Geschichte des deutschsprachigen Impro-Theaters

Die Geschichte des Improtheaters im deutschsprachigen Raum beginnt vor 35 Jahren. Es hat sich viel entwickelt, inzwischen gibt es fast überall Impro in vielfältigen Formen. Die Entwicklungstationen sind in diesem Zeitstrahl visuell mit vielen Details nachvollziehbar.

Der Zeitstrahl

In dieser interaktiven Timeline sind die Ereignisse verzeichnet. Es kann sowohl einzeln durch die Ereignisse geklickt werden oder in kleinen Leisten unterhalb des Inhaltsfensters. In der Recherche sind über 120 Einträge zusammengekommen, die die Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz illustrieren.

Hier der Zeitstrahl in voller Seitenbreite

Die Anfänge – frühe Gruppengründungen

Begonnen hat das deutschsprachige Impro-Theater in Bonn. 1982 gründete Bill Mockridge das Theater „Springmaus“ . Nach dem Vorbild von „Second City“ in Chicago gründete er ein Sketch-Theater, das die Programme durch Impro-Szenen erschuf und dann wiederholte. Am Ende der Shows gab es jeweils einen improvisierter Teil. Gute Szenen schafften es ins Programm erzählte mir Gilly Alfeo, der seit 1999 zum oft wechselnden Ensemble der „Springmaus“ gehört. Der Ruf der „Springmaus“ war enorm, es gab Schlangen um den gesamten Häuserblock, wurde mir berichtet.

In eben einer dieser Schlangen stand auch Gilla Pitz. Die „Springmaus“ inspirierte sie und Mitstreiter, auch auf die Bühne zu gehen. Die „Stehgreifbühne Münster“ war fasziniert vom Psychodrama nach Jacob Levy Moreno. Bei Shows wurde das Publikum ausführlich nach Geschichten befragt, die dann in Kostümen gespielt und so lange verändert wurden, bis die Zuschauer zufrieden waren. Manche Shows dauerten bis zu fünf Stunden.

1987 gründete sich die Gruppe „Emscherblut„. Bernd Witte hatte in seiner Zeit in Paris Impro-Theater kennen gelernt und brachte die Idee nach Dortmund. Auf einem Theaterfest spielten die gelernten Schauspieler*innen das erste Mal zusammen, um sich dann dem Impro-Theater gemeinsam zu widmen. Sie spielten die ersten völlig improvisierten Shows in Deutschland. Mit Umzügen und Kennenlerntreffen erweiterte sich der Kreis, es gründeten sich 1990 die Gruppen „6 auf Kraut“ in Nürnberg, „Drama Light“ in Mannheim und das „Projekttheater Dresden“ .

Einen weiteren Impuls setzte Volker Quandt in Tübingen. Er hatte Impro in den 80er Jahren bei Workshops mit Keith Johnstone in Dänemark kennengelernt, wie er mir am Telefon erzählte. 1990 wurde er an das „Kinder- und Jugendtheater Tübingen“ als künstlerischer Leiter berufen und setzte dort umgehend Impro-Theater auf den Spielplan. Das „Harlekin Theater“ spielt dort bis heute regelmäßig sehr erfolgreich Theatersport. Volker Quandt brachte dieses Konzept an diverse Stadttheater. Mit jeweils etwa sechs Wochen intensiven Proben bereitete er Ensembles auf regelmäßige Shows vor.

Weitere Gruppen gründeten sich, wie „holterdiepolter“ Nürnberg, die „Beutelboxer“ Würzburg, „Hottenlotten“ Bochum, „Anonyme Improniker“ Bamberg, „Steife Brise“ in Hamburg oder die „Letzte Erlanger Oberhitze“. Die Gründungen erfolgten oft nach Workshops, von denen es nun immer mehr gab. Insbesondere Doug Nunn aus den USA und John Hudson (Neuseeland) waren regelmäßig tourende Trainer mit großem Einfluss auf die deutschsprachige Szene. In München formierte sich 1992 nach zwei Semestern Kolloquium am Institut für Theaterwissenschaft bei Dr. Christopher Balme die Gruppe „fastfood theater“ .

