinante Foto: Antigone2.0

Don Quichotte und Rosinante, Foto: Antigone2.0

BERLIN – Die freie Theatergruppe Antigone 2.0 bringt ab Freitag den 13. April 2012 ihr interaktives Projekt Ajax // Don Quichotte auf die Bühne der Brotfabrik Berlin.

Das Projekt, das sich selbst als eine “perpetual beta” bezeichnet, ist in einer ständigen Weiterentwicklung begriffen. Schauspieler und Publikum stehen hier schaffend in der Interaktion – es wird also improvisiert.

Und so postulieren die Macher auch selbstbewußt über sich und die heutige Zeit: “Wir merken uns nichts mehr selbst, sondern schlagen bei Bedarf alles bei Wikipedia nach! Wir bilden keine Theorien mehr, sondern probieren einfach so lange aus, bis ‘es passt’! Wir erwarten keine fertigen Produkte mehr, sondern nutzen bewusst Software, Webseiten und Mobiltelefone, die sich stetig verändern! Und somit muss sich auch das Theater verwandeln!”

Als Vorlage (oder Grundlage) dieses Experiments dienen die Figuren und Lebensumstände des von Raserei geschlagenen Ajax und des Ritters von der traurigen Gestalt Don Quichotte. Diese Information kennen Schauspieler und Publikum und von dort aus soll eine gemeinsame Reise entstehen. Denn so kündigt die Gruppe an:  “Wir zeigen bewusst Unfertiges! Wir erklären uns die Welt gegenseitig und verlassen uns auch darauf, dass das Publikum die Lücken füllt.”

Wer dieses spannende Experiment eines Theaters 2.0 erleben möchte, hat ab morgen in der Brotfabrik Berlin die Chance dazu.

Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin
13., 14. und 15. April 2012, jeweils 20 Uhr
Eintritt: 12 €; ermäßigt 8 €
Kartenverkauf Tel.: (030) 4 71 40 01

Link: www.antigone20.de/ajax-don-quichotte

Auf der Bühne

Foxy Freestyle und Randy Dixon

von Thomas Jäkel:

BERLIN – Dass Foxy Freestyle internationale Kontakte pflegen, ist nicht ungewöhnlich und so boten sie auch am Freitag 23.03.12 mit ihren Gästen aus USA und Kanada in der Alten Kantine einen internationalen Improabend. Randy Dixon aus Seattle ist in Berlin schon lange kein Unbekannter mehr, aber auch sein Kollege Toni Beeman brauchte sich hinter dem Altmeister nicht zu verstecken. Die Dritte im Bund war Caitlin Curtis aus Winnipeg. Die drei Gäste wurden von Dan Richter, Stefanie Winni und Paul Moragiannis begrüßt.

Wenn das Publikum still ist, dann hast du es.

Der Ablauf des Abends ist schnell erklärt: In der ersten Hälfte wurde durch Abwahl die beste Szene gesucht und in der zweiten eine Art Harold gespielt. Aber die Besonderheit des Abend wurde von Dan Richter in seinem lesenswerten Blog verpostet. Denn das Sehenswerte fasst sich mit einem Zitat Randy Dixons zusammen: “Wenn das Publikum still ist, dann hast du es.”

Die Kunst von Randy und seinen Kollegen bestand nicht in den lauten, den knalligen oder ach so witzigen Momenten, die Kunst lag in der Stille. Beispielhaft dafür die erste Szene mit der Vorgabe “Life on Titanic”, in der Randy Dixon einfach als Kapitän am Steuer des Luxusliners stand. Auf dieser simplen Ausgangsbasis baute sich eine spannungsvolle Liebeszene zu einer Matrosin auf, die Vertretungsweise auf der Brücke wischte. Kurze Sätze mit schwachen Andeutungen bestimmten die Szene. Keiner der Spieler versuchte Endgültiges zu definieren, so dass diese Geschichte auch bis zum Schluss erzählt wurde.

Als Improvisierer soll man sicher schnelle und klare Entscheidungen treffen, aber mitunter sind die Zweideutigkeiten die Währung, die in eine längere Szene investiert werden kann.

