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Kunst&Handwerk von Claudia Hoppe: ![]() Amber und Matt BERLIN – Am Samstag und Sonntag, 7./8. Januar 2012 fand im BühnenRausch in Prenzlauer Berg ein Improtheater-Krimi-Workshop mit acht Teilnehmern (jeweils die Hälfte Frauen/Männer) plus Amber und Matt von Dad’s Garage aus Atlanta/USA als Dozenten statt. Es handelt sich um ein recht direktives Format, in dem jedem Spieler ein Charakter fest zugewiesen ist, den er bei der Aufführung zu spielen hat. Es gibt ein festgelegtes Setting, ein (in der Regel) reiches, mächtiges Mordopfer und einen festgelegten, „zufällig“ vor Ort anwesenden Detektiv, der die Ermittlungen führt. Dazu gibt es eine direktive Stimme aus dem Off, die die Schauspieler in bestimmten Konstellationen zu Szenen auf die Bühne ruft. Die Szenen finden in der Regel zu zweit statt, wobei auch weitere Spieler auf die Bühnen kommen können, wenn sie es der Szene für dienlich halten. Sind sie nicht gerade auf der Bühne in Aktion, sind für die Spieler Plätze in der 1. Sitzreihe des Zuschauerraumes reserviert, wo sie alles mit ansehen können (dass die anderen Spieler alles mitbekommen, was ihre Kollegen spielen, ist bei diesem Format besonders wichtig, da man sich später in seinen eigenen Szenen darauf beziehen kann, sogar soll). Auch das Opfer erscheint in Flashback-Szenen aus der Vergangenheit, ist also mit seinem Tod auf der Bühne nicht ausgeschieden, sondern nach wie vor präsent. Am Anfang gibt es eine Cocktailparty-Szene, in der alle Schauspieler auf der Bühne sind, am Ende eine, in der alle noch lebenden Figuren (es kann im Verlauf der Handlung auch mehr als eine Figur versterben) wiederum auf der Bühne sind, in der der Detektiv dann den Schuldigen überführt. Die Stimme aus dem Off stellt bei der Eröffnungsszene die jeweiligen Figuren vor (die dabei einzeln vortreten, während alle anderen bewegungslos einfrieren), der Mord findet bei abgeschaltetem Licht statt bzw. es wird auf eine Szene geschaltet, in der das Mordopfer bereits tot auf dem Boden liegt, so dass die eigentliche Tat am Anfang nicht gezeigt wird, dafür aber am Ende bei der „Überführung“ des Täters durch den Detektiv explizit gezeigt wird. Täter ist bei der großen Überführungsszene am Ende schlicht der letzte, den der Detektiv aufs Korn nimmt, nachdem er alle übrigen Figuren schon behandelt und nicht als Täter entlarvt hat.
Das Format lehnt sich an die Whodoneit (Wer hat’s getan?) Krimis einer Agatha Christie an, in der Hercule Poirot oder andere schnelle Denker die durch den Mord aus den Fugen geratene Weltordnung durch die Überführung des Täters / der Täter wieder herstellt. Die Spieler malen ihre Figuren möglichst plastisch und in melodramatischem Gestus aus und stellen sich entweder vorsätzlich verdächtig oder als so unverdächtig und unbetroffen dar, dass sie schon wieder verdächtig-unverdächtig erscheinen. Ziel und größter Spaß bei diesem Format ist tatsächlich, so verdächtig wie möglich zu erscheinen, gleichzeitig aber auch z.T. hanebüchene Verdächtigungen gegen die Mitspieler vorzubringen (und dadurch eventuell selbst noch verdächtiger zu werden). Die Stimme aus dem Off gibt nicht nur recht explizite Regieanweisungen, sondern steuert auch die Musik, die das Ende einer Szene mit einer bestimmten Spannungsmelodie anzeigt. Die Musik markiert mit einer anderen flirrenden Melodie den Beginn und das Ende von Flashback Szenen aus der Vergangenheit. Die Aufwärmübungen des Workshops waren körperbetont (Samuraischwert, das Nachmachen von emotionalisierten Gesten oder Sätzen), übten das Zuschreiben von Eigenschaften an einen in der Mitte des Kreises stehenden Mitspieler sowie einen darauf folgenden improvisierten Monolog Schwergewicht der Vorbereitungsübungen waren schließlich zufällige Szenen, in