Es war damals gewollt, sich Gruppennamen mit lokalem Bezug zu geben. Es fanden erste Matches zwischen den Gruppen statt und das sorgte auch für eine entsprechende Vernetzung der Gruppen und Austausch. Dieser gipfelte in der 1. Deutschen Meisterschaft 1993 in Dortmund, die von „Emscherblut“ organisiert wurde. Das war ein Großereignis dieser Zeit für die teilnehmenden Gruppen, die erstmals so groß zusammen kamen. Ein Austausch passierte bis dahin nur bei Matches zweier Teams.

Vor allem Bernd Witte („Emscherblut“) und Siggi Werkele („6 auf Kraut“) begannen 1993 den „Improliga Rundbrief“ regelmäßig zu verschicken. Gruppen konnten Beiträge an die beiden senden, es wurden Fotokopien gemacht und zusammen mit Texten per Post an alle Interessierten versandt. Wie der Name schon andeutet, war das Interesse an der Gründung einer Improliga groß. Damit etablierte sich auch eine regelmäßige Austauschkultur über die Kunstform, den organisatorischen Teil von Impro sowie Workshops und Berichte von Begegnungen im Ausland und Theorien und Erfahrungen, bis hin zu ersten Experimenten mit Langformen wie dem „Harold“ .

Vernetzung und Wachstumsphase ab 1995

Weitere Gruppengründungen folgten (so dass ich auf die Darstellung in der Timeline nach 1995 verzichte – es explodiert förmlich). 1995 findet die 2. Deutsche Meisterschaft in Hamburg statt. Die Szene wird immer größer und professionalisiert sich weiter.
1996 und 1997 wird der „SDR-Theatersportcup“ für das Fernsehen produziert. Die Übersetzung der Bühnensituation für das Fernsehen ist nicht einfach und es wird experimentiert. 1996 findet die 3. Deutsche Meisterschaft zusammen mit dem 1. Improtheaterfestival organisiert von „fastfood theater“ in München statt. Mit dabei sind u.a. Keith Johnstone, Frank Totino und Randy Dixon. Dabei entsteht der Dokumentarfilm „Wie das Leben so spielt“ von Haro Senft.

1997 beginnt Stephan Stark („holterdiepolter“) die Webseite impro-theater.de, die mit News, einem Gruppenverzeichnis und einem Forum ein zentraler Anlaufpunkt für Improspieler*innen wird. Ebenfalls 1997 findet bei Heidelberg ein Runder Tisch statt, um verschiedenste Themen zu beraten, wie weitere Meisterschaften, die Impro-Liga und wie sich die Szene entwickelt.
Die Gorillas“ in Berlin können 1997 das Ratibor-Theater gewinnen, ausschließlich Improvisationstheater zu zeigen. In Bremerhaven findet mit dem FlashFest ein Festival mit Matches und Langformen von mehreren teilnehmenden Gruppen statt.
Eine weitere Webseite geht 1998 online – der Impulsverlag stellt neben einer weiteren Gruppenliste und News auch Impro-Games vor und bietet Material rund um die Themengebiete Improtheater.
1999 finden in Linz erstmals die Österreichischen Theatersport Meisterschaften statt, die bis heute jährlich ausgetragen werden. Im gleichen Jahr gibt es die erste Europameisterschaft, die das Nationalteam von Österreich für sich entscheiden kann.

Festivals und Inkubatoren – die Ära 2000-2010

Neben der weiteren Neuformierung von Gruppen beginnt ab 2000 ein zunehmendes Interesse an Festivals. Dabei finden die längerfristig stattfindenden Festivals jeweils einen eigenständigen Ansatz. Das elf Mal stattfindende „Wat’n da los“ in Berlin ist eher Community-zentriert, mit gemeinsamen Übernachten in einer Halle und einem Wochenende voll mit Workshops.

Ebenfalls in Berlin beginnt 2001 die „IMPRO“ – ausgerichtet von den „Gorillas“, die jedes Festival unter ein eigenes Motto stellen und viel Lust auf experimentelle Formen haben. Mit den sehr weit gefächerten Gästen aus aller Welt werden vor allem hochkarätige Shows entwickelt. Im gleichen Jahr startet mit dem „Würzburger Improtheaterfestival“ ebenfalls ein in jedem Jahr hochkarätig besetztes internationales Festival. Beide Festivals bringen Spieler nach Mitteleuropa, die danach noch weiter touren und somit die Weiterentwicklung und Verbreitung verschiedenster Spielformen forcieren.