Der Harold im zweiten Teil der Show lief ebenso durch, gemischt von direkt erzählten Szenen und abstrakteren Momenten. Hervorhebenswert war auch hier eine Szene zwischen Randy Dixon und seinem Kollegen Toni Beeman. Ausgangslage war ein Einstellungsgespräch, bei dem sich Chef und Bewerber einen verbalen Statuskampf lieferten. Toni Beeman begann in der Szene mehr und mehr die Haltung des Chefs zu kopieren und so lag die Lösung nahe, dass beide Hochstatusfiguren ihre Gleichheit erkannten. Das Nonverbale war hier soviel mehr wert als das gesprochene Wort, da sich der Text am Ende nur noch um ein sich gegenseitiges Überbieten rankte.

Für mich persönlich hae sich der Abend bei den Kollegen gelohnt, weil ich bei Foxy Freestyle wieder einmal andere Herangehensweisen und neue Leute sehen konnte. Für Shows wie diesen sei den Foxys auch einmal gedankt!

Auf der Bühne

Improvisierter Titanic-Untergang im Babylon Berlin

BERLIN – In der Nacht des 14. April 1912 kollidierte die für unsinkbar gehaltene „Titanic“ mit einem Eisberg und ging unter. Fast 1.500 Menschen starben. Mit dieser Katastrophe endete eine ganze Ära, sank ein Mythos.

Jetzt, hundert Jahre nach der Schiffskatastrophe, lädt die Improvisationstheatergruppe Theatersport Berlin ein zu einem einmaligen Happening im Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg-Platz. Am Jahrestag des Schiffsunglücks machen sie das Kino zur „Titanic“. Dabei wird das ganze Haus, ein Theater aus den 20er Jahren, bespielt.

IMPRO-NEWS Special für unsere Leser!

Bei Nennung des Stichworts “New York” bekommen Impro-News Leser an der Babylon-Kasse und unter 030 24 25 969 einen Sonderpreis. Für ein 2. Klasse Ticket zahlt ihr statt 20 EUR nur 15 EUR! Achtung, das Kontingent ist beschränkt, also reserviert schnell.

Show Time und Infos

Datum: Sonnabend, 14. April 2012
Uhrzeit: 22:00 Uhr (Dauer: ca. 2,5 Stunden)
Ort: BABYLON Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Alle weiteren Infos auf http://www.babylonberlin.de/titanic.htm

 

Auf der Bühne

Hören, Spielen, Leuchten - Die Gruppe „Hear and Now Dimensions“ gab ihr Debüt in der Brotfrabrik

von Nicole Restle:

BERLIN – Ein Abend jenseits des klassischen Impro-Theaters – so kündigte Nils Foerster von der Brotfabrik das neue Impro-Format „Hear and Now Dimensions“ an, das seine Premiere am 5. April 2012 auf der Kleinkunstbühne am Caligariplatz hatte. Tatsächlich ging es bei dieser Performance, die von den Schauspielern Mandy John und Thomas Jäkel sowie dem Pianisten Stephan Ziron und der Lichttechnikerin Manou Voigt entwickelt wurde, nicht allein um improvisiertes Theaterspiel. Tonangebend war im wahrsten Sinne des Wortes die Musik. Sie schuf Stimmungen, Assoziationen und Rhythmen, die die Schauspieler zur ihren Geschichten, die Beleuchterin zu ihren Lichteffekten inspirierte.

Musik bestimmt das Spiel

Konkret erlebte das Publikum der gutbesuchten Brotfabrik folgendes: Nachdem das Ensemble sich und ihr Konzept kurz vorgestellt hatte, begann die Vorstellung in kompletter Dunkelheit. Spot an auf zwei Hände und 88 weiße und schwarze Tasten. Stephan Ziron improvisierte eine Weile lang jazzige, melancholische Musik. Schließlich forderte er Mitwirkende wie Zuschauer auf, Begriffe zu nennen, die ihnen bei diesen Klängen in den Sinn kamen: „Fischerboot“, „Kurklinik“, „Abschied“, „Regen“, „Grün“ – diese verbalen Vorgaben erhielten Thomas Jäkel und Mandy John für ihr Spiel. Die beiden setzten sie nicht in einer durchlaufenden Handlung, sondern in verschiedenen Episoden um. Sie gaben ein zerstrittenes Paar am Strand, Fischer, die um ihre Existenz kämpfen, begegneten sich als Therapeut und Patientin, Mutter und Sohn.