denen jeweils zwei / drei Spieler eines Improkrimis aufeinandertrafen, ihre (ihnen zugewiesenen) Figuren/Rollen in melodramatischem Ton ausmalten bzw. sich durch Ausdeuten der Beziehungen möglichst verdächtig machten. Davor war noch in Drei-Textzeilen-Szenen geübt worden, möglichst kurz und bündig eine Szene zu definieren, d.h. in drei Sätzen die Identität der Figuren, den Ort und das Thema zu definieren. Dies möglichst vornehmlich mit Körpersprache und ohne viele Worte. Ferner wurde das Format am Nachmittag des ersten Workshop-Tages bereits einmal eingeübt. Jeder Workshopteilnehmer bekam von Matt eine Figur zugewiesen, die es dann zu spielen galt: Ein mächtiger griechischer Reeder (Christos Papadapoulous) war ermordet worden. Das Umfeld des Mordopfers bestand aus: dessen Ehefrau, seiner Geliebten, seinem schwulen Sohn, seinem (heimlichen) schwulen Liebhaber, seiner Masseuse, seinem besten Kapitän, seinem erbittertsten Konkurrenten, seiner teuflischen Zwillingsschwester, einem Piraten und einem Butler. Das Mordopfer selbst sowie der Detektiv wurden nicht besetzt. Leider war jedoch nicht genügend Zeit, den Krimi zu Ende zu spielen, so dass offen bleiben musste, wer Papadapoulous letztendlich umgebracht hatte. Der zweite Workshoptag begann mit der Sammlung und anschließenden Auswahl eines potentiellen Settings für die geplante Show am Abend. Zur Stichwahl blieben letztendlich drei mögliche Opfer übrig: Ein Medien-Mogul, ein Mafia-Boss und ein Zirkusdirektor. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit für den Zirkus-Direktor. Somit wurden anschließend Figuren gesammelt, die im weitesten Sinne in einem Zirkusumfeld anzutreffen sind. Nachdem insgesamt etwa 20 verschiedene Figuren zusammen kamen, sollte jeder Teilnehmer seine drei liebsten Figuren benennen, dann wurde zusammen entschieden, wer welche Figur spielen würde. Neben der Zirkusdirektorin Nathalia Capellari gab es eine bärtige Frau (Amanda), eine Hasendompteurin (Bunny), einen schlechten / bösen Clown („bad clown“), eine menschliche Kanonenkugel (Bobby McFerrin), eine Ticketverkäuferin (Maria), eine Wahrsagerin (Madame Dominica) sowie einen namenlosen russischen Hausmeister. Die nassforsche „Detektivin“ Nancy (14 Jahre alt!) rundete das Ensemble ab. Nachdem die Charaktere vergeben waren, hielt jeder Charakter einen Monolog und anschließend wurde er von den anderen befragt wie in der Übung am ersten Tag, so dass sich Figuren formen konnten. Die Inhalte, die dabei definiert wurden, mussten nicht zwingend so auch in der Show vorkommen (d.h. die „Backstory“/Vorgeschichte der Figuren wurde konstruiert). Wenn man sich als Spieler mit einem bestimmten Aspekt oder einer bestimmten Eigenschaft seiner Figur unwohl gefühlt hat, musste man diese Facette in der Show natürlich nicht übernehmen. Der Nachmittag des zweiten Workshop-Tages verging mit dem Üben ähnlicher Formatszenen, wobei aber nicht die Charaktere genutzt wurden, die am Abend bei der Show verwendet werden sollten, um die Charaktere frisch zu halten und nicht „zu verbrauchen“. Am Sonntagabend mündete der Workshop in eine Aufführung um 20:00 Uhr im Bühnenrausch. Aufgrund der Tatsache, dass die erste Reihe den Spielern vorbehalten war und auch sonst die Bestuhlung nicht so eng war, wie es möglich gewesen wäre, war der Saal fast voll. Die Workshop-Teilnehmer hatten sich vorher kostümiert und dann ging es los. Das Format wurde wie geprobt umgesetzt und die Zuschauer waren begeistert. Kontrovers diskutiert wurde, dass Matt als Regisseur die Promiskuität der Figuren zu einem der Hauptaspekte in den Szenen gemacht hat, was dazu führte, das im Verlauf der zweiten Hälfte der Show nahezu jede Figur mit jeder anderen Figur Sex hatte (inklusive der 14-jährigen Detektivin). Am Ende der Show wurden wie geprobt die noch