Weitere wichtige Festivals entstehen, wie in Halle ab 2003 mit der „Impronale„, die neben Workshops auch den „Improkal“ für das interessenteste Format von den Zuschauern wählen lassen. Das „Kölner Impro-Festival“ trägt jährlich während des Festivals mit dem „Goldenen Improstern“ den vielleicht bekanntesten Einzelspieler-Wettbewerb aus. Das „MOMENT! Festival“ in Wien mit Shows von einem internationalen Ensemble entsteht 2006 im „TAG-Theater„, das sich insgesamt sehr dem Improtheater zuwendet.

Im Jahr 2002 eröffnet Karin Mietke in Berlin den „BühnenRausch„, ein Theater, das hauptsächlich Impro-Theater zeigt. Dieser Ort wird ein großer Inkubator der Berliner Impro-Szene, denn hier spielen diverse Impro-Gruppen ihre Shows.
Ralf Schmitt und Stephan Stark veranstalten das erste „Impro-Hotel“ im Sommer 2003. Dabei ist eine Woche Sommerurlaub gepaart mit Impro-Workshops und 30 bis 40 anderen Impro-Spielern – das verbindet die Szene sehr. In zwischen gibt es deutsche und internationale Impro-Hotels sowie Masterclass-Wochen in sehr warmen Gebieten, meistens auf Mallorca.
2004 veranstaltet die Wiesbadener Gruppe „Für Garderobe keine Haftung“ den 1. „Impro-Sommer“ auf dem Neroberg. Das über mehrere Wochenenden stattfindende Open Air zieht inzwischen mehr als 3000 Zuschauer zu Shows.

Das Fernsehen bringt mit „Schillerstraße“ ein Impro-Format, das anfänglich recht erfolgreich ist. Dirk Bach, der bei der „Springmaus“ als Impro-Spieler begann, prägt als TV-Star den Blick auf die Szene. TV und Impro wird hauptsächlich als Comedy inszeniert. Weitere Fernsehformate, wie z.B. „Frei Schnauze“ folgen.

2004 erscheint mit dem Buch „Theater ohne Absicht“ von Gunter Lösel eine Betrachtung von Impro-Theater aus wissenschaftlicher Sicht. 2005 startet Guido Boyke das „Improwiki„, das sich zu einer großen Quelle für Spielformen entwickelt. Mit „Improgedanken“ von Dan Richter startet ein erster und bis heute aktiver Blog über Improtheater.

Im Sommer 2006 beginnt zeitgleich zur Fußball-WM auch die „Theatersport WM“ mit Teams aus 16 Ländern. Das Turnier wird von diversen Gruppen gemeinsam organisiert, die Matches finden in etlichen Städten statt. Belgien und Kanada teilen sich den Weltmeistertitel. Die Zeit der großen Turniere neigt sich dem Ende, 2009 findet in Berlin bei den „Gorillas“ die bislang letzte Deutsche Meisterschaft statt.

Das „Impro-Theater Bremen“ eröffnet 2007 eine eigene Spielstätte, in der sie vor allem Langformat-Improvisation zeigen. In Zürich betreibt die Gruppe anundpfisich mit der Töpferei ebenfalls ein eigenes Theater. In Sarnen in der Schweiz startet 2007 das jährliche stattfindende Festival „Improsante„.

Die Community-Ära und Experimentierfelder

Im Jahr 2009 beginnen in Berlin Thomas Jäkel und Marco Brüders mit Impro-News.de, diesem Blog, der mit diversen Gastautoren vor allem auch Showreviews von Impro-affinen Menschen bieten soll. Mit Show-Videos von Stephan Holzapfel, weiteren Blogs wie meinem Blog „macrone.de„, Podcasts wie „Frequenz Impro“ von Stephan Ziron, Georg Weissfeld und Thomas Jäkel, „Improv World News„, dem Podcast von Claudia Hoppe oder Impro-Musik Blog und Podcast von Stephan Ziron entsteht ein großes online verfügbares Angebot, das die lokale Szene in Berlin weiter gedeihen lässt und eine der größten und vielseitigsten in Europa wird. Das spiegelt sich unter anderem im „Berliner Impro Marathon„, der auf vier Bühnen gleichzeitig Improtheater in vier Sprachen mit über 40 Berliner Spieler*innen aufwartet.