Wichtiges und einziges Requisit war eine große Rolle Absperrband, das die Organisatoren der Brotfabrik dem Ensemble als „Überraschung“ auf die Bühne gelegt hatten. Thomas Jäkel, der sehr engagiert spielte und größtenteils die Szenen initiierte, und Mandy John, die mit sparsamen, aber pointierten Bemerkungen das Publikum zu Lachen reizte, nutzten es als Fischernetz, Drachenschnur, Verband, Strick zum Aufhängen oder Nabelschnur.

Viel Applaus

Stephan Zirons Klavierspiel, das meist jazzig, gelegentlich kontrapunktisch a la Bach war, blieb nahezu die ganze Zeit präsent. Musik und Darstellung – das wurde in vielen Momenten sehr deutlich – befruchteten sich gegenseitig: Dynamik und Gestik des Theaterspiels beeinflussten die musikalische Improvisation und umgekehrt. Manou Voigt in der Lichtregie lieferte die dazu passenden Illuminationen.

Das Publikum spendete den Künstlern am Ende langanhaltenden Applaus. Mit gutem Grund, besitzt doch der Ansatz von „Hear and Now Dimensions“ das Potential, ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Spiel und Licht zu kreiieren. Gleichwohl wäre der Abend noch eindrucksvoller gewesen, wenn es Schauspieler wie Pianisten gelungen wäre, die vorgegebene melancholische Stimmung durch andere Gefühlsmomente aufzulockern und zu kontrapunktieren. Das nächste Mal ist „Hear and Now“ am 5. Mai 2012 in der Brotfabrik Berlin zu erleben.

Auf der Bühne

IMPRO12: Open Stage

von Sören Boller:

BERLIN – Es ist die traditionell einzige Show am letzten Festivaltag: die Open Stage. Hier können die TeilnehmerInnen der Festival-Workshops ihr neu erlerntes Handwerkszeug zusammen mit den FestivalspielerInnen und anderem spielwütigen Publikum präsentieren. Im gut gefüllten Ratibor-Theater führte Randy Dixon (unexpected productions/Seattle) durch die Show, während Katie Freudenschuß (Hamburg) am Keyboard und Evren Gülseven (Istanbul) an der Gitarre für breite musikalische Unterstützung sorgten. Als erster Programmpunkt präsentierten sich die verschiedenen Workshops mit kurzen und knackigen Szenen.

Lee von den Crumbs mit dem Kubus, Foto: Sören Boller

Der Rest des Abends war für alle Improvisateure und ein breites Festivalensemble offen. Besonders interessant wurde es, als Randy Dixon ein geschlossenes Paket von Burkhard (“Burki”) Freutel, dem Gestalter des Ratibor-Theaters, entgegennahm. Es enthielt einen bis dato niemandem außer Burki bekannten Gegenstand, der als zentrale Requisite für die folgendes Szenen dienen sollte. In ihrer Ideenvielfalt kaum zu bremsen spielte das Festivalensemble eine bunte Collage verschiedenster Geschichten mit dem mittlerweile enthüllten Gegenstand: ein metallischer Kubus.

Masse und Klasse

Mit zunehmender Zeit wurde es auf der Bühne auch immer enger. Sowohl SpielerInnen aus dem Festivalensemble als auch aus dem Publikum wollten sich die letzte Halbzeit des Festivals nicht entgehen lassen. Damit nahm dann auch die Zahl der Protagonisten in den Szenen deutlich zu, so dass zum Schluss mit knapp 20 Improvisateuren auf der Bühne nur noch Massenszenen zu sehen waren. Erstaunlich dabei, dass es den SpielerInnen immer wieder gelang, den Fokus der Geschichte auf einige wenige zu konzentrieren und eine spannende Geschichte zu etablieren.