übrigen Charaktere (die Wahrsagerin, die menschliche Kanonenkugel, die bärtige Frau Amanda und der vermeintlich einarmige Hausmeister) verhört und es stellte sich heraus, dass die 14-jährige Detektivin Nancy die Mörderin gewesen war, die sich unversehens selbst über- und von Amanda schließlich abgeführt wurde. Wie sich in einem Gespräch nach der Show zeigte, hatten Matt und Amber das Format vorher noch nie so gespielt, dass der Detektiv am Ende der Mörder war. Aber da Nancy die einzige Figur war, die bei allen weiteren Morden anwesend war, blieb dies die einzig logische Schlussfolgerung. Da der Eintritt zur Show frei war wurden am Ende Spenden gesammelt. Auf der Bühne
Für Impro-Enthusiasten sind die sogenannten “BIF-Days” sicher von besonderem Interesse. Die Idee ist, dass man nicht nur einen Festivalworkshop besucht, sondern auch gleich noch gemeinsam mit den anderen Teilnehmern die Shows besucht. Außergewöhnlich gestaltet ist die Ensembleliste, die dieses Jahr statt Fotos Karikaturen der Teilnehmenden zeigt. Aber regelmäßige Festivalgänger erkennen schnell, wer da gemeint ist. Wir freuen uns schon jetzt auf ein inspirierendes Festival und werden berichten. Impro-News.de ist auch in diesem Jahr Medienpartner der IMPRO2012. Hier geht es direkt zur Festivalseite: www.improfestival.de Auf der Bühne “Ein Glück, das hätten wir hinter uns gebracht”, schnauft Robert Munzinger, nachdem er zusammen mit Billa Christe und Tom Jahn mehrere Minuten zu lauter Musik wild getanzt hat. “In Chicago ist die Gruppe ‘Two men, no Show’ so auf die Bühne gekommen und das wollten wir unbedingt auch ausprobieren”, erklärt er den ungewöhnlichen Show Auftakt nach der Pause. “Aber die waren 10 Jahre jünger als wir”, ergänzt Tom Jahn. Lust am Ausprobieren Auch diese Selbstironie und die Lust am Ausprobieren sind es, die die 3 Gorillas in der Special-Show “Chicagorillas” am 25.11.11 sympathisch machen. Vor allem aber ihre große Spielfreude. Sie sind entspannt, sie sind schnell, sie sind im Moment und mit Spaß dabei. Gibt es doch mal ein Missverständnis wird selbstironisch gelächelt oder eine launige Bemerkung gemacht. Das liebt das Publikum, wahrscheinlich weil es dann spürt, dass improvisiert wird, und dass die Spieler locker bleiben, obwohl etwas schief geht. Werden diese ironischen Distanzierungen überreizt, schlägt die Wirkung schnell ins Gegenteil, so wohldosiert aber erhöhen sie den Charme. Vor der Pause spielen die drei eine Oper, ein Brecht-Weill-Musical, ein Pina-Bausch-Tanztheater und ein Filmgenre (hier: Thriller), haroldartig verschränkt, bis auf das Tanzstück alles zweiteilig. Diese Form war der Gorilla-Beitrag für das “Second City”-Festival in Chicago und lässt vermuten, dass in Amerika auch Genres präsentiert werden sollten, die dort mit Deutschland verbunden werden. Knisternde Spannung Beim Improtheater ist Adaptieren und Parodieren ja äußerst beliebt. Spannend ist die Frage, ob das Ergebnis auch funktioniert, wenn man das Original nicht kennt. Beim Thriller war das an diesem Abend der Fall. Die aufgebaute Spannung brachte selbst die bei jeder Kleinigkeit lachende Dame in der zweiten Reihe zum verstummen. Die Spieler zeigten einen Mann, der gerade seinen Chef ermordet hat und in stürmischer Nacht zu seiner schwangeren Frau zurückkehrt. Plötzlich erscheint ihm – unsichtbar für seine Frau – der Geist des Ermordeten. Einerseits war es storytellingmäßig etwas inkonsequent, dass der Geist im zweiten Teil keine Rolle mehr spielte und stattdessen ein menschlicher Rächer die Szene betrat. Andererseits war dieser für die Geschichte ergiebiger, da auch die Frau mit ihm interagieren konnte – natürlich kannten sich alle drei Figuren, Rächer und Ehefrau hatten mal was zusammen. Die Gorillas zeigen im zweiten Teil der Geschichte, was sie können: die Angst und Bedrohung der Figuren werden deutlich spürbar, das Publikum hält stellenweise den Atem an. Außerdem stimmt der Rhythmus und es gibt Überraschungen – die Frau schlägt sich scheinbar auf die Seite des Rächers um ihm dann plötzlich die Waffe zu entwenden. Beklemmend auch Billa Christes abschließendes “Wir werden immer für dich sorgen”-Lied für das Ungeborene, nachdem ihr “Mann” den zweiten Mord begangen hat. Das Baby als Inbegriff des Unbelasteten, Unschuldigen verstärkt im Kontrast die Gewalt und Schuld der Eltern. Schönes Schauspiel Es sind aber auch die kleinen Details, die Freude machen. Wie Robert Munziger z.B. pantomimisch eine Waffe lädt, ist an sich schon sehenswert. In einer anderen Szene spielt er einen Jugendlichen. Ohne dass Robert offensichtlich etwas “macht”, sieht man plötzlich einen lässig-schlunzigen Halbwüchsigen vor sich. Besonders wirkungsvoll, weil nicht überzeichnet. Gutes Schauspiel bereichert Improszenen ungemein. Albern und schief – die Oper Ganz anders die “Oper” – sicher kann es auch den besten Sängern mal passieren, dass sie schief singen. Aber hier schien es mir, dass es den Spielern sowieso nicht so wichtig war. Ein bisschen Rauf- und Runterjodeln, ein bisschen bedeutungsschweres Knödeln – fertig ist die Opernparodie. Schön, wer darüber lachen kann, für alle anderen bleibt wenig übrig. Natürlich ist Oper schon im Original eine oft skurrile, manchmal vielleicht sogar lächerliche Kunstform. Aber – sie ist eben auch ästhetisch und emotional berührend. Die Impro-Parodie (nicht nur der Gorillas) versucht es noch nicht einmal, gefragt wird bewusst nach einem banalen Problem (hier: Laufmasche). Natürlich sind Impro-Spieler keine Opernsänger, aber Tom Jahn hat durchaus eine beeindruckende Bassstimme. Sehr gerne würde ich ihn mal einen sinistren Bösewicht oder alten König singen hören, Rollen, die in der Oper eben von Bässen verkörpert werden. Doch der Klamauk-Modus wird leider nicht in Frage gestellt. Zahnpasta-Blues Nachdem die Gorillas in der zweiten Hälfte Formen spielen, die sie bei anderen Gruppen auf dem Chicago-Festival gesehen haben, beendet Tom Jahn die Show mit einem Blues. Und der ist richtig cool! Rauchige Stimme, fetter Sound, yeah! (Keyboard: Felix Raffel) Schade nur, dass Tom Jahn wieder nur über ein banales Problem singen möchte (Zahnpasta leer). Klar, ganz witzig. Kann man machen. Aber könnte man nicht auch mal ein echtes Problem zum Thema machen? Wenn man bedenkt, dass beim Blues mitunter sogar auch improvisiert wird, hätte das Improtheater hier die Chance, sich mit einer großen Kunsttradition wirklich zu verbinden, statt sie immer nur zu parodieren. Auf der Bühne
Spontan wie nie
Und noch mehr ImprovisationDas Programm der Brotfabrik verspricht aber noch mehr Improvisiertes und Ungeprobtes ab April. Am 5. heißt es “Hear and Now Dimensions”, eine Performance die improvisierte Musik mit Theaterspiel und Licht vereint. Hier soll eine Symbiose der Kunstformen entstehen, die sich zwischen den Welten bewegen und nicht vorhersehbar, nicht vorherhörbar sein will. Und ab 13. April präsentiert Antigone 2.0 “Ajax/Don Quichotte” eine Theaterperformance in der Beta-Version. Hier steht zwar nicht expliziet Impro drauf, aber es werden keine Texte auswendig gelernt, Unfertiges gezeigt und jeden Abend die Welt neu erklärt. Hier ist also auch alles vom Geist der Improvisation durchzogen. Ein Besuch in der Brotfabrik lohnt also für Interessierte an den Vielfältigkeiten der Improvisation. Vielleicht bietet die Bühne an der Weißenseer Spitze einen Experimentierraum, in dem improvisiertes Theater sich durch das Zusammentreffen mit anderen Inszenierungen bereichern kann. Wir werden sehen. Links und TermineJump Improvisationstheater: Allgemein BERLN – Die Macher der Berliner Improliga hatten am