In diesen Zeitraum fallen auch diverse neue Festivals eines neuen Typus. Sie sind von der lokalen Community organisiert. Gruppen können sich für Auftritte bewerben. Beispiele dafür sind u.a. das „Punk und Pomp“ Mainz, „SpontanOL“ Oldenburg, „ImproNover“ Hannover, „Improvember“ München oder „dingsDA“ Darmstadt, „Firlefanz Festival“ Köln, das „Wiener Impro Festival“ oder das „Spunk“ in Zürich. Ebenfalls stark der Community zugewandt ist das „Impromusiker Camp“ – organisiert von Stephan Ziron, das als BarCamp jeweils an einem anderen Impro-Festival andockt.

Ein Experimentierfeld seit 2010 sind improvisierte Filme. 2012 gewann „Hidden Shakespeare“ mit dem komplett improvisierten Film „Heilig Abend mit Hase“ den Max-Öphyls-Preis. Eine Europäische Zusammenarbeit war das Projekt „Should I Stay Or Should I Go“ der Gorillas, was neben einem Film noch ein Festival und das Buch „Collective Improvisation: From Theatre to Film and Beyond“ von Sonja Vilč zum Thema Impro und Film hervorbrachte. Der Film „Another One Opens“ von den „English Lovers“ wurde auf diversen Filmfestivals ausgezeichnet.

2013 erschien die erste Dissertation zum Thema Impro-Theater von Gunter Lösel. Er forscht jetzt an der Zürcher Hochschule der Künste, wo 2016 mit dem „Impro-Talks Symposium“ Impro-Theater im wissenschaftlichen Kontext diskutiert wurde. Ebenso entstanden zwei weitere Impro-Orte. In Bremen hat sich „Alsomirschmeckts!“ – oder kurz AMS als Community mittels Crowdfunding ein Theater finanziert. Mit dem „Comedy Café Berlin“ hat vor allem die englischsprachige Szene einen Spielort bekommen, der weitere Gruppen aus dem Boden schießen lässt. Mit „Improv Comedy und Du“ von Jens Wienand („Drama Light“) ist jetzt auch ein Podcast über die amerikanische Spielweise verfügbar. Und es entstehen mehr Festivals (Aachen, Emmendingen, Potsdam, Osnabrück, Leipzig, Hamburg, Karlsruhe), neue interaktive Wettkampfformen per Internet-Stream und -Abstimmungwie bei dem ZIF Zürich oder auch ein klassischer Ligabetrieb wie zwei Jahre lang bei der Hamburger Improliga. Alles bleibt in Bewegung.

Hilfe von euch

Das Schöne an diesem Artikel ist: er zeigt das Wachstum der Kunstform. Der Zeitstrahl ist sicher nicht vollständig (Gruppengründungen ab 1996 sind nicht mehr verzeichnet, das sind einfach zu viele). Also wenn ihr etwas wisst oder einen Fehler findet, kommentiert oder schreibt uns. Wir wollen die Timeline gern mit Euch zusammen verbessern.

Dank

Das Projekt existiert schon eine Weile und ich habe sehr viel Hilfe und Support bekommen. Danke an dieser Stelle für lange Telefonate und Tipps an Bernd Witte, Roland Trescher, Gilla Pitz, Volker Quandt, Gilly Alfeo, Siggi Weckerle und Gunter Lösel. Und ebenso danke an Claudia Hoppe und Thomas Jäkel für Input und Korrekturen.

Und: wir freuen uns über Kommentare hier im Blog ganz besonders.

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macro

Mirko 'macro' Fichtner schreibt seit 2011 für Impro-News. Er ist Gründungsmitglied der Improbanden und Mitorganisator des Berliner Impro Marathon. Webseite: macrone.de
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4 Gedanken zu „Geschichte des deutschsprachigen Impro-Theaters

  1. Lieber Mirko Makro Fichtner,
    Toll deine Impro Geschichte zu lesen! Es war auch schön meine Name(Doug Nunn) zu sehen. Es ist bestimmt richtig, daß ich oft in deutschsprachigen Bereich gecoacht habe. Ich habe in 1988 das erste Mal bei dem „Baby Emscherblut“ gearbeitet habe(mit meiner alten Partnerin, Tracy Burns) und das letzte Mal in September(vor 2 Monaten) in Landau, Mannheim, Bochum und Hamburg(bei Steife Brise) gearbeitet. Ich habe eine Menge von interessanten Spieler kennengelernt und wunderbaren Mannschäften gecoacht.
    Ich würde gerne mehr mit dir hin und zurück schreiben und ich freue mich mehre zu lesen.
    Alles Gute,
    Doug Nunn