Crumbs, NTotW und ein Gorilla gemeinsam auf der Bühne, Foto: Sören Boller

Der insgesamt gelungene Abend bildete einen würdigen Abschluss eines durch und durch gelungenen und vor allem immer wieder überraschenden Festivals. Wir danken allen Beteiligten für die zehn Tage voller Spontanität, Spielfreude, Witz, großen und kleinen Emotionen, sowie erstklassigem Theater! Zum Schluss bleibt deswegen für mich nur noch eines zu sagen: Hut ab, weiter so und bis zum nächsten Jahr!

Und hier gleich noch das Video der Kubus-Szene von Stefan Holzapfel:

 

 

Auf der Bühne

IMPRO12: Damen, Ritter und Keuschheitsgurt – improvisiertes Liebesdrama als Live-Hörspiel im Ratibortheater

von Manuela Hoffmann:

BERLIN – am Freitag Abend den 30.03.2012 boten einige Teilnehmer des Improfestivals 2012  im Berliner Ratibortheater eine Darbietung der besonderen Art – ein Impro-Live-Hörspiel. Das Publikum war an diesem Abend relativ still aber dafür auch sehr aufmerksam. Das musste es an diesem Abend auch sein, denn bei diesem Spektakel handelte sich um ein improvisiertes dramatisches Hörspiel mit zusätzlichen Elementen, die ziemlich viel Raum und Aufmerksamkeit für sich beanspruchten. Eine zentrale Rolle spielte dabei der professioneller Geräuschemacher Peter Sandmann, der das sich entwickelnde Spiel mit seinen Geräuschen improvisierend begleitete. Sandmann – aktuell auch als Schlagzeuger der Jazz/Pop-Band „my flexible friends“ in Berlin und Brandburg zu erleben – wurde dabei unterstützt durch Katie Freudenschuß (placebotheater, Hamburg), die die „normale“ musikalische Untermalung beisteuerte.

Peter Sandmann beim Geräuschemachen, Foto: Manuela Hoffmann

Moderiert wurde das Hörspiel, das in dieser Form schon einmal bei Improfestival 2009 aufgeführt wurde, von Thomas Chemnitz (Gorillas, Berlin); als Sprecher wagten sich Susanne Bolf und Karin Werner (beide TheaterTurbine, Leipzig), Regina Fabian und Björn Harras (beide Gorillas, Berlin), Mignon Remé (hidden shakespeare, Hamburg) und Georg Schubert (ur-theater, Wien) an diese Herausforderung.

Der Abend bestand aus zwei Teilen. Zuerst führte der Moderator ein kurzes Interview mit Peter Sandmann, der einige Geräusch-Praktiken der Filmproduzenten erklärte. Das Publikum erfuhr, dass die beeindruckenden Szenen-Geräusche, die zur Dramatik der Filmszenen beitragen, tatsächlich meistens in der Postproduktion beigefügt werden. Diese hörbar entstehen zu lassen, ist die Aufgabe eines Geräuschemachers. Dieser präsentierte einige seiner Kunststücke, wie Wellenrausch oder Anzünden der Zigarette, die natürlich als Vorgaben vom Publikum stammten. Die Schauspieler passten sich diesen Vorgaben an und improvisierten kurze Szene und Dialoge.

Die Hörspielbühne, Foto: Manuela Hoffmann

Nach der Pause kam die Zeit des langen Hörspiels. Das Publikum durfte durch Klatschen entscheiden, welches Genre improvisiert werden sollte. Die Mehrheit entschied sich für ein mittelalterliches Epos, das eine Liebesgeschichte zum Thema hatte. Erfuhren wir, wie der Fürst seiner Frau Kunigunde die Keuschheitsgelübte abtrotzte, ihr später jedoch zusätzlich noch eigenhändig einen Keuschheitsgurt anlegte. Was aber ihren heimlichen Geliebten Ferdinand den Listigen nicht davon abbrachte, doch noch eine Kopie des Schlüssels aufzutreiben. Der Geräuschemacher untermalte die Szenen immer geistesgegenwärtig mit passenden Geräuschen, wie z.B. Klappern der Rüstung. Ebenso hat auch Katie Freudenschuß musikalisch reagiert und zur Dramatik des Hörspiels beigetragen. Diesen Impro-Leckerbissen hat das Publikum mit selbst gemachtem lautem Applaus gewürdigt.