Dienstag 10. Januar 2012 zum Treffen geladen. Ziel war, eine Auswertung der 1. Ligasaison vorzunehmen und dies mit allen interessierten Improgruppen der Stadt. Wir hatten den Aufruf auf Impro-News veröffentlicht. In einer überwiegend entspannten Atmosphäre wurde Bilanz gezogen: das Presseecho war gewaltig (ca. 200 Artikel) und der Publikumszuspruch groß – alle Abende bis auf zwei ausverkauft, im Schnitt gut 100 Zuschauer. Einig waren sich die meisten, dass die Gruppen bei ihren eigenen Shows besser spielen würden als sie es in der Liga getan haben. Die Konkurrenzsituation hätte viele, wenn auch nicht alle Spieler unter Druck gesetzt und nicht wirklich frei aufspielen lassen. Dazu wurde angemerkt, dass trotz Gagging-Verbots gegaggt worden sei „dass die Schwarte kracht“. Es wurde erwähnt, dass Keith Johnstone doch Recht habe und Theatersport mit echtem Wettkampf nicht funktioniere, auch eine “Bestrafung” für den Sieger ändere daran nichts, denn man wolle bei den Szenen eben doch gut aussehen. Juroren oder andere Regeln würden da kaum einen Unterschied machen. Andere betonten die Attraktivität der Wettkampfstruktur für das Publikum. Vorgeschlagen wurde, Teams verschiedener Gruppen zusammenzulosen (wird in Slowenien praktiziert) oder den Sieger auszuwürfeln oder der/die beste Spieler/in zu wählen. In dieser Diskussion wurde auch hier keine Antwort gefunden. Aus Sicht der Öffentlichkeitsarbeit wurde aber festgehalten, dass die Veranstaltung mit Wettkampfcharakter gut zu bewerben sei. Dabei wurde zu bedenken gegeben, dass ein gestellter Wettkampf der Kunstform Impro schaden könnte und Impro dabei nur als Theatersport bekannt würde. Ob es 2012 wieder eine Liga geben wird, mit welchen Gruppen und in welcher Form, mit echter, simulierter oder ohne Konkurrenz wurde von den Liga-Verantwortlichen völlig offen gehalten. Im zweiten Teil des Abends wurden Ideen und Vorschläge zur besseren Vernetzung und gemeinsamer Werbung der Berliner Improszene ausgetauscht. Auch hierbei wurde nichts entschieden, sondern auf einen Nachfolgetermin verwiesen. Es wurde beschlossen, dass zwei Arbeitskreise entstehen, die sich zum einen mit der Liga, zum anderen mit der Entwicklung gemeinsamer Aktionen auseinandersetzen. Ob sich die Szene produktiv zusammenfindet, muss sich aber noch zeigen. Wenn weitere Spieler und Gruppen Interesse an der Mitarbeit und einem Zusammenschluss haben, melde sie sich bitte über die Adresse der Improliga: info [ät] improliga-berlin.de. Hier kann großes entstehen und ein erster Schritt ist gemacht. Allgemein BERLIN – Am letzten Sonntag (08.01.2012) fanden sich auch in Berlin einige mutige (und kälteresistente) Impro-Event-Teilnehmer, die im Rahmen des weltweiten No Pants Subway Ride trotz ungemütlichen Wetters eine beinkleidlose Bahnfahrt wagten. Hier ist das Video: Kunst&Handwerk von Thomas Jäkel: Die Gorillas veranstalten auch 2012 wieder ihr internationales Festival in Sachen Improvisation in Berlin. Für die nun schon 11. Ausgabe sind vom 23. März bis 1. April 2012 35 KünstlerInnen aus 12 Nationen eingeladen. Wir von Impro-News freuen uns, wieder als Medienpartner das Festival begleiten zu können! Wer sich noch einmal das fantastische letzte Festival ins Gedächtnis rufen will: Hier geht’s zu unserem Übersichtsartikel zur IMPRO2011. Dass solch ein Festival Geld kostet ist klar, oder? Die Künstler spielen ohne Gage, aber allein die Reisekostenerstattung verschlingt Unsummen. Dann müssen sie hier untergebracht, verköstigt und betreut werden. All das und die restlichen Kosten für Werbung, PR, Programme, Mieten usw. haben die Gorillas sonst aus eigenen Mitteln und den Eintrittsgeldern frei finanziert. In diesem Jahr gehen sie einen spannenden neuen Weg. Crownfounding