  2. Hei Macro, Vielen Dank für die Dokumentation. Ich finde es wunderbar und gut daß Du Dir die Mühe machst anhand des Zeitstrahl ein Stück Geschichte Improentwicklung in Deutschland zu dokumentieren.
    Meine Ergänzungen die vielleicht nicht in der Ausführlichkeit auftauchen müssen…. aber ich gerne erwähnt hätte:
    2006 die WM : Die Theatersport WM fand in 19 verschiedenen deutschen Städten satt mit 16 beteiligten Ländern. Sie war offizieller Beitrag des Kulturprogramms der FIFA Weltmeisterschaft 2006.Das Grenze ist dokumentiert im Film „Lost in the moment“(Stefan Hillebrand)

    2006 – 2010 fand in der Rhein-Neckar Region das erste internationale SchülerInnen Improfestival SIT UP! statt.(organisiert u.a.von Drama light ) Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren aus ganz Deutschland trafen sich mit Jugendlichen aus Frankreich, Slowenien, Lettland, Niederlande und Kanada trafen sich zu Workshops und erarbeiteten das Improformat „Theater to go“ – ein Stationentheater mit improvisierten Szenen mit den Schwerpunkten: Masken, Bewegung, Musik, Geschichtenerzählen, Schauspiel. um die Bannbreite von Improvisationstheater zu erforschen und miteinander zu spielen.

    2001 wurde der erste komplett improvisierte Kurzfilm von Stefan Hillebrand (Drama light) und Oliver Paulus für den Schweizer Kurzfilmpreis nominiert. 2003 gelang den beiden Produzenten und Regisseuren der Durchbruch mit ihrer improvisierten Filmmethode mit (dem komplett improvisiertem) Spielfilm „Wenn der Richtige kommt“ der international mehrfach auch auf A Filmfestivals ausgezeichnet wurde. (Presseecho z.B. von variety und screen international ). Der Film lief weltweit von Sibirien bis USA , von Bangladesh bis San Sebastian und hat soviel Aufmerksamkeit erregt, daß weitere Filme wie z.B.( Wir werden uns wiedersehen, Vielen Dank für Nichts…) entstanden und inzwischen offiziell gefördert werden.
    Die beiden Improvisation unterrichten mit dieser offiziellen Anerkennung an der Filmhochschule in Zürich die Methode Improvisation im Film. Viele Improschauspieler sind in den Filmen besetzt, wie z.B. Isolde Fischer, Sabine Strohdach ( Drama light), Tom Jahn, Christoph Jungmann ( Gorillas) , Jim Libby…etc.

    Eine weitere Erwähnung, daß Impro sich auch in Deutschland nicht nur gruppenmäßig ausbreitet, sondern auch gerne zielgruppenspezifisch adressiert angeboten wird wird deutlich in Aufführungen (wie z.B. Generationenimpro, Impro für Menschen mit Behinderung…) Daß sich Impro mit anderen Kunstformen vermischt/ triff/, austauscht, wird dokumentiert durch Aufführungen wie artsports, Impro und Poetry slam, Impro Musikercamps, Impro und Clownerie….
    Die internationale A.I.N Konferenz ( 2012 organisiert m.E. von der impro live Akademie)
    zeigt, daß Improgruppen längst in Organisationen, Institutionen und Unternehmen aktiv sind und dort Menschen die Prinzipien der angewandten Improvisation spielerisch vermitteln.
    Die gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz von impro ist in den letzten Jahren in Deutschland rasant gestiegen und das Angebot Impro wie , wo, wann und für wen ist vielfältiger, vielschichtiger und komplexer geworden. Mein persönliches Zwischenergebnis : die Welle der Improvisationrevolution ist nicht mehr zu stoppen. 🙂

  3. Danke Isolde und Doug, das sind tolle und spannende Hinweise und Angebote, das nehme ich gern auf. Und ich beginne schon zu überlegen, wie die Geschichte noch weiter ausgebaut und dargestellt werden kann.

  4. Großartig, lieber Marco, das ist eine schöne Übersicht! Danke für diese interessante Arbeit. Bin gespannt, wie der Zeitstrahl in 20 Jahren aussehen mag.

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