Auf der Bühne

IMPRO12: Murder on Fryday

von Sören Boller:

BERLIN – Jeden letzten Freitag im Monat zeigen die Schmetterlings im BühnenRausch den improvisierten Freitagskrimi, inspiriert von Dad´s Garage (Atlanta, USA). Diesmal, im Rahmenprogramm der IMPRO12, zusammen mit einem internationalen Ensemble. Zu Beginn der Show wurden die fünf beteiligten Charaktere vorgestellt, die bereits vor der Show von den Improvisateuren charakterlich konstruiert und vom Publikum dann jeweils um eine Eigenschaft erweitert wurden. Die Protagonisten der Geschichte sollten ein Mordopfer, einen Ermittler und eine Auswahl an Verdächtigen darstellen, ganz klassisch im Agatha Christie-Stil. Die Regisseurin und Moderatorin (Anna / Schmetterlings, Berlin) übernahm im Erzählstil die Einleitung und die Szenenübergänge, während Gilly Alfeo (Springmäuse, Bonn) für musikalische Untermalung sorgte.

Die Rahmenhandlung und Charaktere

Murder on Fryday

Die Protagonisten stellen sich vor, Foto: Sören Boller

Der für die Rahmenhandlung vorgegebene Club wurde vom Publikum als regionaler Fußballclub „Tore Brügge“ definiert. Die involvierten Charaktere waren: Club Manager und baldiges Mordopfer Mustafa, der mit allen anderen Charakteren schon einmal weitreichende Auseinandersetzungen hatte (Koray Bülent Tarhan / Istanbulimpro, Istanbul). Mustafas Exfrau und Clubmaskottchen Maggy, die ihre einzige Entspannung im Honigschlecken findet und anscheinend bereits durch alle Betten der Clubmitglieder gehüpft ist (Sabine / Schmetterlings, Berlin).

Murder on Fryday 2

Stephen Sim ermittelt als „Knut Schmidt“, Foto: Sören Boller

Einzig auf die Avancen von Torwart Knut Schmidt, dem Kanadier mit deutschen Wurzeln (Stephen Sim / CRUMBS, Kanada) ist Maggy bisher noch nicht eingegangen. Knut hat im Leben nichts außer seinem Club-Engagement als Torwart. Knut bewundert vor allem den Geruch des Shooting-Stars des Vereins, Rodriguez El Matador, der mit seinem heimlichen Hobby, der Kaninchenzucht, für Furore sorgen sollte (Jeron Dewulf / De Improfeten, Antwerpen). Illegal aus Serbien eingewandert und ziemlich undankbar als Putzhilfe und Junge für alles von Mustafa eingestellt wurde Goran, der eigentlich von einer großen Balletkarriere träumt (Erkan Uyanıksoy/ Istanbulimpro, Istanbul).

Ablauf der Geschichte

Damit die Polizei keine unangenehmen Nachforschungen anstellt, entschied sich der Verein den Mord kurzerhand selbst aufzuklären. Dazu wurde Knut Schmidt beauftragt die Protagonisten zu verhören. Schon beim Kartenkauf an der Kasse bekamen die Zuschauer einen vorgedruckten Zettel in die Hand, den sie mit Mordmotiven, Mordwaffen und unverzichtbaren Sätzen ausfüllen sollten und der dann von Knut Schmidt von Zeit zu Zeit eingesetzt wurde.

Muder on Fryday 3

Jeron Dewulf als El Matador beim Mord an Mustafa (Koray Bülent Tarhan), Foto: Sören Boller

Die Motive aller beteiligten Personen erhärteten sich während des Abends zwar allesamt, doch kam trotz der konsequent gespielten Charaktere keine richtige Spannung auf. Dass letztendlich El Matador durch einen dubiosen Deal mit der serbischen Mafia und wegen seines geplanten Verkaufs an einen russischen Fussballclub der Mörder war, wirkte leider ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Das Format „Murder on Fryday“ bleibt trotzdem hochinteressant, genauso wie der Abend auch verlaufen ist.

www.improfestival.de
www.improvisationstheater-schmetterlings.de
www.buehnenrausch.de