Warum soll ich bezahlen?Nun kann man sich fragen, warum sollten man Geld für ein Festival bezahlen, zumal es das Festival der Gorillas ist? Besonders Impro-News-LeserInnen sind meist als Spieler mit der Szene verbunden und man hat schon das Gefühl, dass man hier die Konkurrenz unterstützt. Diese Gefühl stimmt zweifelsohne. Und wer das so sieht, der gebe nichts. Ich persönlich habe einen Beitrag gegeben – aus 3 Gründen. 1. (ein egoistischer Grund): Für jeden gespendeten Betrag erhält man ein (teilweise limitiertes) Dankeschön. Diese reichen vom Gorilla-Kartenspiel bis zum eigenen Lied auf CD. 2. (ein altruistischer Grund): Wer die Berichterstattung verfolgt hat, konnte sehen, dass wir der IMPRO2011 einige der großartigsten Impro-Momente des letzten Jahres zu verdanken hatten. Allein die Diskussionen die vor, während und nach dem Festival geführt wurden, haben die Berliner Improszene positiv beeinflusst. (Denn es hatte derjenige meiner Meinung nach Recht, wer sagte: “Impro schauen ist passives Workshoppen”.) 3. (ein pragmatischer Grund): Wir als Improspielerinnen und Improvisateure, als Kunstschaffende und Kulturmenschen können nur zusammen etwas erreichen. Künstler neigen ja leider zur narzitischen Selbstverwirklichung, die Kompromissen zum gemeinsamen Handeln entgegenstehen muss. Wenn aber viele in ein Festival investieren, werden wir auch Anteilseigner. Wir machen das Festival in gewissem Sinne auch zu unserem und nehmen so Anteil. Den Gorillas wird bewusst sein, dass alle die Geld gegeben haben, damit unausgesprochen auch etwas einfordern. Und das finde ich gut. Denn ich fordere implizit: Die IMPRO2012 soll stattfindet, Spitzen-Improvisationstheater nach Berlin bringen und mich davon überzeugen, dass ich einer der spannendsten Kunstformen nachgehe! Kunst&Handwerk „ BERLIN – Eine der erfolgreichsten Shows bei Dad’s Garage, die schon in frühen Jahren entwickelt wurde, ist eine zweiaktige Krimi-Show. Die Besetzung ist groß, Dad’s Garage spielen sie mit zehn Spielern und haben sie „Murder She Improvised“ genannt. In diesem Workshop geben sie weiter, wie genau das Format funktioniert, aus welchen Elementen es besteht und geben hilfreiche Tipps aus dem Erfahrungsschatz, den sie durch die vielen Aufführungen des improvisierten Krimis gesammelt haben. Der Workshop ist gedacht für Ensembles, die im Anschluss einen improvisierten Krimi auf die Bühne bringen wollen, am besten mit einer tatsächlichen Aufführung am letzten Workshoptag, bei der auch Kevin und Amber dabei sind. Natürlich ist dieser Workshop aber auch ohne eine Aufführung buchbar für jeden, der Dad’s Garages Ansatz für Impro-Krimis kennenlernen möchte. Für Improspieler mit guten Vorkenntnissen. Sa./So., 07. 01. / 08. 01. Anmeldung über den BühnenRausch per Mail: wir(ät)buehnenrausch.de oder hierentlang zum Kontaktformular. Auf der Bühne BERLIN – Die Organisatoren der Improliga Berlin baten uns, folgenden offenen Brief an alle Improgruppen zu veröffentlichen. Zur Erinnerung und für diejenigen, die ihn vielleicht nicht bekommen haben.
Allgemein
1. Name der Gruppe? (evtl. mit Bedeutung, Motto oder Kampfschrei) 2. Seit wann existiert die Gruppe? 3. Wo tritt sie vorwiegend auf? (Region, Stadtteil, Bühne) 4. In welchem Abstand finden Auftritte statt? 5. Aus wievielen Mitgliedern besteht die Gruppe derzeit? 6. Wie ist der Hintergrund der Spieler? (z.B. ausgebildete Schauspieler, Studenten, Kollegen, Gartenfreunde oder bunt gemischt) 7. Welche Formate spielt die Gruppe? (Bitte auch mit einer Gewichtung) 8. Wo liegen Spezialitäten der Gruppe? 9. Welche Lehrer, Besondere Erfahrungen, Auszeichnungen hat die Gruppe? 10. Über welche Homepage und welche soziale Netzwerke ist sie erreichbar? 11. Werden Mitspieler gesucht? 12. Kann man die Gruppe für Events buchen und welche wären das? |
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